Bericht zur 7. Vorstandssitzung der Wahlperiode 2020 - 2022

Der Vorstand der dsj ist am 28. und 29. Mai 2021 in Frankfurt am Main zu seiner 7. Vorstandssitzung in der Wahlperiode 2020-2022 zusammengekommen, die erstmals unter der Leitung des neuen 1. Vorsitzenden, Stefan Raid, stattgefunden hat. 


Das Leben im Sport ist bunt – mental gesund  

Der Vorstand hat in seiner Sitzung ein Positionspapier zur mentalen Gesundheit verabschiedet. Der Fokus liegt hierbei auf dem positiven Beitrag, den Bewegung, Spiel und Sport hinsichtlich des Wohlbefindens und der damit verbundenen mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen leisten kann. In Bezug auf die aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen bedeutet das auch, dass Kinder und Jugendliche schnellstmöglich und mit Hilfe aller relevanter Akteur*innen wieder in Bewegung gebracht werden müssen. Das Positionspapier mit dem Titel „Grau is alle Pandemie –Entscheidend is auf´m Platz“: Das Leben mit Sport ist bunt – mental gesund ist ein Baustein im Rahmen des Schwerpunktthemas der dsj für 2021, das sich mit dem Wiedereinstieg in den Kinder- und Jugendsport befasst.


Zeitschrift Forum Kinder- und Jugendsport 

Der Vorstand hat der Fortführung der Herausgabe der Zeitschrift „Forum Kinder- und Jugendsport – Zeitschrift für Forschung, Transfer und Praxisdialog“ um weitere zwei Jahre (bis Ende 2023) zugestimmt. Die Erfahrungen im gesamten Prozess sowie eine im April 2021 durchgeführte Leser*innenbefragung, an der sich vorwiegend dsj- und DOSB-Mitgliedsorganisationen sowie Akteur*innen aus der Wissenschaft beteiligten, machen deutlich, dass die Zeitschrift einer sinnvollen Plattform für einen Praxis-Forschungs-Dialog im Kinder- und Jugendsport entspricht. Die Zeitschrift wird qualitätsorientiert unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Leser*innen weiterentwickelt. Zusätzlich sollen weiterhin Möglichkeiten für einen offenen Austausch über Präsenz-/Digitalveranstaltungen geschaffen werden. 


Vorbereitung des Hauptausschusses in Erfurt  

Der Vorstand hat sich über den aktuellen Stand der Vorbereitungen des Hauptausschusses informiert, der am 22.- 23. Oktober 2021 im Steigerwaldstadion in Erfurt stattfinden wird. Eine Mitteilung bezüglich der Abrufkontingente der Hotelzimmer erfolgt bis Mitte Juli. Die offizielle Einberufung des Hauptausschusses wird Anfang September versendet.  Derzeit ist der Hauptausschuss als Präsenzveranstaltung geplant. Die Deutsche Sportjugend wird alles daransetzen, unter Beachtung der entsprechenden Hygienevorschriften an der Durchführung einer Präsenzveranstaltung festzuhalten, sofern dies mit Blick auf mögliche Gesundheitsrisiken vertretbar ist. Klar ist, dass die Gesundheit aller auch weiterhin höchste Priorität hat.


Deutsch-Französisches Jugendwerk 

Luca Wernert wurde als Jugendvertreter und Rebekka Kemmler-Müller als stellvertretendes Mitglied für die nächsten drei Jahre in den Beirat des DFJW berufen. Damit ist die Kontinuität in diesem Gremium gewährleistet, was insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, aber auch der Chancen, die sich für den Jugendaustausch im Sport von den Olympischen und Paralymischen Spielen in Paris 2024 ableiten lassen, von hoher Bedeutung ist. Stefan Raid soll in einer der nächsten Sitzungen des Bundeskabinetts ergänzend als ordentliches Mitglied des DFJW-Beirats berufen werden.


Nächste Vorstandssitzung 

Die nächste planmäßige Vorstandssitzung in der Wahlperiode 2020-2022 wird vom 16.-18. Juli 2021 stattfinden.   
 

Weitere Meldungen


Weltspieltag 2021 – Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk 

Die Deutsche Sportjugend war in diesem Jahr Partner des Weltspieltages 2021 des Deutschen Kinderhilfswerkes. In der Woche rund um den Weltspieltag am 28. Mai 2021, der unter dem Motto „Lasst uns (was) bewegen!“ stand, waren Sportvereine, Initiativen vor Ort oder auch Familien dazu aufgerufen, sich an den Aktionstagen zu beteiligen. Mit verschiedenen Aktionen wurde auf die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für ein gesundes Aufwachsen von Kindern aufmerksam gemacht. In einer gemeinsamen Resolution fordern die dsj und das Deutsche Kinderhilfswerk mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche.    


Gespräche zu Forderungen der dsj zur Bundestagswahl 

Im Appell „Für 2021-2025 den Kinder- und Jugendsport stärken“ fordert die dsj die demokratischen Bundesparteien und eine zukünftige Bundesregierung auf, sich für die Stärkung des Kinder- und Jugendsport einzusetzen. Der Vorstand führte in den letzten Wochen auf dieser Grundlage verschiedene Gespräche mit politischen Entscheidungsträger*innen der Bundesparteien CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linken und der SPD. Inhalte sind Forderungen zur Gesundheitspolitik und Bewegungsförderung, zur Stärkung der Kinder- und Jugendsportstrukturen, der Freiwilligendienste und der Arbeit im Feld des Kinder- und Jugendschutzes. Schließlich fordert die dsj die Förderung einer Stabsstelle „Demokratiestärkung und Politische Bildung im Sport“ auf Bundesebene.  


dsj in den Ausschüssen des Deutschen Bundestages

  • zum Thema „physische, psychische und sexualisierte Gewalt gegen Sportler*innen“ am 5. Mai 2021 im Sportausschuss 

dsj-Geschäftsführerin Christina Gassner stand als Sachverständige am Mittwoch, 5. Mai 2021, den Abgeordneten des Sportsausschusses des Bundestages zu Fragen der physischen, psychischen und sexualisierten Gewalt gegen Sportler*innen Rede und Antwort. Sie wiederholte den dringenden Forschungsbedarf im Breiten- sowie im Kinder- und Jugendsport und führte zur Frage des Monitorings/der Evaluierung aus, dass die Weiterleitung von öffentlichen Zuwendungen mit den Stufenmodellen an die Erfüllung von Standards geknüpft ist, die auch überprüft würden. Die dsj fordert für die nächste Legislaturperiode die Einrichtung eines Bundesprogramms zur fachlichen Unterstützung der Präventions- und Interventionsarbeit, um Verbände für die intensive Bearbeitung in den eigenen Strukturen durch ein fachlich kompetentes Coaching durch externe Fachleute und Beratungsstellen unterstützen zu können (siehe politische Forderungen der dsj anlässlich der Bundestagswahl. Die ausführliche Stellungnahme des DOSB und der dsj ist auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar. 

  • zum Thema „Kinder- und Jugendarbeit im Sport – insbesondere unter Corona-Bedingungen am 19. Mai 2021 im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

Der 1. Vorsitzende Stefan Raid und dsj-Geschäftsführerin Christina Gassner waren zu einem Fachgespräch zu Fragen der Kinder- und Jugendarbeit im Sport mit den Familien- und Jugendpolitiker*innen allen Fraktionen des Bundestages eingeladen – dies war der Tag, an dem auch überraschend Jugendministerin Franziska Giffey zurücktrat. Bemerkenswert und erfreulich ist, dass die dsj erstmals in diesem Bundestagsausschuss Gelegenheit zum Austausch hatte. Anlass für die Themensetzung im Ausschuss waren der besondere Handlungsdruck und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche, insbesondere der Mangel an Bewegung, die lange Schließung der Sportvereine, die darauf folgenden psychischen Belastungen und die drohenden gesundheitliche Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Die dsj appellierte an die Abgeordneten, sich in ihren Wahlkreisen dafür einzusetzen, Bewegungs- und Jugendorte wieder zu öffnen und forderte, im Aufholpaket des Bundes der Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit im Sport gerecht zu werden.  


Aufholpaket des Bundes 

Grundsätzlich gilt für das Bundes-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ 2021/2022: der Bund stellt Mittel zur Verfügung, um Kindern und Jugendlichen nach den harten Einschränkungen und seelischen und körperlichen Belastungen während der Pandemie etwas an Freizeit, Spaß, Ferien, Erholung, Bewegung und sozialem Miteinander zurückzugeben. Es gibt zwei Wege der Mittelflüsse aus diesem Bundes-Aktionsprogramm für den außerschulischen Bereich. Zum einen gehen Fördermittel nach dem Königsteiner Schlüssel an die Bundesländer, die dann für die Verteilung zuständig sind. Dies ist z.B. relevant für FSJ-Stellen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder die Mittel für Kinder- und Jugendfreizeiten. Zum anderen erfolgt die Verteilung von Mitteln über bundeszentrale Träger*innen, wie z.B. die Deutsche Sportjugend. Eine Gesamtübersicht zu den groben Planungen steht auf der Webseite des Bundesjugendministeriums zu Verfügung.

Die dsj ist für die Klärung von Details bezüglich des Programms mit Politiker*innen und dem Bundesjugendministerium laufend im Gespräch. Als Optionen für den Sport sind im Gesamtprogramm folgende Aktionslinien von Bedeutung:  

  • Zusätzliche Mittel des Kinder- und Jugendplans – auch für die Jugendarbeit im Sport. Die dsj wird hierzu wieder informieren.  
  • Zusätzliche Mittel für das FSJ über die Bundesländer – auch für Sportvereine und -verbände. Über das Bundestutorat werden hierzu laufend aktuelle Informationen geteilt. 
  • Zusätzliche Mittel für die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt – auch für Sportvereine und -verbände. Die Förderlinie wird derzeit erarbeitet und auf der Webseite der Stiftung veröffentlicht werden.
  • 100€ Kinderfreizeitbonus für Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien, die Leistungen nach dem SGB II, SGB XII, AsylbLG, BVG, WoGG oder BKGG im August 2021 – für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten.  
  • Mittel für Kinder- und Jugendfreizeiten – auch für sportbezogene Freizeiten. In einigen Bundesländern laufen dazu bereits die Planungen und Aufrufe der Landesregierung an die Träger vor Ort.


Sexualisierter Belästigung und Gewalt im Sport keinen Raum geben – vom dsj- zum DOSB-Stufenmodell 

Das Thema Schutz vor sexualisierter Belästigung und Gewalt im Sport rückt mit dem DOSB-Stufenmodell als gesamtverbandliche Aufgabe in den Vordergrund und wird unabhängig von den Themenfeldern Jugendarbeit, Breiten- oder Spitzensport gestärkt. Die Federführung für Steuerung, Koordination und Weiterentwicklung des Themas im DOSB liegt bei der dsj. Das Team für Prävention sexualisierter Gewalt (PSG) der dsj informierte am 19. Mai und 2. Juni 2021 bei einer digitalen Informationsveranstaltung die Mitgliedsorganisationen von dsj und DOSB sowie die DOSB-nahen Institutionen über das DOSB-Stufenmodell. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmenden das DOSB-Stufenmodell, die Umsetzungsschritte sowie Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten vorzustellen, sodass alle den gleichen Kenntnisstand erlangen und sich zielgerichtet dem Thema widmen können. Besonders wichtig ist es, die Verantwortlichen bei der Umsetzung des Stufenmodells bestmöglich zu unterstützen und offene Fragen zu klären. Neben der Bereitstellung von Arbeitsmaterialien und Good-Practice Beispielen werden Handreichungen zu rechtlichen Fragestellungen entwickelt sowie ein FAQ zum DOSB-Stufenmodell.   


dsj mit digitalem Informationsstand beim   

  • #DJHTdigital - Kinder- und Jugendhilfetag  

Die dsj war mit einem eigenen Informationsstand vom 18.-21. Mai 2021beim deutschen Jugendhilfetag dabei. Das größte Treffen der Kinder- und Jugendhilfeszene in Deutschland fand erstmals digital statt. Die Fachveranstaltungen gaben das gesamte Themenspektrum sowie die Vielfalt der Kinder- und Jugendhilfe wieder. Es wurden verschiedenste Themen der Kinder- und Jugendarbeit, der ganztägigen Bildung, der Digitalisierung, der politischen Bildung, der internationalen Jugendarbeit, des Kinderschutzes oder Corona abgebildet. 

  • 26. Deutschen Präventionstag  

Die dsj, als Dachverband des Kinder- und Jugendsports in Deutschland, und das Netzwerk „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ beteiligten sich mit einem eigenen digitalen Infostand gemeinsam als Partnerinstitutionen am Deutschen Präventionstag. Am 10. und 11. Mai 2021 stand den Besucher*innen eine Auswahl an aktueller Fachliteratur und Videos aus den Bereichen Bildung, Präventions- und Interventionsarbeit online zur Ansicht bereit. Unter dem Motto „Prävention orientiert!“ legt der weltweit größte Jahreskongress zur Prävention in den Bereichen Kriminalität, Gesundheit und Werteerziehung seinen Schwerpunkt in diesem Jahr auf die zentrale Rolle der Prävention in Krisenzeiten sowie die Bedeutung von Bildung und lebenslangem Lernen im Prozess der Krisenbewältigung.  

Herzliche Grüße 

Stefan Raid, 1. Vorsitzender 

Christina Gassner, Geschäftsführerin 

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