Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist der Schlüssel für die Zukunft
Bereits 1992 anlässlich der Verabschiedung der Agenda 21 auf dem UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro wurde betont, dass Bildung eine wichtige Rolle bei der Lösung der vielfältigen globalen Probleme
spielt. Heute stimmen alle wesentlichen gesellschaftlichen Akteure – insbesondere auch der gemeinnützige (Kinder- und Jugend-) Sport – darin überein, dass Bildung der zentrale Schlüssel für ein nachhaltiges Denken und Handeln ist.

Das Bildungskonzept Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Wie kann Bildung dazu beitragen, Menschen zu nachhaltigem Denken und Handeln anzuregen? Neuere Bildungskonzepte setzen daher nicht mehr nur auf die thematische Aktualisierung, sondern auf einen individuellen und interaktiven Aneignungsprozess. Nachhaltigkeit erfordert ein grundsätzliches Umdenken und ein verändertes Handeln hinsichtlich der vorherrschenden Konsum- und Lebensgewohnheiten. Um eine gerechtere Welt erschaffen zu können, sind neben mehr Wissen und speziellen Kompetenzen, verbindende Werte sowie ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit eines mentalen Wandels notwendig. An dieser Stelle kommt dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entscheidende Bedeutung zu. BNE meint eine Bildung, die Menschen befähigt, (globale) Probleme vorherzusehen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und die individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft aktiv, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst mit zu gestalten. Dabei geht es insbesondere darum, die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekte der Nachhaltigkeit in ihrer Komplexität und gegenseitigen Abhängigkeit zu verdeutlichen. Vor diesem Hintergrund rückt ein „partizipatives Lernen“ als zentrale Forderung der Agenda 21 nach Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am Prozess nachhaltiger Entwicklung in den Fokus.

Förderung von Gestaltungskompetenz
Neben dem Verständnis für Nachhaltigkeit werden besondere Gestaltungskompetenzen benötigt. Gestaltungskompetenz setzt sich zusammen aus Methodenkompetenz – wie zum Beispiel interdisziplinär Erkenntnisse zu gewinnen, Sozialkompetenz – sich und andere motivieren zu können, aktiv zu werden – sowie Selbstkompetenz, was bedeutet, eigene Leitbilder und die anderer reflektieren zu können. Die Deutsche Sportjugend (dsj) und ihre Mitgliedsorganisationen als größter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich außerschulischer Jugendbildung fördern zahlreiche dieser Kompetenzen und leisten damit seit vielen Jahren systematisch und qualitätsorientiert Beiträge zu einer BNE beispielsweise im Bereich kultureller Bildung, der Gesundheitsförderung oder durch die Ermöglichung von Teilhabe und Mitbestimmung.

Kooperationsprojekt mit der Naturschutzjugend (NAJU) "Jugend für Umwelt und Sport"
Aber auch im Handlungsfeld Ökologie kann die dsj auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1971 forderte sie im Rahmen einer Plakataktion im Vorfeld der Olympischen Spiele in München den modernen Dreikampf um „Sauberes Wasser, saubere Luft und saubere Umwelt“. Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre startete die dsj, mit Unterstützung durch das damalige Bildungsministerium, das bundesweite Projekt „Umweltbildung im Sport“ – eine umfassende Bestandsaufnahme umweltorientierter Aktivitäten im Jugendsport sowie die Entwicklung und Erprobung von Praxismodellen. Die damaligen Ergebnisse wurden im Rahmen des Kooperationsprojekts mit der Naturschutzjugend im NABU (NAJU) „Jugend für Umwelt und Sport“ – kurz JUUS – erneut aufgegriffen und konzeptionell weiterentwickelt. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zwischen 2004 und 2011 geförderte Vorhaben wurde zweimal als Projekt der zwischen 2005 und 2014 ausgerufenen UN-Dekade BNE ausgezeichnet.


Grundsatzpapier und Arbeitshilfe der dsj zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Kooperation von dsj und NAJU wird bis heute fortgeführt. So hat die aus JUUS hervorgegangene dsj-Arbeitsgruppe „Jugend, Umwelt und Sport“ das Grundsatzpapier „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sport“ erarbeitet und zur Diskussion gestellt. Mit der Verabschiedung dieses Papiers durch den dsj-Vorstand im Jahr 2012 hat sich die dsj im Themenfeld eindeutig positioniert.  2014 wurde anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Zusammenarbeit zwischen NAJU und dsj eine Arbeitshilfe für Multiplikator/-innen „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sport“ mit  konkreten Anregungen für die Entwicklung von BNE-Kompetenzen im Sport erstellt.

Perspektiven
Der begonnene Prozess der Sensibilisierung für Fragen der Nachhaltigkeit innerhalb der dsj und ihrer Mitgliedsorganisationen wird konsequent fortgeführt – aktuell wurde durch die dsj-AG „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung entwickelt, der als Orientierung für die Mitgliedsorganisationen dient, BNE stärker in ihren Strukturen zu implementieren und ggf. selbst einen Aktionsplan BNE zu entwickeln. Darüber hinaus sollen in 2019 erste Mulitplikator/innenschulungen stattfinden. Ziel ist dabei, schrittweise Gestaltungskompetenzen im Sinne einer BNE weiterzuentwickeln. Voraussetzung dafür ist, neben Mut und Ausdauer, die Bereitschaft, die bestehenden Deutungssysteme im Sport weiter zu öffnen und in Bewegung zu halten.Die dsj nimmt diese Herausforderung an und festigt damit ihre Position zu einem der wichtigsten globalen Zukunftsthemen.


Weitere Informationen zum Themenfeld "Bildung für nachhaltige Entwicklung" bzw. zur Strategie der Deutschen Sportjugend erhalten Sie hier.

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