dsj-Zukunftspreis gibt Hinweise auf Best practice

12.12.2017

Der Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden

In den kommenden Wochen wird die Deutsche Sportjugend die besten zehn Bewerber/innen des diesjährigen dsj-Zukunftspreises vorstellen. Die zehn prämierten Sportvereine haben sich in besonderer Weise als Mitgestalter des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule in Bildungsnetzwerke eingebracht. Anderen Vereinen können die Ideen und Praxisbeispiele als Orientierung dienen und dabei helfen, die eigene Rolle als Akteur im lokalen Netzwerk zu finden.

Platz zwei für den Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden

„Aus wissenschaftlicher Sicht gilt die Wahrscheinlichkeit: "Bewegung kann schlau machen!" Aus alltagspraktische Sicht gilt die Gewissheit: Bewegung ist schlau!“ so leitet Prof. Dr. Rolf Schwarz, Jurymitglied des diesjährigen dsj-Zukunftspreises, die Laudatio für den Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden bei der Preisverleihung am 17. November 2017 in Frankfurt am Main ein. „Diesen Satz, kann sicherlich jede und jeder von Ihnen unterstreichen und es ist der erste Teil des Mottos, unter dem ein Judo Club aus Wiesbaden mit zahlreichen Partnern, unter anderem mit 24 Grundschulen und 15 Kitas kooperiert. Judo verbinden wir mit Körperbewusstheit, mit Selbstbewusstsein, und - in den hoffentlich weniger benötigten ernsten Fällen - auch mit Selbstverteidigung – und das erklärt den zweiten Teil des Titels:  Opfer -  nein danke!“

Der Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden hat mit seinem Projekt „Opfer nein danke! – Bewegung macht schlau“ den zweiten Platz des dsj-Zukunftspreises 2017 gewonnen. Ziel des Sportvereines ist es, ein flächendeckendes Judo-Angebot in Wiesbaden für Kinder im Kita- und Grundschulalter vorzuhalten unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft.

Dabei geht der Verein in drei Schritten vor (1) "Bewegte Kita-Zeit mit Budo-Turnen", Projekt (2) "Sicherer Schulweg" und (3) Judo-AG sowie Kompetenzschulung durch Judo in der Schule, bei denen es in erster Linie darum geht, Kinder zu unterstützen und stark zu machen.  Budo und Judo sind  aufgrund der Wertevermittlung und der sportlichen Praxis hierzu ein ideales Mittel.
  • Kita-Angebot Budo-Turnen: Das Angebot ist ein zusätzliches Bewegungsangebot für Kinder von drei bis sechs Jahren in der Kita. Budo-Turnen ist eine Mischung aus Kinderturnen (vielseitige Bewegungsförderung) und Judo/Selbstverteidigung (Wertevermittlung wie respektvolles Miteinander oder Umgang mit Sieg und Niederlage/Umgang mit Emotionen).
  • Sicherer Schulweg: Die Kinder sollen den Weg zur Schule möglichst zu Fuß, selbstsicher und ohne elterliche Begleitung zurücklegen. Hier setzt der Judo Club Kim Chi aus Wiesbaden mit dem Schulwege-Projekt  „Sicherer Schulweg“  für Vorschulkinder an. Der Verein bietet Vorschulkindern Kurse an, die Themen wie Straßenverkehr, Kontakt mit Erwachsenen oder auch die soziale Interaktion mit anderen Kindern auf dem Schulweg thematisiert.  Darüber hinaus hat der Judo-Club ein Hilfe-Not-Insel System entwickelt, das Kindern sichere Orte auf ihren Schulwegen ausweist.
  • Die Grundschulkurse werden im Laufe von drei Jahren immer wieder angeboten und von einer relativ umfassenden Elternarbeit (Elternabende, Befragungen) flankiert. Hier geht es in erster Linie darum, die Kinder weiterhin in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und "stark zu machen". Themen sind dabei: Gefahren vermeiden, Selbstbewusstsein stärken, Selbstverteidigung erlernen sowie  Konfliktlösungsstrategien entwickeln.
Grundsätzlich geht es bei allen Angeboten auch immer um Unfall- und Gewaltprävention sowie um Emotionskontrolle, Streitschlichtung und Deeskalationsstrategien. Der Sportverein Kim-Chi Wiesbaden begleitet Kinder durch seine zahlreichen Kooperationen als Konstante ihrer Lebenswelt dauerhaft und durchgängig und stärkt sie mit Hilfe der drei Programmbausteine immer wieder in ihrer Kompetenz und Persönlichkeit. Beide Komponenten tragen zu einer positiven Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule bei.


Die 2. Gewinner des dsj-Zukunftspreises / Foto: dsj

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