Bildungsprogramm der YOG vermittelt chinesische Kultur

Eines von acht Hauptzielen der Olympischen Jugendspiele ist es, andere Kulturen kennen zu lernen und mehr Verständnis für einander zu entwickeln. Die 48 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des dsj academy camps erleben tagtäglich eine Vielzahl solcher kultureller Erfahrungen und stellen sich diesen aktiv. So nahmen sie am offiziellen Kultur- und Bildungsprogramm der Olympischen Jugendspiele teil. Dabei lernten die Jugendlichen zum Beispiel wie nach altem Brauch die Steine für die jahrhundertealte Stadtmauer in Nanjing hergestellt wurden und setzten dies gleich praktisch um. Des Weiteren konnten die Camp-Teilnehmenden verschiedene handwerkliche Techniken erlernen und bastelten so kleine Souvenirs, die sie mit nach Hause nehmen konnten.

Die Kultur eines Landes ist immer auch durch seine Historie geprägt, so dass sich die Jugendlichen es sich nicht nehmen ließen, die Nanjing Massacre Memorial Hall zu besuchen. In einer Mischung aus Gedenkstätte und Museum wurde zum einen der 300.000 Opfer des Angriffs der Japaner auf die Stadt 1937 gedacht und zum anderen anhand einer Vielzahl von Abbildungen und Gegenständen das zeitliche Geschehen und das Leid der Betroffenen dargestellt. Gewürdigt wurde in diesem Zusammenhang auch, dass der deutsche Kaufmann John Rabe während der Besetzung durch die Japaner 200.000 Chinesen das Leben gerettet hat. Nach dem Besuch des Museums wurden die vielen Eindrücke der Jugendlichen noch einmal in einer Reflexionsrunde thematisiert. So wunderten sich die Teilnehmenden u.a. sehr darüber, dass die Chinesen an einem so denkwürdigen Ort laut telefonierten, Musik hörten und durch das Personal angesichts der vielen Besucher zu einem schnelleren Durchgehen aufgefordert wurden. Des Weiteren gab es aber auch Fragen zu den zeitgeschichtlichen Hintergründen des Angriffs sowie Diskussionsbedarf, inwiefern eine zu einseitige Darstellung der Ereignisse gegeben war. Teilnehmer Tim Pischkowski kam zu dem Fazit: „Die Chinesen scheinen eine ganz andere Trauerkultur zu haben als wir Deutsche.“


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