Deutschland fitmachen für Olympia - Kommentar

27.09.2017

Jan Holze zu einer möglichen neuen deutschen Olympia-Bewerbung

Jan Holze, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj), hat den folgenden Gastkommentar für die Schweriner Volkszeitung geschrieben. Der Text erschien dort in der vorigen Woche:

"Das Ergebnis war zu erwarten: Olympische Spiele 2024 in Paris, 2028 in Los Angeles. Kaum vergeben, flammen die Diskussionen um eine deutsche Bewerbung um das größte Multi-Sportevent der Welt wieder auf. Da ist die Rhein-Ruhr Olympic City Initiative nur die sichtbarste.

Um nicht falsch verstanden zu werden, Olympische Spiele in Deutschland wären wunderbar! Eine Bewerbung um Olympia sollte jedoch als langfristiger Prozess verstanden werden und nicht ausschließlich von Stadt- und Regionalentwicklung getrieben sein. Die Ausrichtung Olympischer Spiele ist eine nationale Aufgabe, vor deren Erfüllung relevante Fragen zu klären sind. Warum gelingt es nicht, für Kinder zeitnah einen Schwimmkurs zu finden? Warum wird Sportunterricht von fachfremden Lehrern unterrichtet? Wenn Ganztagsschule, warum ohne tägliches Bewegungsangebot? Warum gelingt es meinem Sportverein nicht, ehrenamtlichen Nachwuchs zur Organisation der Vereinsaktivitäten zu finden? Dies sind brennende Fragen, die es anzugehen gilt.

Damit sollte die Bewerbung um Olympische Spiele nicht am Anfang der Debatte stehen, sondern ist das Sahnehäubchen eines sport- und bewegungsfreundlichen Landes. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen.

Es gilt, Deutschland fit zu machen, auch für die Ausrichtung Olympischer Spiele. Die Sommerspiele 2032 werden - im derzeitigen Turnus - 2025 vergeben. Zeit genug!"


Jan Holze, Foto: dsj

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