dsj zum Koalitionsvertrag: Safe Sport

02.12.2021

Safe Sport: zum Schutz vor jeglicher Gewalt unabhängige Stellen und Verbandsarbeit parallel stärken

Nach vielen Jahren intensiven Engagements im Themenfeld Schutz vor (sexualisierter) Gewalt, durch die Deutsche Sportjugend (dsj), aber auch durch viele Mitgliedsorganisationen, ist die Debatte um die besten Wege zu einem sicheren und gewaltfreien Sport auf allen politischen Ebenen und vielen Fachressorts angekommen. Die dsj hat sich jahrelang für eine echte Unterstützung durch die Politik stark gemacht und dies in zahlreichen Positionierungen und Stellungnahmen hinterlegt.   

Die dsj begrüßt es daher sehr, dass der Koalitionsvertrag nun explizit die Stärkung von Prävention, Kinderschutz, und Schutz vor Gewalt im Sport sowie der aktiven Förderung der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an vielen verschiedenen Stellen vorsieht. Hieran können und müssen sich die Regierungsparteien nun messen lassen. 

Der im Vertrag formulierte Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport kann wichtige Impulse geben. Zum Beispiel wäre eine unabhängige Ansprechstelle für Betroffene aus dem Sport eine wichtige Ergänzung zu den bereits existierenden Strukturen von Anlaufstellen in unseren Mitgliedsorganisationen. Die dsj unterstützt, dass dazu bereits im Sommer 2021 eine Machbarkeitsstudie „Einrichtung für sicheren und gewaltfreien Sport“ vom BMI in Auftrag gegeben wurde. Ergebnisse werden für Mitte Dezember 2021 erwartet. Aufbauend auf den Ergebnissen braucht es einen breit angelegten Dialog mit und zwischen den Mitgliedsorganisationen, Athleten Deutschland e.V. sowie weiteren Stakeholdern. Die dsj kann sich die Initiierung eines solchen Dialogs vorstellen.  

Auf dem Weg zur besten Lösung für den Schutz von Sportler*innen vor jeglicher Gewalt werden sich dsj und DOSB auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse mit gebotener Offenheit weiterhin einsetzen. Daher stehen sie selbstverständlich für den Dialog mit der neuen Bundesregierung bereit, um aus Sicht der Praxis des gemeinnützigen, organisierten Sports zu einem besseren Schutz vor interpersonaler Gewalt beizutragen. Denn klar ist, wir brauchen auch direkt für die Sportverbände und -vereine eine Stärkung und Ermächtigung, damit sie ihre bestehenden Aktivitäten im Schutz vor Gewalt weiterführen und ausbauen können.  

Aktuell arbeitet die dsj im gemeinsamen Projekt „Aufarbeitung von sexualisierter Belästigung und Gewalt in Sportverbänden und -vereinen“ in einem Dialogprozess zusammen mit wichtigen Stakeholdern an Leitlinien zur Aufarbeitung für Sportverbände- und -vereine, die 2022 veröffentlicht werden sollen.  

Inwiefern „Aufarbeitung“ in einer bundeszentralen Einrichtung stattfinden kann, welche Strukturen dafür aufgebaut werden müssen, wird hoffentlich die o.g. Machbarkeitsstudie aufzeigen. 

Dass Aufarbeitung sexualisierter Belästigung und Gewalt – insbesondere gegen Kinder und Jugendliche – ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, darf hierbei nicht aus den Augen verloren werden. So ist es auch im Koalitionsvertrag hinterlegt. 

Die gesamte Bewertung der dsj zum Koalitionsvertrag ist auf der dsj-Website zu finden.



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