Fünfzig Verstärkungen für Demokratie

Sport begeistert und kann Menschen verbinden. Andererseits spiegelt der gemeinnützig organisierte Sport die Gesellschaft – auch hier kommt es zu Ausgrenzungen, existiert rassistisches Gedankengut, wird dann und wann Gewalt ausgeübt. Dagegen wirkt Demokratiebildung. Nur wo Menschen sich beteiligen können, werden sie heimisch. In der gegenwärtigen politischen Situation scheint es umso wichtiger, Werte unserer Demokratie im Bewusstsein zu verankern und demokratische Strukturen – wie in Sportvereinen und -verbänden – zu stärken. Die Anforderungen an die Verantwortlichen sind knifflig: Sie müssen Training und Wettkämpfe organisieren, sind aber parallel mit sozial brisanten Themen konfrontiert – Diskriminierung gehört dazu. Konflikte bleiben nicht aus.

Unfrieden soll aufgelöst, am besten verhindert werden. Dazu dient die Qualifizierungsreihe „Demokratietraining für Konfliktmanagement im Sport“. Sie ist nach dem Start in den neuen Bundesländern ab dem Jahr 2013 auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt worden. Während in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter die Landessportjugenden respektive -sportbünde zuständig waren, übernahm die dsj bis 2016 die Ausbildung der Demokratietrainerinnen und -trainer in den anderen Bundesländern.

Gefördert durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ hat die dsj nun in vier Jahren 50 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende zu Demokratietrainerinnen und -trainern ausgebildet.

Jeweils ein Jahr lang setzten sie sich in thematischen Modulblöcken und einem Praxisprojekt intensiv mit der Förderung demokratischer Teilhabe und mit Maßnahmen gegen Extremismus auseinander. Sie beschäftigten sich mit nichtrassistischer Bildungsarbeit, dem aus Israel stammenden Demokratietraining „Betzavta“, mit Phänomenen von Diskriminierung und Extremismus im Sport. Genauso erlernten sie Beratungsmethoden und Strategien zur Konfliktlösung. Nach Abschluss der Ausbildung sollen die dsj-Demokratietrainerinnen und -trainer diskriminierende Vorgänge erkennen und vor Ort Verbände und Vereine in Konfliktfällen beraten und begleiten. Extremismus und Demokratiefeindlichkeit, aber genauso Homophobie und anderen Formen von Intoleranz und Diskriminierung wird damit aktiv begegnet.

Eine kleine Projektdokumentation und die Übersicht der Demokratietrainer/-innen als Download


Sport mit Courage / Demokratietraining für Konfliktmanagement im Sport

Modulare Qualifizierungsreihe Demokratietraining für Konfliktmanagement im Sport (DKS)

Die Anforderungen an Sportkreise, Sportvereine und -verbände sind heute sehr vielfältig. Zum einen müssen der Sportbetrieb und Wettkämpfe organisiert werden, zum anderen sind u.a. Vereinsvorstände, Trainer/-innen und Übungsleiter/-innen mit sozial brisanten Themen, wie Kindeswohlgefährdung und Diskriminierung, konfrontiert. Da bleiben Konflikte nicht aus. 
 
Mit der modularen Qualifizierungsreihe "Demokratietraining für Konfliktmanagement im Sport" (Quali DKS) soll die Urteils- und Handlungssicherheit der Hauptberuflichen und ehrenamtlich Tätigen im Sport ausgebaut und unterstützt werden. Im Kern setzt die Deutsche Sportjugend (dsj) auf eine grundlegende Qualifizierung und stärkere Vernetzung der angehenden Demokratietrainer/-innen. Neben der Vermittlung von Kenntnissen über aktuelle extreme Erscheinungsformen und Strategien, zählen zudem praxisorientierte Hilfen und Fallarbeit dazu. Die Qualifizierung zum/zur Demokratietrainer/-in für Konfliktmanagement im Sport gliedert sich in fünf Module, wird ein Praxisprojekt beinhalten und dauert etwa ein Jahr. Sie soll mit einer Supervision und einem Qualitätsnachweis abschließen. Die Module finden im ersten Durchgang jeweils von Freitag bis Sonntag statt, ein weiterer Durchgang mit einer Wochenend- und zwei Wochenveranstaltungen ist ebenfalls vorgesehen.

Eine Teilnahme an allen fünf Modulen und der Supervision sowie die Konzeption und Durchführung eines Praxisprojektes ist Voraussetzung für die Ausstellung des Zertifikates.  Die Teilnehmenden an der Qualifizierungsreihe DKS sollten aus dem System des organisierten Sports kommen bzw. bereits in einem Sportkreis, Sportverein/-verband (hauptberuflich/ ehrenamtlich) aktiv gewesen und volljährig sein. Die Teilnahme an der Qualifizierung ist kostenfrei. Es wird erwartet, dass sich die Teilnehmenden nach Abschluss des Demokratietrainings im Sportverein/-verband bzw. Sportkreis hinsichtlich der Thematik Demokratie und Antidiskriminierung engagieren und für Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Überblick erster Durchgang 2015/2016 (Wochenendmodule DKS-WE):
  • Modul 1: Baustein einer nicht-rassistischen Bildungsarbeit im Sport
    Termin/Ort: 03. – 05. Juli 2015 in Hamburg
  • Modul 2: Grundlagen der Beratung im Sport 
    Termin/Ort: 30.10. – 01. November 2015 in Stuttgart / Ruit
  • Modul 3: „Erlebniswelt“ Rechtsextremismus
    Termin/Ort: 11. – 13. Dezember 2015 in Stuttgart / Ruit
  • Modul 4: Demokratietraining (Betzavta - Miteinander)
    Termin/Ort: 19. – 21. Februar 2016 in Hamburg
  • Modul 5: Konfliktmanagement im Sport
    Termin/Ort: 15. – 17. April 2016 in Hamburg
  • Supervision 
    Termin/Ort: 10. – 12. Juni 2016 in Hattingen
Überblick zweiter Durchgang 2015/2016 (Wochenendformat DKS-WO):
  • Modul 1: Baustein einer nicht-rassistischen Bildungsarbeit im Sport
    Termin/Ort: 02. – 04. Oktober 2015 in Hattingen
  • Modul 2: Grundlagen der Beratung im Sport 
    Termin/Ort: 18. – 20. Januar 2016 in Hattingen
  • Modul 3: „Erlebniswelt“ Rechtsextremismus 
    Termin/Ort: 20. – 22. Januar 2016 in Hattingen
  • Modul 4: Demokratietraining (Betzavta - Miteinander)
    Termin/Ort: 04. – 06. April 2016 in Hattingen
  • Modul 5:  Konfliktmanagement im Sport 
    Termin/Ort: 06. – 08. April 2016 in Hattingen
  • Supervision
    Termin/Ort: 10. – 12. Juni 2016 in Hattingen

Weitere Infos gibt es hier: www.sport-mit-courage.de

Das Projekt „Demokratietraining für Konfliktmanagement im Sport“ wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“.