Die Geschichte des Radballers Konrad Denk

Der Quartiermanager der Jugendevent-Schule: „Jungen Menschen eine schöne Zeit ermöglichen“

Die Jugendevent-Geschichte von Konrad Denk aus Straubing ist eine von vielen. Genauso ist sie eine ganz besondere: Da nimmt ein 55-jähriger Niederbayer eine Woche lang Urlaub, um in Berlin von fünf Uhr morgens bis spät in den Abend nach dem Rechten zu schauen. Beim dsj-Jugendevent ist Konrad Denk der Quartiermanager der „jugend.macht.sport!-Schule“ in Charlottenburg. Hier sind die rund 600 jungen Engagierten der Veranstaltung untergebracht. Die Schule heißt sonst Oberstufenzentrum Körperpflege, dort werden junge Menschen etwa als Fachangestellte für Bäderbetriebe oder als Friseurin oder Friseur ausbildet. Konrad Denk, der Radballer vom RSC München-Moosach, der aktuell um den Aufstieg in die zweite Liga spielt, ist im Hauptberuf amtlicher Fachassistent für Lebensmittelkontrolle und Hygiene im Landratsamt Straubingbogen – und ansonsten ein begeisterter Ehrenamtler. Vor allem die Entwicklung junger Menschen liegt ihm am Herzen, sagt er.

Denk ist Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend Niederbayern, er engagiert sich auch im Bezirk des Landessportverbands, im Bezirksjugendring, im Weißen Ring und für die SPD. Und er ist ein Fan von großen Events – da kommt der frühe Beruf raus: Denk war Logistikleiter. Das Organisieren liegt ihm im Blut. Stolz ist er, dass es im von ihm geführten Quartier bisher keine ernsten Zwischenfälle gab. Er hofft, dies wird sich in der letzten Nacht nicht ändern. Was ihm in seinem Wochenjob wichtig ist? Die Sauberkeit sei das A und O, will Konrad Denk notiert sehen. Und vor allem die Sicherheit seiner Schützlinge. „Das ist der wichtigste Faktor.“

„Ich möchte meine Erfahrung einbringen, um jungen Leuten eine schöne Zeit zu ermöglichen“, umschreibt Denk seine Motivation, via Mitfahrzentrale nach Berlin zu kommen und dem dsj-Jugendevent eine Stütze zu sein. Dort sollte es ein anspruchsvoller Organisationsjob sein, in einer großen Schule. „Sonst wäre ich unterfordert gewesen“, sagt Denk. Da weiß einer, was er kann. Zu Spitzenzeiten haben 505 Personen in den Klassenräumen genächtigt, bis zu 15 innerhalb von vier Wänden. Denk organisiert das Team der freiwilligen Helferinnen und Helfer für das Frühstück, gibt jeden Tag die Bestellungen für Unmengen Brötchen, Wurst, Käse, Obst und so weiter durch, kontrolliert die Zimmer, macht alle zwei Stunden einen Rundgang und vieles andere mehr. Das Organisieren macht ihn nie nervös. „Ich wusste, dass ich das schaffe.“

Die Aufgabe hat Konrad Denk gereizt, der persönliche Dank scheint ihm nicht wichtig. Er ist fast peinlich berührt, dass man über ihn schreiben will und er für ein Foto posieren soll. „Ich bin gar nicht rasiert“. Der Bart steht seit mehreren Tagen, aber wirklich eitel ist Denk nicht. Er kriege viel zurück, sagt er. „Beschwerden und Unverständnis“, wenn die Duschen nach 22 Uhr nicht mehr offen sind, genauso „viel Dank, Lob und ebenso Verständnis“ für die Regeln, die er in seiner Aufgabe setzen muss. Die Teilnehmer des dsj-Jugendevents sollen vor allem „weitererzählen, wie toll es war“. Die Sportjugend, sagt Denk, solle zum Aushängeschild werden.

In der Jugendevent-Halle in der Messe oder im Olympiapark war Konrad Denk in der ganzen Woche nicht gewesen. Zwei-, dreimal sei er in die Stadt gegangen. Aber nur so weit weg, dass er in einer Viertelstunde wieder in der Schule gewesen wäre. Es könnte ja jederzeit etwas passieren.

Die Jugendevent-Geschichte von Konrad Denk lässt einen innerlich ausrufen: Mehr von dieser Sorte! Dafür sorgt Denk schon selbst: Seine 23-jährige Nichte und der 17 Jahre alte Neffe treten in seine Fußstapfen, sind Jugendsprecherin beziehungsweise Jugendsprecher im Vorstand der Bayerischen Sportjugend Niederbayern und ebenso wie der Onkel Fußball-Unparteiische. Konrad Denk erzählt darüber, als wäre das selbstverständlich. Er jedenfalls tut viel dafür, dass junges Engagement wirklich wird. Das ist seine Geschichte.


Konrad Denk vor "seiner" Jugendevent-Schule

immer vor Ort

Zur News-Übersicht