BZgA unterstützt beim verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen

22.08.2019

Prävention exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung

Anlässlich der international größten Computerspiel-Messe Gamescom, die von heute an bis zum 24. August 2019 in Köln stattfindet, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Risiken exzessiver Nutzung von digitalen Spielen hingewiesen – ob am Rechner, der Konsole, dem Tablet oder am Smartphone. Zur Prävention exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung richte sich die BZgA mit www.ins-netz-gehen.de an Jugendliche ab zwölf Jahren, Eltern sowie an Lehrkräfte, heißt es in der folgenden Mitteilung der Bundesrentrale vom 15. August.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, sagte: „Daten der Repräsentativbefragung der BZgA zeigen, dass 5,8 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ein gestörtes Internet- oder Computerspielverhalten aufweisen. Insbesondere männliche Jugendliche werden durch Computerspiele dazu verleitet, lange und extensiv zu spielen. Gleichaltrige Mädchen weisen eher ein problematisches Nutzungsverhalten sozialer Netzwerke auf. Das Smartphone verführt dazu, ständig online sein zu wollen. Die Herausforderung für Eltern, Familien und Lehrkräfte ist es, Heranwachsende beim verantwortungsvollen Umgang mit Onlineangeboten zu unterstützen und dabei selbst ein gutes Vorbild zu sein.“

Nicht jede intensive Spielphase oder Mediennutzung im Leben von Jugendlichen deute direkt auf eine pathologische Entwicklung hin, heißt es in der Meldung weiter. Eltern, die sich um das exzessive Spiel- oder Online-Nutzungsverhalten ihrer Kinder sorgten, sollten daher zunächst die Gründe dafür herausfinden. Das Gespräch in der Familie sei dabei das Wichtigste. Beispielsweise könnten schulischer Stress, Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis sowie andere Probleme in der Schule oder Freizeit Gründe für exzessives Spiel- beziehungsweise Online-Verhalten sein. Aufmerksam sollten Eltern werden, wenn sie den Eindruck hätten, dass das digitale Spielen nicht mehr eigenständig kontrolliert werden könne und es zu Entzugserscheinungen komme, wenn nicht mehr gespielt werden könne. Diese könnten sich zum Beispiel in Unruhe und Nervosität, Rückzug, aggressivem Verhalten oder depressiven Verstimmungen äußern.

Die BZgA hat den Elternratgeber „Online sein mit Maß und Spaß“ als Anleitung zum Umgang mit digitalen Medien in der Familie herausgegeben, der Eltern vielfältige Informationen und Empfehlungen bietet. Außerdem offeriert die BZgA bei Problemen oder Fragen eine individuelle Eltern-beratung per E-Mail im Rahmen des BZgA-Präventionsprogramms „Ins Netz gehen“.

Auf der Internetseite www.ins-netz-gehen.de finden Jugendliche Informationen über den Reiz und die Risiken digitaler Spiele und sozialer Netzwerke. Mit dem Online-Selbsttest „Check dich selbst“ können sie herauszufinden, ob ihr Spiel- und Online-Verhalten adäquat ist.

Weitere Angebote der BzgA finden sich online unter www.bzga.de/infomaterialien.

Den Online-Selbsttest „Check dich selbst“ und das Online-Verhaltensänderungsprogramm „Das andere Leben“für Jugendliche gibt es unter www.ins-netz-gehen.de, Informationen für Eltern, Lehrkräfte und andere Multiplikator*innen www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de.


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