Doping Präventionsseminar der Deutschen Sportjugend

Argumentieren gegen Doping

Still saßen die Teilnehmenden des Doping Präventionsseminars der Deutschen Sportjugend (dsj) auf ihren Plätzen. Gebannt blickten sie auf Andreas Krieger. Der ehemalige Spitzensportler, der als Heidi Krieger für die DDR im Kugelstoßen der Frauen an den Start gegangen ist, erzählte offen über seine Doping-Vergangenheit. „Es begann mit kleinen Pillen. Meine Trainer sagten es seien Vitamine. In den folgenden Jahren wurden es immer mehr Mittel und Methoden“, sagte Krieger. Neben Andreas Krieger nahmen auch die beiden ehemaligen Leistungssportler Ute Krieger-Krause und Lars Figura an der Diksussionsrunde, die im Rahmen des Seminars, welches vom 11. bis zum 13. Oktober 2013 in Hannover stattfand, teil. Für die 25 Jugendlichen aus ganz Deutschland war das Gespräch eine besondere Möglichkeit, einige Punkte der Doping-Vergangenheit in Ost- und Westdeutschland aus erster Hand kennen zu lernen. „Mir waren die damaligen Vorgehensweisen überhaupt nicht bewusst“, sagte Kathrin Stall. Die Ruderin aus Hanau nahm zum ersten Mal an einer Präventionsmaßnahme der dsj teil. Dabei waren die Ausführungen der drei ehemaligen Spitzensportlerinnen und -Sportler für Stall ein Weckruf. „Die Erzählungen unterstreichen die Wichtigkeit der Thematik Doping-Prävention. Nach diesem Wochenende freue ich mich mein Wissen Jugendlichen und Kindern in meinem Verein und Verband weiterzugeben“, sagte sie.
Neben der Diskussionsrunde stand vor allem die Entwicklung eines Problembewusstseins auf dem Programm. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Treutlein erlernten die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler wichtige Grundsätze der Doping-Prävention. „Früher sagten einige Leute: ‚Ein bisschen Testo (Anmerkung der Redaktion: Testosteron) geht immer‘. Damals gab es kein Problembewusstsein für die Thematik Doping. Heute ist das anders“, sagte Treutlein. In interaktiven Übungen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Argumentieren gegen Doping. Dabei erarbeiteten sie sich unterschiedliche Positionen und fanden für diese passende Argumente. Ein weiterer Themenschwerpunkt war der Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln. dsj-Juniorbotschafter Thomas Moschner diskutierte mit den Teilnehmenden über Risiken, Nebenwirkungen und das Schaffen einer Dopingmentalität.
Um die eigenen Stärken ging es vor allem in den Übungen des Heidelberger Kompetenztrainings (HKT). Unter der Leitung der beiden dsj-Juniorbotschafterinnen Nora Hemmert und Naima Wieczorreck formulierten die Jugendlichen ihre ganz persönlichen Stärken und Zielvorstellungen. „Die Konzentration auf das Ziel und das bewusste Wahrnehmen eurer Stärken ist entscheidend“, sagte Hemmert. Das HKT hat den Teilnehmenden die Bedeutung des mentalen Trainings für Leistungssportlerinnen und -sportler verdeutlicht. Vor allem im Spitzensport ist dieses fester Bestandteil der täglichen Trainingseinheiten. Auch in der Doping-Prävention findet das Thema der mentalen Vorbereitung eine immer größere Beachtung.
Neben den Fachkenntnissen ist auch das sichere Sprechen und Auftreten vor Gruppen ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Bereich der Doping-Prävention. Dies thematisierte Moritz Belmann. Der dsj Juniorbotschafter und stellvertretende Bundesjugendleiter des Deutschen Judobundes forderte in kleinen Improvisationsspielen die Kreativität und Spontanität der Jugendlichen. „Wenn ihr vor einer Gruppe steht, müsst ihr Ruhe und Souveränität ausstrahlen. Dazu ist es wichtig, spontan auf neue Situationen reagieren zu können“, sagte Belmann. Neben den Bereichen Moderation und Präsentation thematisierte der Volontär des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh) auch die Grundsätze im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Mit einfachen Regeln und Denkanstößen vermittelte Belmann Grundsätze der journalistischen Arbeit.
Ausgestattet mit den Kenntnissen und Eindrücken des Wochenendes machten sich die neuen dsj Juniorbotschafter auf den Weg in ihrer heimischen Vereine und Verbände. Zusammen werden sie in ihren Institutionen das Problem Doping thematisieren und für das Thema sensibilisieren.  


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