Leitlinien zu Grundsätzen des Sports in der Entwicklungszusammenarbeit
Entwicklungszusammenarbeit ist nicht allein Sache des Staates, sondern eine Aufgabe der Gesellschaft.
Entwicklung ist nichts anderes als die Verwirklichung der Rechte der Menschen auf Freiheit, Selbstbestimmung, Beteiligung, Nahrung, Unterkunft, Bildung und Gesundheit.
Auch Kinderrechte sind Menschenrechte: Kinder haben ein Recht auf Versorgung, Schutz, Ausbildung, auf Spiel und Sport.
Der Deutsche Sportbund, das Nationale Olympische Komitee für Deutschland, die Deutsche Sportjugend und ihre Mitgliedsorganisationen bekennen sich zum freien Recht aller Sportler, in gegenseitiger Achtung ungehindert von staatlichen oder zwischenstaatlichen Auflagen, unabhängig von Rassen und Religionen sowie von politischen Auffassungen und gesellschaftlichen Systemen, miteinander Sport zu treiben.
Das partnerschaftliche Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" gewährleistet, dem Ideal der Chancengleichheit in Aufgabenfeldern des Sports durch die Etablierung von Jugend- und Sportstrukturen näher zu kommen und mittelfristig zur Erhöhung der Lebensqualität in den jeweiligen Gesellschaften für die sozial benachteiligten Menschen beizutragen.
Besondere Bedeutung wird Betreuungs- und Förderungsprogrammen für sozial auffällige und entwurzelte Kinder und Jugendliche beigemessen.
Orientierungen
Die demographische Entwicklung in Entwicklungsländern und damit einhergehenden Problemen erfordert einen Umdenkungsprozess: Kinder und Jugendliche müssen zu einer eigenen Zielgruppe in der staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit werden.
In potentiellen Partnerländern machen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren häufig die Hälfte der Bevölkerung aus;
Kinder und Jugendliche sind von strukturellen Problemen, wie wachsende Verelendung, Ausschluss aus dem Bildungsprozess und Arbeitslosigkeit, besonders betroffen;
Mädchen und Jungen sind angesichts der Auflösung traditioneller Strukturen, zunehmend auch von AIDS, nicht mehr in den Familienverband eingebettet, sondern bereits früh auf sich selbst gestellt.
Insgesamt geht es um eine Querschnittsorientierung, also um eine breitenwirksame Berücksichtigung von Problemen und Potentialen besonders gefährdeter junger Menschen (Straßenkindern, AIDS-Waisen, Mädchenprostituierten, drogengefährdeten oder gewaltbereiten Jugendlichen).
Sport, unbestritten das weitaus beliebteste Medium in der Jugendszene, bietet mit seinen weltweit bestehenden Handlungsfeldern zur Selbstverwirklichung und Identitätsbildung von Individuen, Gruppen und Nationen, in dem friedliche Begegnungen, ein auf Chancengleichheit angelegter Umgang miteinander eingeübt und gegenseitiges lernen und akzeptieren vollzogen wird, eine ideale Basis für Projektansätze zur Prävention und sozialen Reintegration.
Das Sportsystem in Deutschland ist ein anerkanntes Beispiel für demokratische Selbstorganisation eines öffentlichen Gemeininteresses mit umfassender sozialer Breiten- und Tiefenwirkung.
Die Deutsche Sportjugend sieht sich auf dem Hintergrund der in DSB/NOK-Präsidien und dsj-Vollversammlungen und Jugendhauptausschüssen verabschiedeten Auftragslage und ihrer seit 1966 gemachten Erfahrungen legitimiert und qualifiziert, in der Entwicklungszusammenarbeit mit weniger entwickelten Ländern in Asien, Südamerika und insbesondere Afrika, Projekte zur Kinder- und Jugendförderung zu intensivieren.
Ziele
Auch wenn es notwendig ist, länder- bzw. projektspezifische Differenzierungen vorzunehmen, haben sich folgende übergreifende Ziele herauskristallisiert:
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Nachhaltige Verbesserung von Lebenssituation und Perspektiven von sozial benachteiligten Mädchen und Jungen und deren Ermutigung, an der Veränderung ihrer konkreten sozio-kulturellen und ökonomischen Lebenslage aktiv teilzuhaben;
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Als soziale Akteure sollen sie Mitträger der gesellschaftlichen Entwicklung in ihrem Land werden!
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Förderung der Bildung als die entscheidende Investition in die Zukunft, denn: Bildung ist die Voraussetzung für Entwicklung aus eigener Kraft und Schlüsselqualifikation für die Partizipation an sämtlichen Entwicklungsprozessen.
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Stärkung der Eigenständigkeit von Nichtregierungsorganisationen durch Struktur- und Organisationsaufbauhilfen;
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Unterstützung basisnaher, Präventions- und Integrations-Projekte für sozial auffällige, isolierte Mädchen und Jungen;
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Herstellung direkter Kooperationsformen zwischen interessierten deutschen Sportvereinen und Verbänden und Basisgruppen;
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Einbeziehung des Sports in Betreuungskonzepte der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen;
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Systematische Evaluierung der Projektarbeit und stete Fortschreibung der Konzeption.

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