Ein besonderes Freiwilligenjahr endet

13.08.2020

Coronabedingt sah das auch bei St. Pauli diesmal ganz anders aus

In diesen Tagen beenden die meisten der mehr als dreitausend Freiwilligendienstleistenden im Sport ihr Freiwilliges Soziales Jahr oder ihren Bundesfreiwilligendienst. Pandemiebedingt war es ein Freiwilligenjahr mit vielen Besonderheiten: Einsatzstellen wurden geschlossen, Seminare entweder digital oder mit außergewöhnlichen Hygienebestimmungen und ausreichend Sicherheitsabstand durchgeführt. 

Als Beispiel für viele andere Vereine mag eine bekannte, besonders große Einsatzstelle stehen: der FC St. Pauli. Bis März waren die fünfzehn jungen Freiwilligen insbesondere in Schulkooperationen, Camps, Kursen und U-Teams tätig und begannen im Rahmen der Bildungstage ihre Lizenzausbildung. Der pandemiebedingte Lockdown und insbesondere die Schließung der Schulen und des Trainingsbetriebs stellte den Arbeitsalltag auf den Kopf. Die Freiwilligen konzentrierten sich auf ihre Jahresprojekte und nutzten digitale Tools sowohl für Teambesprechungen als auch im Rahmen der pädagogischen Begleitung. Viele neue Arbeitsbereiche kamen hinzu: die jungen Freiwilligen übernahmen beispielsweise Online-Trainingseinheiten der FCSP Rabauken und boten Einkaufshilfen im Viertel an. Sie unterstützten Duschbusse, Essensausgaben, eine Unterkunft für Geflüchtete sowie die Verteilung von Spenden aus Kooperationsprojekten. Im Rahmen der neu geschaffenen Möglichkeit der Einsatzerweiterung unterstützte ein Freiwilliger zudem zwei Monate lang ganztags eine Suchthilfe-Einrichtung.  

Mittlerweise sind die zahlreichen sportlichen Angebote für die Kinder und Jugendlichen des Vereins wieder in das Zentrum des Freiwilligendienstes gerückt. Alle begonnenen Lizenzen konnten vor Ende des Dienstes erworben werden, und der Verein ist sehr froh darüber, dass zwölf der 15 Freiwilligendienstleistenden ihnen vorerst auch weiterhin als Trainer*innen erhalten bleiben werden.  

Das Beispiel des FC St. Pauli zeigt, wie kreativ viele Einsatzstellen mit den coronabedingten Einschränkungen umgegangen sind. Die über dreitausend jungen Erwachsenen, die jetzt oder in den nächsten Wochen einen Freiwilligendienst im Sport beginnen, hoffen aber in erster Linie darauf, dass sie mit den Kindern und Jugendlichen auf den Sportplatz und in die Turnhallen dürfen – ein Stück Normalität in einem ganz neuen Lebensabschnitt. 



Foto: FC St. Pauli Rabauken

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