“Ready for Healthy Children in Sound Communities”
- Projektstart mit europäischen Partnern im Sportförderprogramm
Mehr Sportunterricht an den Schulen in Kombination mit Vereinsangeboten am Nachmittag zu initiieren sowie weitere außerschulische Bewegungsanreize zu setzen ist ein wesentlicher Baustein des EU-Projektes “Ready for Healthy Children in Sound Communities”, für das der Deutschen Sportjugend ein mit Unterstützung des Willibald Gebhardt Institutes eingereichter Förderantrag positiv beschieden wurde.

Um in der ersten Projektphase die Kooperation mit einzelnen Kommunen in den Ländern Polen, Tschechische Republik, Niederlande, Großbritannien, Italien und Deutschland vorzubereiten, trafen sich am 26. Januar 2010 in Frankfurt am Main Projektpartner aus Wissenschaft und Sportverbänden der genannten Länder und bildeten damit den Auftakt in der von der Sport Unit der Europäischen Kommission geförderten „vorbereitenden Maßnahme im Bereich des Sports“.
Martin Schönwandt, Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend, versteht das Projekt als gelungenes Beispiel für die Weiterentwicklung von Bewegungs- und Gesundheitsförderung für Kinder durch Sport auf europäischer Ebene.
Weiter wird es darum gehen, zwei Kommunen pro Land zu identifizieren und Runde Tische einzurichten, bei denen Sportorganisationen, Forschungsinstitute sowie Schul- und Gesundheitsbehörden von Kommunen zusammenarbeiten, um bewegungsorientierte Gesundheitsprogramme für Kinder lokal umzusetzen. Ab Beginn des neuen Schuljahres 2010 soll es in die zweite Projektphase gehen, deren Ziel es ist, eine tägliche Bewegungszeit für Kinder der Primarstufe sowie Aufklärung zu Ernähungsfragen anzubieten. Die Aktivitäten im Rahmen des Projekts laufen bis März 2011 und werden wissenschaftlich begleitet. Als eine der deutschen Kommunen ist bereits Darmstadt mit dabei.
dsj erhält Mittel aus der EU Sportförderung
dsj-Antrag in EU-Programm „Vorbereitende Maßnahmen im Bereich des Sports“ bewilligt -
Die Deutsche Sportjugend wird Mittel aus dem erstmals ausgeschriebenen EU-Sportförderprogramm „Vorbereitende Maßnahmen im Bereich des Sports“ erhalten. Gemeinsam mit der ENGSO Jugend (European Non-Governmental Sport Organisation) und dem Willibald Gebhardt Institut sowie weiteren Partnern in Europa wird die dsj das Projekt „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ zwischen Dezember 2009 und März 2011 in verschiedenen Ländern Europas umsetzen. Unter den 134 Anträgen in der Programmlinie Gesundheit belegte die dsj einen herausragenden Platz unter den neun geförderten Projekten.
„Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein dafür, unser Engagement in einer unserer Kernkompetenzen, dem dsj-Thema Kinderwelt ist Bewegungswelt auf Europäischer Ebene fortzusetzen“, so der Vorsitzende der dsj Ingo Weiss. Jan Holze, ENGSO Jugendvorsitzender, ergänzt, „Es ist ein äußerst positives Signal, dass die EU Kommission mit ihrer Bewilligung dieses Antrages dem Kinder- und Jugendsport in Europa die ihm zustehende Bedeutung beimisst."
In keinem anderen Lebensabschnitt spielen Spiel, Sport und Bewegung eine derart große Rolle wie in der Kindheit. Sie beeinflussen sowohl die körperliche wie auch die geistige, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Aufgabe des Projektes ist es deshalb, Sportorganisationen, Forschungsinstitute und Schul- und Gesundheitsbehörden von Kommunen zu vernetzen, um auf der Basis einer koordinierten Zusammenarbeit bewegungsorientierte Gesundheitsprogramme für Kinder lokal umzusetzen. Mehr Sportunterricht an den Schulen in Kombination mit Vereinsangeboten am Nachmittag ist ein wesentlicher Baustein des Projektes, hinzu kommen weitere außerschulische Bewegungsanreize gemäß dem britischen Beispiel „walking bus“. Inbegriffen sind Einheiten zur Aufklärung der Kinder über Ernährung und Gesundheit. Die Voraussetzung dafür ist natürlich die Fortbildung von Lehrer/-innen und Übungsleiter/-innen. In ausgewählten Kommunen in Großbritannien, Deutschland, Italien, Tschechien, Polen und den Niederlanden soll dem Bewegungsmangel durch das Projekt entgegengewirkt und damit langfristig ein aktiver Lebensstil gefördert werden. Über die involvierten Europäischen Partnerorganisationen soll das Projekt darüber hinaus auch in andere Länder getragen werden. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch wird dabei eine wichtige Rolle spielen.
Die dsj setzt damit ihr Engagement in der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen durch Bewegungsförderung gemeinsam mit ihren Europäischen Partnern fort und kann dank der engen Zusammenarbeit mit dem Willibald Gebhardt Institut (WGI) auf Erfahrungen aus dem niederländisch-deutschen Projekt des Instituts zurückgreifen. Prof. Dr. Roland Naul vom WGI freut sich über die Entscheidung der EU, das Projekt als ein Best-Practice-Beispiel nunmehr über den deutsch-niederländischen Grenzraum hinaus in andere Regionen und Länder Europas zu tragen.
Zum Hintergrund:
Neue den Sport betreffenden Entwicklungen auf EU-Ebene stehen an: denn ein EU-Sportförderprogramms kann ab 2012 umgesetzt werden. Die Grundlage dazu wurde durch die Unterzeichnung des Lissabon Vertrages durch den tschechischen Präsidenten Anfang November diesen Jahres geschaffen. Neben sonstigen Aktivitäten wird im Rahmen der sog. „vorbereitenden Maßnahmen“ die Einführung und Nutzung geeigneter Netze und bewährter Verfahren ab 2010 erprobt. Öffentliche Einrichtungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen – u.a. die Deutsche Sportjugend - haben der Europäischen Kommission transnationale Projektvorschläge vorgelegt, um geeignete Netze und bewährte Verfahren auf den folgenden Gebieten im Bereich des Sports zu identifizieren und zu erproben:
1. Gesundheitsförderung durch körperliche Betätigung
2. Förderung des Schul- und Vereinssports
3. Förderung europäischer Grundwerte durch Unterstützung des Behindertensports
4. Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport
Auch im Jahr 2010 werden erneut EU-Mittel im Rahmen der „Vorbereitenden Maßnahmen im Sport“ vergeben.

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