Bildungsangebote von „Zusammen1 - Für das, was uns verbindet!“

21.10.2021

Projekt von MAKKABI Deutschland e. V. seit April 2021 erfolgreich aktiv

Das gesamtgesellschaftliche Problem antisemitischer Grundhaltungen offenbart sich im „Brennglas Sport“ immer wieder in verbaler, visueller oder physischer Diskriminierung. Insbesondere im Kontext des Fußballs werden diskriminierende Verhaltensweisen teils widerspruchslos geduldet, gar nicht erst erkannt oder nicht an die vorhandenen Meldestellen übermittelt.

Das Modellprojekt „Zusammen1 – Für das, was uns verbindet”, unter der Trägerschaft von MAKKABI Deutschland e.V., wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert und in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland durchgeführt. Um nachhaltig gegen Antisemitismus im Sport vorzugehen, arbeitet Zusammen1 seit dem Jahr 2021 an der Umsetzung von drei Projektsäulen mit den Namen: Verstehen – Vermitteln – Verändern. Das „Verstehen“ beinhaltet empirische Sozialforschung, um das „Dunkelfeld“ Antisemitismus zu erhellen und sichtbar zu machen. Darauf aufbauend wird im Bereich „Vermitteln“ Problembewusstsein geschaffen und wirksame Handlungsoptionen aufgezeigt – durch Schulungen, (Online-)Kurse und vor allem pädagogischen Trainings auf dem Platz. Und schließlich werden im Kontext der Säule „Verändern“ strukturelle Defizite des organisierten Sports analysiert und wirksame Regelstrukturen entwickelt.

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021 der Amadeu Antonio Stiftung werden nun Online-Vorträge angeboten, die für alle Interessierten offenstehen. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Infos, auch zu anderen Bildungsangeboten von Zusammen1, und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Website von Zusammen1.


18. Oktober 2021, 19:00-20:00 Uhr
Fußball unterm gelben Stern – die „Ghetto-Liga“ in Theresienstadt
Referent: Dr. Stefan Zwicker

In der NS-Propaganda galt das Lager Theresienstadt, nördlich von Prag gelegen, als „jüdisches Siedlungsgebiet“. Tatsächlich war es aber eine Zwischenstation zur Deportation in die Vernichtungslager. Schwer vorstellbar, aber es gab dort, im „Wartesaal des Todes“, über zwei Jahre eine Fußballiga auf hohem Niveau und mit großen Zuschauer*innenzahlen. 


27. Oktober 2021, 19:00-20:00 Uhr
Vermittelter „Zivilisationsbruch“? Verfolgung, Erinnerung und Zeugenschaft in und nach der Shoah
Referent: Jérôme Buske

Der Vortrag thematisiert die nationalsozialistische Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung von Juden sowie deren individuelle Wahrnehmung davon zwischen den Jahren 1933 und 1945. Den immer wiederkehrenden Bezugspunkt bilden die Erinnerungszeugnisse der Holocaustüberlebenden Charlotte Delbo (Auschwitz und danach, Erstveröffentlichung, 1965), Primo Levi (Ist das ein Mensch, Erstveröffentlichung 1947), Jean Améry (Jenseits von Schuld und Sühne, Erstveröffentlichung, 1966), Otto Dov Kulka (Landschaften der Metropole des Todes, Erstveröffentlichung 2009), Hanna Lévy-Hass (Vielleicht war das alles erst der Anfang, Erstveröffentlichung 1979) und Anna Langfus (Salz und Schwefel, Erstveröffentlichung 1960).



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