EU-Projekt zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport

Die Deutsche Sportjugend (dsj) ist gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund Bundesverband e.V. nationaler Partner der Deutschen Sporthochschule Köln im Projekt VOICE. Das EU-Projekt mit dem Titel „Voices for truth and dignity - Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Europäischen Sport durch die Stimmen der Betroffenen“ (kurz: VOICE genannt) hat sich zum Ziel gesetzt, sexualisierte Gewalt im gemeinnützig organisierten Sport aus der Sicht von Betroffenen aufzuarbeiten.




Nähere Informationen im Flyer oder unter: www.voicesfortruthanddignity.eu

Aufruf zur Teilnahme:

Wir bitten um die Unterstützung Betroffener von sexualisierter Gewalt im Sport!

Wenn Sie sexuelle Belästigungen oder Übergriffe im Sport erlebt haben, und bereit sind, über Ihre Erfahrungen zu berichten, nehmen Sie bitte Kontakt zur Deutschen Sporthochschule auf. Wenn Sie Personen kennen, die sexualisierte Gewalt im Sport erlebt haben, informieren Sie diese bitte über das Projekt und die Möglichkeit, daran teilzunehmen.

Das Sprechen über Gewalterfahrungen kann eine große Herausforderung und ggfs. sogar Belastung sein. Die Deutsche Sporthochschule Köln versichert allen Teilnehmer/innen einen geschützten Rahmen mit einem fachlich geschulten Team, Vertraulichkeit und Anonymität. Die Teilnahme geschieht auf freiwilliger Basis und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Konsequenzen wieder abgebrochen werden.
Im Projekt VOICE werden unter „sexualisierter Gewalt“ verschiedene Formen verstanden. Dazu zählen sexuelle Belästigungen und Übergriffe mit und ohne Körperkontakt, verbal oder non-verbal, gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sowie homophobe Gewalt.

Wenn Sie daran teilnehmen möchten, kontaktieren Sie bitte:
Dr. Bettina Rulofs/ Gitta Axmann Deutsche Sporthochschule,
Institut für Soziologie und Genderforschung
Email: voice@dshs-koeln.de Fon: +49 221 4982-7230

Ablauf

1. Interviewstudie
Die Teilnehmer/innen berichten ihre Erfahrungen in einem Interview. Die Interviews werden in einem vertraulichen Rahmen und mit maximal zwei erfahrenen Interviewerinnen geführt. Die Teilnehmer/innen entscheiden selber, was und wie sie erzählen und wen sie ggf. dabei haben möchten. Das Interview wird aufgezeichnet, anonymisiert und mit Zustimmung der Beteiligten für den wissenschaftlichen Bericht verwendet.

2. Hearing
Im weiteren Verlauf des Projektes besteht die Möglichkeit, persönlich oder auch in schriftlicher Form an einem Hearing teilzunehmen, um die Berichte von Betroffenen vorzustellen, sie anzuhören und Verantwortliche in Sportorganisationen und Sportpolitik für das Thema zu sensibilisieren. Das Hearing wird nicht öffentlich sein, sondern mit ausgewählten Personen von Opferschutz- und Sportorganisationen stattfinden. Die teilnehmenden Personen behandeln alle Aussagen vertraulich und haben ein Interesse daran, die Berichte zu hören, um daraus zu lernen und Schutzkonzepte im Sport weiterzuentwickeln.

Das VOICE-Projekt wird von der EU im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert und setzt sich zum Ziel, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt im gemeinnützig organisierten Sport eine Stimme zu geben. 
Dazu arbeiten Universitätspartner, nationale Sportverbände und unabhängige Opferschutzorganisationen in acht europäischen Land zusammen.  Das Ziel des zweieinhalbjährigen Projektes ist die Entwicklung von Empfehlungen und Informationsmaterialien, die europaweit zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport genutzt werden können.

Die dsj, die die Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport federführend für den DOSB bearbeitet, unterstützt das Projekt in der Kommunikation in die Strukturen des organisierten Sports und bei der Planung eines sogenannten „Hearings“. Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. ist aufgrund seiner Expertise in der Beratung und Begleitung von Betroffenen ein bedeutsamer Partner. Er moderiert das „Hearing“ in Deutschland und gewährleistet so ein systematisches und geschütztes Setting, in dem die Berichte von Betroffenen gehört und aufgearbeitet werden können. 

Dr. Bettina Rulofs und Gitta Axmann vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule sind für die Koordination und Gesamtleitung des Projektes zuständig. Sie werden eng begleitet durch eine Steuerungsgruppe bestehend aus Wissenschaftler/-innen und Opferschützer/-innen. Mitglied dieser Steuerungsgruppe ist auch die frühere Olympiateilnehmerin, Gloria Viseras, die vor einigen Jahren öffentlich machte, dass sie als Kind jahrelang von ihrem Trainer sexuell missbraucht wurde.  

Kontakt Projektkoordination:
Dr. Bettina Rulofs, Gitta Axmann
rulofs@dshs-koeln.de; g.axmann@dshs-koeln.de
Tel: 0221-4982-7230 

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