Deutsche Sportjugend fordert: Freiwilligenjahr statt Dienstpflicht

07.08.2018

Zufriedenheit und Bereitschaft zum Engagement sind groß

Über einhunderttausend größtenteils junge Menschen leisten auch in 2018 einen ganzjährigen Freiwilligendienst ab – das übersteigt die Zahl der Zivildienstleistenden im Jahr 2008, also vor zehn Jahren, sehr deutlich. Dabei kann die Motivation für einen Freiwilligendienst sehr unterschiedliche Gründe haben, ist aber immer getragen von Freiwilligkeit und dem Wunsch, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Die Freiwilligendienste sind beliebt und weisen eine sehr hohe Zufriedenheit und Weiterempfehlungsquote der Teilnehmenden aus. Im Bereich des Sports, wo mehr als dreitausend Freiwillige die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine unterstützen, sind die Zufriedenheit und die Bereitschaft zum Engagement besonders groß. Selbstachtung, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung, aber auch die gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung stehen im Zentrum des Dienstes. Ein Pflichtdienst, wie er derzeit politisch von mehreren Seiten gefordert wird, setzt hier ein ganz falsches Zeichen.

Für die Deutsche Sportjugend sind die eigene Motivation und die Freiwilligkeit grundlegendende Bausteine für ein nachhaltiges positives Erlebnis des Bildungs- und Orientierungsjahres. „Die Forderung nach einer allgemeinen Dienstpflicht beruht auf dem Wunsch nach Orten, an denen junge Menschen sich für das Allgemeinwohl engagieren, Gemeinsinn erfahren und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Wir haben diese Orte bereits – in den Freiwilligendiensten. Die mehr als dreitausend jungen Menschen, die Jahr für Jahr einen Freiwilligendienst in unseren Sportvereinen leisten, unterstützen die Kinder- und Jugendarbeit im Sport und fördern den Sozialraum, während sie Lizenzen erwerben und sich in Echtsituationen ausprobieren können“, betonte der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Jan Holze, in einer Stellungnahme am Dienstag. „Die Bundesmittel für die Freiwilligendienste im Sport müssten um 50% erhöht werden – dann könnten wir neue Plätze schaffen, um dem Bedarf von Freiwilligen und Einsatzstellen zu entsprechen, und die vorhandenen Plätze besser ausstatten.“

Die Deutsche Sportjugend spricht sich gemeinsam mit einer Vielzahl anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen und Verbände gegen eine Dienstpflicht und für eine Stärkung der Freiwilligendienste aus. Die Stellungnahme gibt es hier zum Download.


Im Bereich des Sports unterstützen mehr als dreitausend Freiwillige die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine / Foto: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

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