BNE - Maßnahmen und Perspektiven der dsj und ihrer Mitgliedsorganisationen

Das Weltaktionsprogramm zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
Zum Ende der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) wurde eine gemeinsame Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission 2014 in Bonn ausgerichtet. In der Konferenz wurden zahlreiche Aktivitäten der Dekade reflektiert sowie Perspektiven für die stärkere Verankerung der BNE in allen Bildungsbereichen ab 2015 entwickelt.

Der Rückblick auf die Dekade brachte folgende Ergebnisse:
„Bildung ist ein Schlüssel, um die Ziele globaler nachhaltiger Entwicklung zu erreichen. BNE fördert Gestaltungskompetenz, Dialogfähigkeit, Orientierungswissen und das Erkennen von systemischen Zusammenhängen. BNE zielt auf Lebensstile, Partizipation, Werthaltungen, globale Verantwortung sowie Konsum- und Produktionsmuster. BNE befähigt zum nachhaltigen Handeln und fördert die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. BNE markiert eine neue Bildungskultur, eine neue inhaltliche und methodische Richtung für das Lehren und Lernen. BNE betont kreatives und kritisches Denken, langfristige Ansätze, Innovationen und die Befähigung, mit Unsicherheiten umzugehen, komplexe Probleme zu lösen sowie an der Gestaltung der demokratischen und kulturell vielfältigen Gesellschaft mitzuwirken.
Lehren und Lernen werden dabei von den Lernenden aus gedacht, Lehrende verstehen sich stärker als Lernende, partizipative Lernprozesse und Methoden werden neu gestaltet.“
(aus:http://www.bne-portal.de/fileadmin/unesco/de/Downloads/Hintergrundmaterial_national/20141002_Bonner_Erklaerung_2014.pdf )

Die Akteur/-innen sind sich einig, dass viele Maßnahmen, die im Rahmen der Dekade gestartet worden sind, weitergeführt werden müssen - national und international. Zugleich stehen viele Bildungseinrichtungen vor der Herausforderung, die Nachhaltigkeit als Leitbild für die pädagogische und institutionelle Entwicklung zu verankern.
Zu diesem Zweck ist das Weltaktionsprogramm BNE (WAP) im Anschluss an die UNESCO-Weltkonferenz 2014 veröffentlicht, beschlossen und 2015 erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt worden. Das Weltaktionsprogramm dient als Leitfaden zur strategischen Verankerung, regt Engagement an und stellt einen Rahmen für die internationalen Folgeaktivitäten der BNE dar.

Die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung
Im September 2015 wurde die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen, die den Startpunkt für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms BNE in Deutschland bildet. Die Vorsitzende des Gremiums, Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, versammelt hierin Vertreter/-innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die das Ziel haben, Nachhaltigkeit in allen Bildungsbereichen zu verankern und bis 2017 einen Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten.
Die Deutsche Sportjugend wurde berufen, mit einer Vertretung in dem Fachforum „Non-Formales/Informelles Lernen /Jugend“ der Nationalen Plattform mitzuwirken. Mittlerweile entwickelt sie tatkräftig den gemeinsamen Nationalen Aktionsplan mit, der im Jahr 2017 verabschiedet werden soll.  
Des Weiteren verfolgt die dsj das Ziel, sowohl die politischen Entscheidungsträger/-innen als auch die Multiplikator/-innen in ihren Mitgliedsorganisationen zu motivieren, sich systematisch und qualitätsorientiert mit BNE auseinanderzusetzen und diese in die Verbandsentwicklung zu integrieren.
Das von der UNESCO verabschiedete Weltaktionsprogramm (WAP) zielt auf die strukturelle Verankerung einer BNE in Bildungseinrichtungen und schlägt eine strategische Fokussierung der Aktivitäten auf folgende fünf Felder vor:
1.    Schaffung eines förderlichen Umfeldes zur festen Integration von BNE in die nationale und internationale Bildungs- und Entwicklungspolitik.
2.    Förderung ganzheitlich-institutioneller BNE-Ansätze in Bildungseinrichtungen.
3.    Fähigkeiten zur BNE-Vermittlung von Lehrer/-innen, Ausbilder/-innen, Erzieher/-innen sowie weiteren "Change Agents" stärken.
4.    Die Jugend als wichtigen Akteur des Wandels besonders unterstützen.
5.    BNE-Aktivitäten in (…) Bildungslandschaften verstärken.
(vgl.: www.bne-portal.de/un-dekade/nach-der-dekade-bne-ab-2015/generalkonferenz-der-unesco-nimmt-vorschlag-fuer-weltaktionsprogramm-an/)

Die BNE-Strategie der Deutsche Sportjugend
Die Deutsche Sportjugend will als Akteurin des organisierten und gemeinnützigen Kinder- und Jugendsports verstärkt an der Netzwerkbildung im Rahmen von BNE mitwirken. Zentrale Elemente von BNE finden sich auch im organisierten und gemeinnützigen Kinder- und Jugendsport wieder: Fair Play, Interkulturelle Öffnung, Menschenrechte, internationale Zusammenarbeit, Antidiskriminierung, Bildung, Teilhabe, Vielfalt, interkulturelles Lernen, Umweltschutz, Nachwuchsförderung, Förderung von Engagement und demokratisches Handeln. Nicht zuletzt leisten die dsj und ihre Mitgliedsorganisationen  durch die Kinder-und Jugendarbeit im Sport einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung der Interessensvertretung der jungen Generation im politischen Diskurs.

Die dsj plant folgende Maßnahmen
1. Initiierung von Projekten und Veranstaltungen unter dem Aspekt von BNE.
2. Weiterentwicklung von Bildungslandschaften und das Einbringen von weiteren Akteuren, z.B. über die Positionierung als Bildungspartner, Vernetzung mit vorhandenen Strukturen, z.B. über die Mitarbeit in der Nationalen Plattform BNE oder Kooperationen mit der NAJU.
3. Schaffung von Angeboten zur Schulung von Multiplikator/-innen. Etablierung und Weiterentwicklung eines Juniorbotschafter/-innensystems BNE.
4. Definition und Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen, z.B. über die Etablierung eines Selbstchecks BNE.
5. Einbindung von Entscheidungsträger/-innen über die Sensibilisierung für das Thema BNE auf allen Ebenen.