Anstoß für Leben und Karriere

Parlamentarische Staatssekretärin Christel Riemann-Hanewinckel stellt Studie zu positiven Langzeitwirkungen internationaler Jugendbegegnungen vor

Mehr Selbstvertrauen, größere Offenheit, bessere soziale Kompetenzen - die Begegnung mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern wirkt sich positiv auf die Entwicklung von Jugendlichen aus. Das ist das Ergebnis der Studie "Langzeitwirkungen internationaler Jugendbegegnungen", die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Für die Untersuchung befragten die Forscher unter der Leitung von Prof. Alexander Thomas von der Universität Regensburg mehrere hundert Jugendliche, die vor mindestens sechs Jahren an internationalen Jugendbegegnungen und work-camps teilgenommen hatten. Finanziert wurde die Studie von der Stiftung Deutsche Jugendmarke.

"Die Studie zeigt, dass selbst kurze Austauschprogramme nachhaltige Wirkungen bei den Teilnehmenden hervorrufen", erklärte die Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Christel Riemann-Hanewinckel, in ihrer Rede anlässlich der Vorstellung der Studie. "Internationale Jugendbegegnungen sind Plattformen für zwangloses interkulturelles Lernen. Menschen müssen sich heute mehr denn je international zurechtfinden. Junge Menschen, die über den nationalen Tellerrand blicken und weltoffen sind, tragen zur Weltoffenheit Deutschlands bei und tun sich wesentlich leichter, Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft zu integrieren."

Die Untersuchung belegt, dass sich der Jugendaustausch positiv auf die Teilnehmenden auswirkt. Dies zeigt sich unter anderem in der Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit, insbesondere im Umgang mit fremden Kulturen; einer größeren Offenheit, Flexibilität und Gelassenheit; Vertiefung der Fremdsprachenkenntnisse; Förderung der interkulturellen Identitätsbildung sowie der Stärkung sozialer Kompetenzen. Für viele Jugendliche waren die Erfahrungen Anstoß für ein ehrenamtliches Engagement, bei anderen hatte die Teilnahme Einfluss auf die Berufs- und Studienwahl. 71 Prozent der befragten Jugendlichen bewerten die gemachten Erfahrungen für sich als "wichtig" oder "sehr wichtig", 85 Prozent bewerten sie als "gut" oder "sehr gut".

Das Bundesjugendministerium unterstützt deshalb die Kampagne "Open-the-world" (www.open-the-world.de) unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Schmidt, um zu verdeutlichen, dass junge Menschen mit internationaler Erfahrung ein wichtiges Potenzial in Ausbildung und Beruf einbringen. Gestützt auf die Ergebnisse der Studie, arbeitet das Bundesministerium zusammen mit Jugendverbänden zudem an der Einführung eines "Kompetenznachweises Internationale Jugendarbeit". Damit können die erworbenen Kenntnisse nachgewiesen und für den beruflichen Werdegang nutzbar gemacht werden. Das Bundesministerium fördert die internationale Jugendbegegnung und die Zusammenarbeit von Fachkräften der Jugendhilfe. Für den außerschulischen Jugendaustausch stellt die Bundesregierung mehr als 33 Millionen Euro pro Jahr - unter anderem für die Jugendwerke mit Frankreich und Polen - zur Verfügung. Die Kontakte der jungen Generation nach dem Krieg und in den 60 Jahren haben wesentlich zum heutigen positiven Bild Deutschlands in der Welt beigetragen. Die deutsch-französische Versöhnung und die freundschaftlichen Beziehungen zu Polen gehen zu einem hohen Anteil auf die Arbeit der beiden Jugendwerke zurück. Im Verhältnis zu Israel hat der Jugendaustausch eine Pionierrolle übernommen und spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle in den Kontakten zwischen beiden Völkern. Im Dezember 2004 hat die Bundesregierung zudem mit Russland ein neues Abkommen über die Jugendzusammenarbeit geschlossen. Im Herbst wird in Hamburg ein deutsch-russisches Koordinierungsbüro eingerichtet.

Die ausführliche Studie "Langzeitwirkungen internationaler Jugendbegegnungen" 
kann bestellt werden bei der: Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (www.bkj.de)
oder Universität Regensburg (jugend.austausch@psychologie.uni-regensburg.de).

Weitere Infos: BMFSFJ - Internationale Jugendabeit