Tagung der Jugendbildungsreferenten: Bildung und soziale Gerechtigkeit

Tagung der Jugendbildungsreferent/-innen 2010

Unter dem Motto „Sport bildet. Chancen für gerechtes Aufwachsen“ fand vom 03. – 05. Mai 2010 die Jahrestagung der Jugendbildungsreferent/-innen in Hachen statt. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Kinder- und Jugendarbeit im Sport zu einem gerechten Aufwachsen beitragen kann und was dies für die Konzepte, die Programmgestaltung und die Angebotsplanung in den Jugendorganisationen im Sport bedeutet. 
Der inhaltliche Schwerpunkt wurde mit Blick auf das Jahresthema „Soziale Integration“ der dsj gestaltet. Die Planungen und Aktivitäten wurden ausführlich dargestellt. Sie zielen darauf ab, möglichst allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu gesellschaftlichen Institutionen wie zum Beispiel Sportvereine zu erleichtern und ihnen die Teilhabe – auch an Bewegung, Spiel und Sport – zu ermöglichen.
Monica Wüllner, im Vorstand der dsj zuständig für das Thema Bildung, hält eine Beteiligung der dsj an der Diskussion um Bildung für Kinder und Jugendliche für alle für außerordentlich wichtig: „Der Sport kann dazu beitragen, dass Bildung für alle sowohl motorische als auch soziale Kompetenzen umfasst und niemanden ausschließt.“
Mit einem Vortrag über das Thema „Bildungspotenziale im Sportverein“ eröffnete Prof. Dr. Nils Neuber das Programm. Er verdeutlichte in seinen Ausführungen insbesondere die Potenziale informellen Lernens und stellte dar, dass die Anerkennung von Heterogenität die Gerechtigkeit in Bildungsprozessen fördert. 
Vor dem Hintergrund des Orientierungsrahmens Bildung diskutierte eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Willi Geißler (Sportjugend NRW) und Wiebke Fabinski die Potenziale informeller und formeller Lernprozesse in der verbandlichen Ausbildung. In einer weiteren Arbeitsgruppe wurden Überlegungen zur Übersetzung des Bildungsverständnisses auf die Ebene der Vereine konkretisiert. 
Susanne Brand von der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) stellte Zusammenhänge von Adipositas und sozialer Herkunft von Kindern und Jugendlichen dar. Das Programm will Netzwerke befördern, um allen Kinder und Jugendlichen ein Angebot zur Übergewichtsprävention zu machen. 
Interkulturelle Öffnung war das Thema einer Arbeitsgruppe, in der Peter Brinks (Sportjugend Hessen) das Projekt „Interkulturell on tour“ vorstellte. Das Projekt fördert die Beteiligung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund an internationalen Jugendbegegnungen. Ein zentrales Merkmal des Projektes ist die Zusammenarbeit mit Migrantenjugendselbstorganisationen auf Augenhöhe und die gemeinsame Organisation der Maßnahmen. 
Anhand der Initiative „Kein Kind ohne Sport“ sowie dem Förderprogramm „Kids in die Sportklubs“ stellten Walther Furthmann (SJ Schleswig-Holstein) und Ronald Friedemann (SJ Berlin) ihre Aktivitäten gegen Kinderarmut vor. Es wurde deutlich, dass neben den materiellen Voraussetzungen für die Vereinsmitgliedschaft auch die Schaffung eines Klimas der Offenheit und Toleranz entscheidend ist. 
Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) bietet für die dsj und ihre Mitgliedsorganisationen eine Möglichkeit zur Beteiligung. Es wurden erste Überlegungen vorgenommen, wie sich die Mitgliedsorganisationen hier einbringen können. Die Veranstaltung findet vom 07. – 09- Juni 2011 in Stuttgart statt und hat das Motto „Kinder. Jugend. Zukunft: Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern!“. 
Schließlich setzten sich die Jugendbildungsreferent/-innen mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ auseinander. Dorota Sahle stellte die Aktivitäten des LSB NRW in diesem Bereich vor. Zentral ist die Förderung einer „Aufmerksamkeitskultur“ im Sportverein, die dazu beiträgt sexualisierte Gewalt zu verhindern und ein Klima zu schaffen, das potenzielle Täter/-innen keinen Raum bietet. 
Die Aktivitäten der dsj in diesem Bereich bestehen aus der Mitarbeit an dem runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch sowie in der Sensibilisierung und Aktivierung der Mitgliedsorganisationen, sich unter den Aufgaben der Prävention, Intervention und Information dem Thema zu nähern und ihre Aktivitäten weiter auszubauen.


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