Entwicklungszusammenarbeit durch Sport

Die Zeiten der klassischen Entwicklungshilfe sind vorbei. Aus Geben und Nehmen wird voneinander lernen, aus einseitiger Abhängigkeit wird ein Miteinander, aus Bürgern zweier Klassen werden Weltbürger. Sport hat dabei gewaltige Potenziale. Sport setzt - wie kaum eine andere Aktivität - Kräfte und Energien frei. Über sprachliche und kulturelle Barrieren, Bildungs-, Alters- und Geschlechterunterschiede hinweg vermag er Menschen anzusprechen und Gemeinschaft zu fördern. Sport schafft Möglichkeiten, auf anschauliche Art und Weise Kompetenzen zu vermitteln, Differenzen zu überwinden und Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln.

Sportvereine stellen einen wichtigen Lernort für Kinder und Jugendliche dar, in dem sie ihre Persönlichkeit entwickeln und zu mündigen Menschen mit demokratischem Wertebewusstsein heranwachsen können. Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement, Teamgeist, Fairplay, Zielstrebigkeit, Körper- und Umweltbewusstsein – dies sind einige der Werte, die im Sport von großer Bedeutung sind, optimal mit dem Sport verbunden werden können und auch in der Entwicklungszusammenarbeit wiederzufinden sind.

Die Kraft des Sports wird auch von vielen internationalen Organisationen erkannt und in ihren Bei-trag zur internationalen Zusammenarbeit integriert. So ist Sport unter anderem als Grundrecht in der Internationalen Charta für Leibeserziehung und Sport der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO, Artikel 1) und in der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 31) aufgeführt. Zwischen dem DOSB und dem BMZ besteht eine enge Partnerschaft, die 2017 in Form eines MoUs gefestigt wurde. Der DOSB und die dsj setzen sich in vielfältigen Projekten sowohl für die internationale Entwicklung des Sports als auch zur Entwicklung durch Sport ein.

Seit 1967 engagiert sich die dsj im Kontext der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit in unter-schiedlichen Feldern, wie z.B. der Aus- und Fortbildung von Jugendleiter/-innen im Sport, einzelnen Projekten, wie dem Aufbau einer Fahrradwerkstatt oder der Organisation von Fachkräfteaustauschen. Heute ist die Entwicklungszusammenarbeit fester Bestandteil der Internationalen Jugendarbeit im Sport und fokussiert sich besonders auf die Möglichkeiten, als non-formaler Bildungsträger die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu stärken und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die dsj ist Strategischer Partner des BMZ im Programm weltwärts-Begegnungen. Mit den Formaten weltwärts-Freiwilligendienst und weltwärts-Begegnungen im Sport  gibt es zwei Programme, die zum Perspektivwechsel anregen, Engagement fördern und global eine gemeinsame Zukunftsvision entwickeln.

Sport sollte jedoch nicht per se als Allheilmittel dargestellt werden. Falsch eingesetzt oder unbedacht angeleitet, kann er ausgrenzend wirken, Geschlechterunterschiede hervorheben und Konflikte schüren. Rahmenbedingungen und eine pädagogisch-fachliche Anleitung sind daher von entscheidender Bedeutung für das Gelingen eines Sportprojektes. Die dsj unterstützt Projektleiter/innen und Trainer/innen  durch Weiterbildungsangebote Kompetenzen im Bereich der interkulturellen Kommunikation zu fördern und gemeinsam passende Rahmenbedingungen zu entwickeln.



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Sport für die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung