9 Fakten zum Jungen Engagement – Fakt 7: Engagementstruktur im gemeinnützig organisierten Kinder- und Jugendsport

21.03.2018

Rahmenbedingungen Jungen Engagements in neun Folgen

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft des Vereinssports in Deutschland! Sie sind die Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Vereinsvorstände von morgen. Deshalb macht die dsj mit der Reihe „9 Fakten zum Jungen Engagement“ auf die Rahmenbedingungen von freiwilligem Engagement junger Menschen im Sport aufmerksam.

Jan Holze, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend: „In den Sportvereinen engagieren sich viele junge Menschen und leisten gemeinsam mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft. Sie lernen miteinander und übernehmen Verantwortung, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Bildung. Jedoch gestaltet sich der Schritt in ein ehrenamtliches Engagement  für junge Menschen mit Migrationshintergrund oder einer Bildungsbenachteiligung oft schwieriger als für andere. Deswegen ist es wichtig, weiterhin durch gezielte Maßnahmen und Konzepte das Junge Engagement und die Vielfalt im Kinder- und Jugendsport zu fördern. Dafür benötigen wir die Unterstützung der Politik, denn Sportvereine bieten jungen Menschen nicht nur einen Zugang zum Sport, sondern ermöglichen ihnen Teil eines sozialen Netzwerks zu sein.“

Fakt 7: „Engagementstruktur im gemeinnützig organisierten Kinder- und Jugendsport“

Geschlecht: 
Unter den ehrenamtlich Engagierten sind durchschnittlich 71,3% männlich und 29,7% weiblich.

Bildung:
Der Anteil der engagierten Jugendlichen von 14-24 Jahren mit einem hohen Bildungsniveau (mindestens eine Hochschulzugangsberechtigung) liegt bei 60%. Wohingegen bei den jungen Engagierten mit einem niedrigen Bildungsniveau (maximal Hauptschulabschluss) der Anteil nur bei 5,7% liegt.

Migration: Menschen mit Migrationshintergrund engagieren sich in ähnlicher Zahl wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Jedoch trifft dies nicht auf alle Personen mit Migrationshintergrund zu. Hier muss unterschieden werden, ob die Engagierten selbst oder ihre Eltern eingewandert sind. Junge Menschen, die selbst eine Migrationserfahrung haben, engagieren sich oft zu geringerem Anteil, als junge Menschen ohne eigenen Migrationshintergrund.

Um allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu einem ehrenamtlichen Engagement im gemeinnützig organisierten Sport zu ermöglichen, sind zukünftig weitere Maßnahmen notwendig. Die Öffnung der Organisationsstruktur sowie die Anpassung von Qualifizierungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit erschwerten Zugangsbedingungen ist dabei ein entscheidender Schritt. Hierfür ist eine Sensibilisierung und Qualifizierung der Multiplikator/innen der Kinder- und Jugendarbeit eine entscheidende Grundvoraussetzung.

Deshalb lautet der Appell der Deutschen Sportjugend (dsj) an die Politik:

Junges Engagement in der Jugendverbandsarbeit im Sport langfristig und nachhaltig fördern!

Der dsj-Vorstand hat dazu ein Positionspapier beschlossen und fordert, Engagementförderung durch Jugendverbände im Sport zu verstetigen:

Positionspapier der Deutschen Sportjugend zum Thema "Engagementförderung"

Quellen:
Braun (2017): Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement im Sport im Spiegel der Freiwilligensurveys von 1999 bis 2009 - Zusammenfassung der sportbezogenen Sonderauswertungen (2. Aufl.). 

Breuer, Christoph (2017): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. 

Schmidt W., Neuber N., Rauschenbach T., Brandl-Bredenbeck H., Süßenbach J. & Breuer C. (2015) Dritter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht. Kinder- und Jugendsport im Umbruch. Schorndorf 2015: Hofmann Verlag.


Engagementstruktur (Foto: dsj)

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