Der Sportbezug im Bundesjugendministerium

02.07.2020

Bundesministerin Dr. Giffey und die dsj im Sportausschuss des Bundestages

Mit einer Übersicht zu den Maßnahmen mit sportpolitischem Bezug im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat sich Bundesministerin Dr. Giffey am 1. Juli 2020 erstmals im Sportausschuss des Bundestags vorgestellt und die Fragen der Abgeordneten beantwortet. Hervorgehoben hat die Ministerin dabei die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend (dsj) in verschiedensten Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit im Sport. Dazu gehören die Demokratie- und die Engagementförderung, die Persönlichkeitsentwicklung durch Sport, die Gesundheitsförderung, die Vermittlung von Werten oder die Aktivitäten der Fanprojekte. Sie verdeutlichte, dass die wichtige Arbeit der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS), die bei der dsj angesiedelt ist, auch weiterhin gefördert werde und deren Finanzierung zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu sichern sei. 

Seitens der Deutschen Sportjugend waren zu diesem Termin der 1. Vorsitzende, Jan Holze, und die Geschäftsführerin, Christina Gassner, als Sachverständige eingeladen. In einem guten Austausch mit den Abgeordneten konnten zahlreiche Themen zur Sprache gebracht werden. „Junge Menschen für Engagement in Sportvereinen zu begeistern ist ein wichtiges Ziel der Deutschen Sportjugend. Dazu werden Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen über die dsj aus Mitteln des BMFSFJ gefördert. Die rund 4000 Freiwilligendienstleistenden in Sportvereinen und -verbänden leisten hierbei einen besonderen Beitrag.“, so bestärkten es die beiden Vertreter*innen der dsj in der Sportausschusssitzung und haben sich erneut dafür eingesetzt, dass die Idee des Jugendfreiwilligenjahres und der entsprechende Rechtsanspruch auf Förderung eines Platzes weiterverfolgt wird. 

Auch die Vereinspartnerschaften mit Schulen und Kitas, die im Kontext des Ganztagsschul- und Kitaausbaus weiter an Bedeutung gewinnen werden, waren ein großes Thema. Die Deutsche Sportjugend will sich in diesen Feldern weiter dafür einsetzen, dass Bewegungsräume und -zeit systematisch mitgedacht werden. Dazu gehört auch, dass sie mit den Lockerungen nach dem Corona-Shutdown gemeinsam mit dem DOSB die Wiederaufnahme von Sportunterricht in Schulen gefordert hat.  

Die dsj-Vertreter*innen gaben außerdem einen Einblick in die Aktivitäten der Prävention vor sexualisierter Gewalt und zur Idee des dsj-Stufenmodells, mit dem sich die Mitgliedsorganisation zur Erfüllung von Qualitätsstandards in der Präventionsarbeit selbst verpflichtet haben. Die dsj-Vertreter*innen wiederholten in Anwesenheit der Ministerin den dringenden Bedarf an Forschung mit Datenerhebung zu sexualisierter Gewalt und deren Prävention im Breitensport. Diese stellte eine erneute Prüfung in Aussicht.  

Für das Feld der internationalen Jugendarbeit hat die dsj die völkerverständigende Bedeutung von Jugendbegegnungen betont. Mehrere hundert dieser Maßnahmen werden jährlich über die dsj aus Mitteln des BMFSFJ gefördert und erfolgreich durchgeführt. An diesem ersten Juli, an dem Deutschland auch die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, nutzte Jan Holze aber auch den gegebenen Anlass um deutlich zu machen, dass die europäischen ERASMUS+-Sport- und Jugend-Förderprogramme kaum von Sportvereinen genutzt werden, weil die komplexe Antragstellung die hauptsächlich ehrenamtlichen Strukturen überfordert. 

Zudem wies die dsj im Zusammenhang mit den aktuellen Corona-Hilfspakten des Bundes darauf hin, dass es sinnvoll sei, die sogenannten Überbrückungshilfen für gemeinnützige Organisationen und Bildungsstätten bei Bedarf über August 2020 hinaus zu verlängern. 



Christina Gassner und Jan Holze im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, Foto: dsj

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