EU-Projekt zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport

Die Deutsche Sportjugend (dsj) war von 2015-2018 gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund Bundesverband e.V. nationaler Partner der Deutschen Sporthochschule Köln im Projekt VOICE. Das EU-Projekt mit dem Titel „Voices for truth and dignity - Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Europäischen Sport durch die Stimmen der Betroffenen“ (kurz: VOICE genannt) hatte sich zum Ziel gesetzt, sexualisierte Gewalt im gemeinnützig organisierten Sport aus der Sicht von Betroffenen aufzuarbeiten.
 

Filme und Arbeitshilfen aus dem VOICE-Projekt sowie nähere Informationen unter: http://voicesfortruthanddignity.eu/resources/ 

Anleitung zum Download der Filme und Arbeitshilfen: Auf der Homepage klicken Sie sich ganz bis nach unten, bis zur Überschrift ‚Educational resources‘ - und klicken ganz unten auf den Button: 'Access resources'. Dann müssen Sie sich einmalig anmelden. Sie erhalten einen Zugang zu der Plattform, den Sie dann immer wieder nutzen können.

Projektbeschreibung

1. Interviewstudie
Die Teilnehmer*innen berichteten ihre Erfahrungen in einem Interview. Die Interviews wurden in einem vertraulichen Rahmen und mit maximal zwei erfahrenen Interviewerinnen geführt. Die Teilnehmer*innen entscheiden selber, was und wie sie erzählen und wen sie ggf. dabei haben möchten. Das Interview wurde aufgezeichnet, anonymisiert und mit Zustimmung der Beteiligten für den wissenschaftlichen Bericht verwendet.

2. Hearing
Im weiteren Verlauf des Projektes bestand die Möglichkeit, persönlich oder auch in schriftlicher Form an einem Hearing teilzunehmen, um die Berichte von Betroffenen vorzustellen, sie anzuhören und Verantwortliche in Sportorganisationen und Sportpolitik für das Thema zu sensibilisieren. Das Hearing hat am 24. Juni 2017 in Frankfurt am Main nicht öffentlich mit ausgewählten Personen von Opferschutz- und Sportorganisationen statt gefunden. 

Das VOICE-Projekt wurde von der EU im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert und setzte sich zum Ziel, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt im gemeinnützig organisierten Sport eine Stimme zu geben. Dazu arbeiteten Universitätspartner, nationale Sportverbände und unabhängige Opferschutzorganisationen in acht europäischen Land zusammen.  Das Ziel des zweieinhalbjährigen Projektes ist die Entwicklung von Empfehlungen und Informationsmaterialien, die europaweit zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Sport genutzt werden können.

Prof. Dr. Bettina Rulofs (heute: Bergische Universität Wuppertal) und Gitta Axmann vom Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule waren für die Koordination und Gesamtleitung des Projektes zuständig. Sie wurden eng begleitet durch eine Steuerungsgruppe bestehend aus Wissenschaftler*innen und Opferschützer*innen. Mitglied dieser Steuerungsgruppe war auch die frühere Olympiateilnehmerin, Gloria Viseras, die vor einigen Jahren öffentlich machte, dass sie als Kind jahrelang von ihrem Trainer sexuell missbraucht wurde.  

Kontakt Projektkoordination:
Prof. Dr. Bettina Rulofs, Gitta Axmann
rulofs@uni-wuppertal.de; g.axmann@dshs-koeln.de 


Seite drucken