Wie gehe ich an, was alle angeht?

26.06.2018

Neue Handlungsempfehlungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport von dsj veröffentlicht

Dass Kinder und Jugendliche in den rund 90.000 Sportvereinen in Deutschland gut aufwachsen und den notwendigen Schutz erfahren sollen, ist ein Anliegen, das wohl alle Engagierten in Sportdeutschland unterzeichnen würden. Wenn es dann aber im Detail darum geht, gezielte Präventionsarbeit zu leisten und Schutzkonzepte zu implementieren, sind Vereine und Verbände oft überfordert. Es fehlen finanzielle und zeitliche Ressourcen, Fachwissen sowie ausreichend Beratungsstellen, insbesondere in ländlichen Regionen.

Klar ist, keine Prävention ist keine Lösung. Zu viele Berichte von Betroffenen, die sexualisierte Gewalt durch Vertrauenspersonen in ihrem Sportverein oder -verband erfahren mussten, liegen national und international vor. Das europäische Projekt VOICE hat ihnen eine Stimme gegeben, die aktuell weltweit Gehör findet. Auch beim Internationalen Olympischen Commitee (IOC) steht das Thema im Jahr 2018 ganz oben auf der Agenda.

„Es ist und bleibt unser Anliegen, alles Mögliche dafür zu tun, damit alle Kinder, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen in den Sportvereinen keine Form von Gewalt – sei sie physischer, emotionaler oder sexualisierter Art – erfahren.“, sagt Jan Holze, Vorsitzender der dsj. „Eine gelingende Präventionsarbeit zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport können wir nur gemeinsam in einem starken Netzwerk und durch Etablierung einer Kultur des Respekts und der Aufmerksamkeit gestalten.“

Ein starkes Netzwerk war auch der Verbund im Forschungsprojekt »Safe Sport«.  Die Deutsche Sporthochschule Köln, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm und die Deutsche Sportjugend konnten in der gemeinsamen Studie zeigen, dass die Mitgliedsorganisationen des DOSB mit ihren Sportjugenden schon viel bewegt haben, um Formen sexualisierter Gewalt im Sport möglichst zu verhindern. Aber es zeigte sich auch weiterer Handlungsbedarf bei insbesondere Spitzenverbänden, Sportinternaten und Sportvereinen.Die nun veröffentlichten »Safe Sport«-Handlungsempfehlungen sollen den gemeinnützigen, organisierten Sport darin bestärken, sich weiterhin gezielt für den Schutz von jungen Menschen einzusetzen. Sie sind eine wertvolle Arbeitshilfe zur Organisationsentwicklung im Themenfeld und wenden sich an: Sportvereine, Landessportbünde, Spitzenverbände,  Verbände mit besonderen Aufgaben sowie das Verbundsystem Nachwuchsleistungssport. Download unter: https://www.dsj.de/index.php?id=642

Die Handlungsempfehlungen basieren auf den quantitativen sowie qualitativen Befragungen verschiedener Sportorganisationen im Projekt »Safe Sport« (2014-2017). Sie sind beim gleichnamigen Abschlussforum vom 26.-27. Oktober 2018 in Neubrandenburg mit Vertreter/innen des gemeinnützigen, organisierten Sports diskutiert und weiter entwickelt worden. Es werden vor allem die förderlichen Bedingungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beschrieben.


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