dsj zum Koalitionsvertrag: Demokratieförderung

02.12.2021

Mit Bundesprogrammen Demokratie fördern, gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit vorgehen und damit Stabsstelle Sport einrichten

Eine von möglichst vielen getragene, starke Demokratie ist Garant für den Zusammenhalt im Land. Mit seinen über 90.000 gemeinnützigen, organisierten lokalen und überregionalen Vereinen und Organisationen leistet der Sport seinen maßgeblichen Beitrag.  

Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport auflegen 

Sport wird aber auch antidemokratisch vereinnahmt oder ist Ort von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung. Aus diesem Grund begrüßt die Deutsche Sportjugend ausdrücklich das Vorhaben, ein gesondertes Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport aufzulegen, das eng an die Bedarfe von überwiegend ehrenamtlich getragenen Sportvereinen orientiert ist. Anerkannt werden sollte dabei die bereits geleistete Arbeit beispielsweise bei der aktiven Erinnerungsarbeit in Teilen des Sports und der sozialpädagogischen Fanprojekte oder bei der Entwicklung von Arbeitsmaterialien und Maßnahmen zu „Rechtsextremismus im Sport“. Die dsj bietet sich als kompetente Partnerin an, sowohl in der Weiterentwicklung wie auch bei der Umsetzung des Vorhabens. Das Netzwerk „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ sollte hier ebenfalls eingebunden werden. 

Stabsstelle „Demokratiestärkung und Politische Bildung im Sport“ auf Bundesebene einrichten 

Um Sportvereine und -verbände stärker im Umgang mit antidemokratischen und menschenfeindlichen Problemstellungen zu unterstützen, braucht der gemeinnützige, organisierte Sport eine gesicherte und dauerhafte Absicherung dieser Aufgabe. Die dsj fordert deshalb die Finanzierung einer Stabsstelle „Demokratiestärkung und Politische Bildung im Sport“ auf Bundesebene im Sport. Eine solche Stelle kann Sportvereine und -verbände adäquat unterstützen, begleiten und ihnen Maßnahmen ermöglichen. Denn Sportvereine sind nicht nur Orte der Bewegung, sondern sind aktiver und starker Teil in den Sozialräumen und der Zivilgesellschaft. 1,7 Millionen ehrenamtliche Engagierte auf Vorstandsebene oder auf Ausführungsebene und 6,3 Millionen als freiwillige Helfer*innen prägen die Basis für Zusammenhalt, gemeinsamem Austausch und lebendige, demokratische Teilhabe auf Grundlage gemeinsamer Werte. Die Kinder- und Jugendarbeit im Sport setzt sich aktiv für eine vorurteilsarme Begegnung von jungen Menschen im Sport ein und tritt jeglicher Art von Hass, Gewalt, Hetze, Diskriminierung und Benachteiligung entgegen. Sportvereinen und -verbänden fehlen allerdings in Teilen bei ihrer demokratiestärkenden Arbeit die professionelle Unterstützung, Begleitung und Vernetzung – eng an den Bedarfen der Sportstrukturen vor Ort. Die „Stabsstelle Demokratiestärkung und Politische Bildung im Sport“ kann zudem die sportspezifischen, antidemokratischen Problemlagen identifizieren und Antwortmöglichkeiten entwickeln. Diesen Bedarf bestätigt der 16. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (2021). 

Bundesprogramm zur Demokratieförderung stärken 

Die dsj beteiligt sich seit über 10 Jahren am Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“. In elf Sportverbänden sind hierdurch starke Qualifizierungs- und Beratungsstrukturen für eine Demokratiestärkung im Sport gewachsen, die weiter und verstetigt gefördert werden sollen. Aus diesem Grund befürworten wir das geplante Demokratiefördergesetz und eine bessere finanzielle Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung. So kann eine strukturelle und nachhaltige Förderung der entsprechenden Projekte im Sport, die bereits oftmals lang und gut erprobt sind, abgesichert werden. 

Die gesamte Bewertung der dsj zum Koalitionsvertrag ist auf der dsj-Website zu finden.



Foto: Adobe / Karin & Uwe Annas

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