Bildungs-, Gesundheits-, Sport- und Wissenschaftssystem für starken Kinder- und Jugendsport vernetzen

10.11.2021

dsj begrüßt Beschluss der Sportministerkonferenz

Der im April 2021 veröffentlichte 4. Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht „Gesundheit, Leistung und Gesellschaft“ ist eine Sammlung von sportwissenschaftlichen Publikationen mit besonderen Bezügen zum Kinder- und Jugendsport. Er thematisierte unter anderem den Bewegungsmangel von Kinder- und Jugendlichen. Noch verstärkt durch den Lockdown ging die tägliche Bewegungszeit weiter zurück. Dies hatte und hat weiter Auswirkungen auf die physische, psychische und soziale Gesundheit aller Kinder- und Jugendlichen. Viele weitere Befunde, wie z. B. zu Sport und sozialer Teilhabe, sind nicht neu, bestätigen aber das notwendige Engagement von Bund, Ländern, Kommunen und Sportverbänden. Der gemeinnützig organisierte Kinder- und Jugendsport allein kann das Problem eines zunehmenden Bewegungsmangels nicht lösen. Er kann nur gute eigene Rahmenbedingungen, attraktive Angebote und niedrigschwellige Zugänge schaffen.  

Die im Bericht aufgezeigten Probleme zeigen, dass unabhängig vom organisierten Sport und seinen Angeboten, Bund, Länder und Kommunen Rahmenbedingungen des allgemeinen (gesunden) Aufwachsens so gestalten sollten, dass in der Lebenswelt von Kindern Bewegung immer eingeplant ist. Sektorübergreifende Ansätze müssen weiter gestärkt werden. Der Kinder- und Jugendsportbericht hat deshalb die Bildung eines Gremiums mit Vertreter*innen aus der Sportministerkonferenz, der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz, der Sportjugenden bzw. Sportbünde und der Sportwissenschaft empfohlen, das mit den Adressat*innen in einen engen und zielgerichteten Austausch tritt. 

Die Deutsche Sportjugend begrüßt den nun am 4. November gefassten Beschluss der 45. Konferenz der Sportminister*innen der Länder zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Vertreter*innen  

  • der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz,  
  • der Jugend- und Familienministerkonferenz,  
  • der Gesundheitsministerkonferenz,  
  • der Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund,  
  • den Sportjugenden in den Landessportbünden,  
  • der Sportwissenschaften und  
  • der Kommunalen Spitzenverbände. 

Die Sportreferentenkonferenz wird im Beschluss außerdem gebeten, Vorschläge zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Entwicklung der Ganztagsschulen zu entwickeln. Diese sollen der Sportministerkonferenz im November 2022 zur Befassung vorgelegt werden. 
Die Deutsche Sportjugend steht für eine Mitwirkung in der Arbeitsgruppe zur Verfügung und empfiehlt für die Einbindung des dsj-Forschungsverbundes mit seinen sportwissenschaftlichen Expert*innen. 



Foto: Adobe / roostler

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