Dopingprävention versus Doping – ein unzertrennliches Paar

19.09.2019

Aufbauseminar Juniorbotschafter*innen für Dopingprävention der Deutschen Sportjugend

Vom 11. bis 13. September 2019 führte die Deutsche Sportjugend das Aufbauseminar für Juniorbotschafter*innen Dopingprävention in der Jugendherberge Köln-Riehl durch.

Mit einem kurzweiligen und sehr auf Austausch und interaktives Lernen angelegten Schulungs-programm wurden die 18 teilnehmenden Juniorbotschafter*innen fit gemacht, um eigene Seminare oder Workshops durchzuführen. Gemeinsam mit ihren Sportverbänden und Sportvereinen treten die jungen Engagierten für einen sauberen und dopingfreien Sport ein und wollen mit ihren Worten und Aktivitäten diese Botschaften weitertragen.

Die Juniorbotschafter*innen repräsentierten die unterschiedlichsten Sportarten wie Basketball, Eislaufen, Leichtathletik, Pferdesport, Motorsport, Rudern, Schwimmen, Segeln, Skisport, Taekwondo, Tischtennis, Triathlon und Turnen.

Schon am Freitagabend stand der erste Höhepunkt des Seminars an. Der Apotheker Simon Krivec präsentierte mit seinem zweistündigen Vortag unter dem Titel „Diskrepanz zwischen Dopingrealität und Dopingkontrollen“ Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit. Seine Dissertation „Die Anwendung von anabolen-androgenen Steroiden in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1960 bis 1988 unter besonderer Berücksichtigung der Leichtathletik“, in der 31 männliche Athleten den Missbrauch von Anabolika einräumten, löste im März 2017 eine bundesweite Debatte zum Umgang mit Doping in Deutschland aus. Die Studie gilt als bisher ausführlichste wissenschaftlich belegte Arbeit dieser Größenordnung. Mit seiner Zeitzeug*innen-Befragung von west-deutschen Sportler*innen präsentierte Krivec viele Fakten, warf zugleich aber auch Fragen zu Dopingfällen und der Dopingproblematik aus dieser Zeit auf und blickte fragend in die heutige Zeit.

Am Samstagvormittag erarbeiteten die 18 jungen Engagierten gemeinsam mit Prof. Dr. Gerhard Treutlein (Leiter des Zentrums für Dopingprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg) die Handlungsalternativen zum Doping als Teil der Schrittfolge „Informieren, Reflektieren, Argumentieren sowie verantwortlich Entscheiden und Handeln“. Anschließend präsentierte Jasmin Richter als aktive und erfahrene Juniorbotschafterin der Deutschen Taekwondo Jugend ihre Dopingpräventions-Aktivitäten in ihrem Gesamtverband wie auch ihren umfassenden Vortrag, welchen sie während der Mitgliederversammlung der Deutschen Taekwondo Union präsentiert hatte. Hier wird offen mit der Thematik umgegangen und die Jugendorganisation geht voran.

Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmer*innen unter Anleitung von dsj-Dopingpräventions-referent Moritz Belmann Kommunikationspläne zu unterschiedlichen Anwendungsfeldern in der Dopingprävention.

Hans Peter Gratz, aktiver Juniorbotschafter für Dopingprävention vom Schwimmverband Baden-Württemberg, stellte seine Dopingpräventions-Aktion beim Universitätssporttag DIES2019 in Göttingen vor. Das Event verbindet sportliche Aktivitäten mit einem breiten kulturellen Unterhaltungs- und Mitmachangebot. Neben den rund 2.500 Aktiven, die an sieben verschiedenen Turnieren teilnahmen, waren zwischen 5.000 bis 7.000 Besucher*innen vor Ort. Dort präsentierte Gratz den sportbegeisterten Menschen an einem kleinen Dopingpräventions-Infostand die dsj-Publikationen, mit dem Ziel, die Aktivitäten der dsj einschließlich ihrer Botschaft für einen sauberen und dopingfreien Sport bekannt zu machen. Erfreulicherweise stieß er auf viele offene Ohren und führte interessante Diskussionen zum Thema.

Julius Steddin von der Deutschen Leichtathletik Jugend berichtete zudem über die Aktivitäten des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), der sein Jugendbotschafter*innen-System aufgebaut hat. Dabei führen Junge Engagierte auf nationalen Meisterschaften oder auf Eigeninitiative bei Sportvereinen Informationsveranstaltungen zum Thema Dopingprävention durch. Ein Beispiel hierzu stell das Projekt „I run clean“ dar, für das er während der Leichtathletik-EM 2018 in Berlin tätig war.

Darüber hinaus drehten die Teilnehmenden drei kurze Videofilme zum Thema Dopingprävention, doch auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz.

Am Sonntagvormitttag stand zum Abschluss ein weiterer Höhepunkt an, der Besuch des Dopinganalyselabors am „Manfred Donike Institut für Dopinganalytik e.V.“ in Köln. Michael Sauer und Philipp Wachsmuth führten als Doping-Präventionsexperten durch die Welt der Doping-Kontrollanalysen und gaben reichlich Informationen zum aktuellen Stand von Nahrungsergänzungs- (NEM) und Schmerzmitteln, zur „Kölner Liste“ als auch zu Dopingfallen.

Mehr Infos
www.dsj.de/juniorbotschafter
www.dsj.de/dopingprävention
www.nada.de


Zur News-Übersicht