9 Fakten zum Jungen Engagement – Fakt 5: Wandel des Sports

07.03.2018

Rahmenbedingungen Jungen Engagements in neun Folgen

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft des Vereinssports in Deutschland! Sie sind die Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Vereinsvorstände von morgen. Deshalb macht die dsj mit der Reihe „9 Fakten zum Jungen Engagement“ auf die Rahmenbedingungen von freiwilligem Engagement junger Menschen im Sport aufmerksam.
Jan Holze, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend: „Kinder und Jugendliche sind nach wie vor die wichtigste Zielgruppe der Sportvereine in Deutschland.  Allerdings verändert sich die Bewegungs- und Sportlandschaft zunehmend hin zu kommerziellen oder selbstorganisierten Sportgruppen. Deshalb müssen wir die große Bedeutung der ehrenamtlich organisierten Sportvereine gerade jungen Menschen verdeutlichen und dazu müssen wir ihnen Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Nur dann werden die Sportvereine auch zukünftig ein Ort der sozialen Integration und Interaktion für unsere Gesellschaft sein. Das ist wichtig, denn Geselligkeit, gemeinschaftliche Angebote und freiwilliges Engagement im Sportverein erfüllen wichtige soziale Funktionen. Damit die gemeinnützigen Sportvereine diese Rolle auch in der Zukunft übernehmen können, müssen wir das freiwillige Engagement junger Menschen langfristig und nachhaltig fördern. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Politik.“

Fakt 5: „Wandel des Sports“

Das Sportangebot wird immer vielfältiger. Verschiedene Studien belegen, dass der Anteil der Jugendlichen, die kommerzielle Sportangebote nutzen, kontinuierlich steigt. 2016 sind beispielsweise 43% der 18-29-jährigen Mitglied in einem Fitnessstudio. Auch etwa 10% der sportaktiven 17-Jährigen nehmen als wichtigste Sportart ein kommerzielles Angebot wahr.
Des Weiteren findet neben der Kommerzialisierung der Sportangebote ebenfalls eine zunehmende  Ausdifferenzierung der angebotenen Sportarten statt. Beispielsweise etablieren sich Trendsportarten wie Parkour/Freerunning oder BMX und werden zu einem festen Bestandteil der Jugendbewegungskultur.
In Folge der wachsenden Flexibiliätsansprüche in der heutigen Leistungsgesellschaft treiben außerdem immer mehr Kinder und Jugendliche selbstorganisiert Sport: 26,5% der 14-17-Jährigen und 36,5% der 18-24-Jährigen treiben ausschließlich selbstorganisiert Sport.

Sportvereine bieten im Gegensatz zu kommerziellen Sportanbietern auch außersportliche Aktivitäten an und stellen somit Orte des sozialen Miteinanders dar, in denen junge Menschen „ihren“ Sportverein selbst mitgestalten können. Sie können mit der Teilnahme an Freizeitaktivitäten oder eigenem freiwilligen Engagement ihre Interessen einbringen und ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.

Deshalb lautet der Appell der Deutschen Sportjugend (dsj) an die Politik:

Junges Engagement in der Jugendverbandsarbeit im Sport langfristig und nachhaltig fördern!

Der dsj-Vorstand hat dazu ein Positionspapier beschlossen und fordert, Engagementförderung durch Jugendverbände im Sport zu verstetigen:

Positionspapier der Deutschen Sportjugend zum Thema "Engagementförderung"

Quellen:
Schmidt W., Neuber N., Rauschenbach T., Brandl-Bredenbeck H., Süßenbach J. & Breuer C. (2015) Dritter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht. Kinder- und Jugendsport im Umbruch.
Schorndorf 2015: Hofmann Verlag.
Statista (2018): Umfrage zu Mitgliedern von Fitnessstudios in Deutschland (Zugriff am 21.02.2018)


Wandel des Sports (Foto:dsj)

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