Richtlinien und Qualitätsstandards zur Prävention sexualisierter Gewalt

Das Stufenmodell für die dsj und ihre Mitgliedsorganisationen

Das dsj-Stufenmodell beschreibt die Mindeststandards zur Prävention von sexualisierter Gewalt für die dsj und ihre Mitgliedsorganisationen. Die Umsetzung ist eine notwendige Voraussetzung für die Weiterleitung von Zuwendungen durch die dsj ab dem Jahr 2019.

Grundlagen Literatur für Verbände:
-
dsj-Orientierungshilfe für rechtliche Fragen
- Die »Safe Sport«-Handlungsempfehlungen für Landessportbünde, für Spitzenverbände und für Verbände mit besonderen Aufgaben.
- Handlungsleitfaden für Fachverbände des LSB NRW

Die dsj empfiehlt ihren Mitgliedsorganisationen ebenso den Stand der Umsetzung von Mindeststandards an Präventionsmaßnahmen in deren Untergliederungen zu betrachten und systematisch zu begleiten. Für die Jugendorganisationen der Spitzenverbände und SvmbA ist hierzu ein enger Austausch mit den jeweiligen Landessportjugenden wichtig.

(*= Diese Maßnahme ist von Beschlüssen des Gesamtverbands abhängig. Die Nichterfüllung dieser Maßnahme bzw. eines Teils der Maßnahme kann daher kein alleiniges Kriterium sein, um keine Zuwendungen zu bekommen.)

PotAS Unterattribut 12.4 - Prävention von Belästigung und Missbrauch

Die Prävention von Belästigung und Missbrauch ist darüber hinaus im Unterattribut 12.4 in PotAS (Potentialanalysesystem) zu finden und damit ein Baustein zur Bewertung der perspektivischen Leistungserbringung von Spitzenverbänden. Zur Erstellung eines Präventionskonzeptes wurde ein Leitfaden zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus können die folgenden Arbeitshilfen zum Stufenmodell genutzt werden.

A Positionierung und Verankerung

Es wurde ein Beschluss für ein Präventionskonzept /eine Erklärung /eine Resolution zur „Prävention von sexualisierter Gewalt“ durch die Verbandsführung verabschiedet.
(Es gilt ein Beschluss der Jugendorganisation und/oder des Gesamtverbands.)

Arbeitshilfen:
- Leitfaden zur Erstellung eines Präventionskonzepts
- dsj-Orientierungshilfe für rechtliche Fragen
- Handlungsleitfaden für Fachverbände des LSB NRW


Was ist ein Präventionskonzept?

Präventions- oder auch Schutzkonzepte zur Prävention und Intervention sind ein Zusammenspiel aus Analyse, strukturellen Veränderungen, Vereinbarungen und Absprachen sowie Haltung und Kultur einer Organisation. Ein individuelles Konzept des Sportverbands sollte zum einen gezielte Maßnahmen umfassen, zum anderen das Ziel der Schaffung eines Aufmerksamkeitssystems verfolgen.

Das Präventionskonzept kann z.B. auch anhand des Stufenmodells erstellt werden, indem zu jeder der Maßnahmen beschrieben wird, wie diese im Detail im Verband umgesetzt werden. Sind Maßnahmen noch in Planung sollte der Beschluss den Zeitplan zur Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen umfassen. Ein Präventionskonzept sollte fortwährend überprüft und weiterentwickelt werden.

B Ansprechpartner/innen

Es wurde per Beschluss der Verbandsführung eine Person als Ansprechpartner/in für das Themenfeld benannt.
(Es gilt ein Beschluss der Jugendorganisation und/oder des Gesamtverbands)
Die Kontaktdaten des/der Ansprechpartner/in sind auf der Verbandshomepage veröffentlicht.

Arbeitshilfen:
- dsj-Handlungsleitfaden für Ansprechpartner/innen

C Eignung von Mitarbeiter/innen

Die haupt-, nebenberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Verbands, die im Kinder- und Jugendsport tätig sind, haben eine Selbstverpflichtungserklärung (z.B. Ehrenkodex) unterzeichnet.

Bei haupt-, nebenberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die im Auftrag des Verbands Kinder und Jugendliche betreuen, wird gemäß §72a Abs. 2 u. 4 SGB VIII verfahren.

Arbeitshilfen:
- dsj/DOSB-Ehrenkodex
- Erläuterungen zum erweiterten Führungszeugnis

D Qualifizierung des eigenen Verbandspersonals

Die haupt-, nebenberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Verbands, die Kinder und Jugendliche in verbandseigenen Maßnahmen betreuen, werden im Themenfeld qualifiziert.

Arbeitshilfen:
- Ergebnisbericht »Safe Sport« (15.11.2016)
- »Safe Sport« PowerPoint-Präsentation für die Praxis (2017)
- dsj-Qualifizierungsmodul (Stand: Feb 2015)

E Satzung* & Ordnungen

Die Jugendordnung und die Satzung* enthält jeweils eine Passage, in der sich der Verband gegen jede Form von (sexualisierter) Gewalt ausspricht.

Arbeitshilfen:
- dsj-Orientierungshilfe für rechtliche Fragen
- Vortrag: Sportgerichtliche Verfahren bei sexualisierter Gewalt im Sport (Prof. Jan F. Orth)

F Lizenzerwerb*

Die Inhalte zur geschlechter-, alters- und zielgruppengerechten Prävention von sexualisierter Gewalt sind in die Ausbildungskonzeptionen des Verbandes, entsprechend den DOSB-Rahmenrichtlinien, integriert.

Es wird sichergestellt, dass mit der Vergabe neuer Lizenzen und bei der Verlängerung von Lizenzen eine Selbstverpflichtung (z.B. Ehrenkodex) unterschrieben wird.

Arbeitshilfen:
- Informationen für die Aus- und Fortbildung im Bereich des Deutschen Olympischen Sportbundes

G Lizenzentzug*

Es gibt Regelungen für die Bedingungen zum Entzug von Lizenzen für Übungs- und Jugendleiter/innen, Trainer/innen sowie Kampfrichter- und Schiedsrichter/innen auf der Grundlage der DOSB-Rahmenrichtlinien.

Arbeitshilfen:

siehe "E Satzung und Ordnungen"

H Interventionsleitfaden

Es sind Standards für die Gestaltung des Krisenmanagements bei Vorfällen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt festgelegt.

Arbeitshilfen:

Bei Verdachtsfällen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt ist es erforderlich, schnell, systematisch und abgestimmt zu handeln. Deshalb ist es erforderlich, Standards für die Gestaltung des Krisenmanagements festzulegen, die zu den Strukturen im eigenen Verband passen.

Zur Intervention zählen alle Maßnahmen, die geeignet sind, Vorfälle von sexualisierter Gewalt zu beenden, die Betroffenen zu schützen und die Aufarbeitung zu initiieren. Dazu gehört im Kern, Beschwerden einzuschätzen, zu bewerten und auf dieser Grundlage geeignete Maßnahmen einzuleiten.

I Beschwerdemanagement

Es sind interne und externe Anlaufstellen für Betroffene benannt und diese werden an die Teilnehmenden von verbandseigenen Maßnahmen kommuniziert.

Bei verbandseigenen Maßnahmen werden anonymisierte Evaluationen zum Wohlbefinden der Teilnehmenden durchgeführt.

Arbeitshilfen:

- Externe Beratungsstellen
- Erläuterung zum Fragebogen zur Evaluation des Wohlbefindens
- Fragebogen zur Evaluation des Wohlbefindens

J Risikoanalyse

Es liegt eine Risikoanalyse vor, die die sportart- bzw. organisationsspezifischen Bedingungen beschreibt, die die Ausübung von sexualisierter Gewalt begünstigen könnten.

Arbeitshilfen:

folgt...

K Verhaltensregeln

Basierend auf der Risikoanalyse sind Verhaltensregeln für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickelt worden.

Arbeitshilfen:

folgt...


Seite drucken