Engagement und Partizpation junger Menschen

12. Sitzung des Beirates des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Am 26. und 27. Juni 2017 fand die 12. Sitzung des Beirates in Paris statt. Die Veranstaltung startete mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Partizipation und Engagement von jungen Menschen“ im Rahmen eines moderierten Abendessens mit vier Diskutantinnen und Diskutanten. Ann-Kathrin Fischer DBJR) und Nizah Yaich (CNAJEP) erläuterten, wie die Methode des „Strukturierten Dialogs“ die aktive Beteiligung junger Menschen fördern und die Umsetzung ihrer Vorschläge auf europapolitischer Ebene im Bereich der Jugendpolitik voranbringen kann.

Lisa-Marie Oevermann, Jugendvertreterin im Verwaltungsrat des DFJW für die Deutsche Sportjugend (dsj), gab den Anwesenden einen Einblick in ihre Erfahrungen, die sie als Teilnehmerin an einer Mobilitätsmaßnahme in Frankreich im Rahmen des deutsch-französischen Freiwilligendienstes sammeln konnte. Letzterer feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. „Junge Menschen im ländlichen Raum engagieren sich eher auf lokaler Ebene und für die Gemeinschaft, wohingegen Jugendliche in Ballungsräumen leichter den Weg zu international ausgerichteten Projekten und Programmen finden“, so das Fazit von Frau Oevermann. Prof. Dietmar Loch, Professor für Soziologie an der Universität Lille und Mitglied der deutsch-französischen Forschergruppe zur politischen Beteiligung von jungen Menschen, unterstrich, wie sehr sich die Partizipationsformen junger Menschen in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung verändert haben. „Während klassische Beteiligungsformen wie repräsentative politische Abstimmungen an den Wahlurnen stagnieren, zurückgehen oder von jungen Menschen sogar boykottiert werden, sind individuelle Formen der Beteiligung wie Online-Petitionen auf dem Vormarsch. Junge Menschen sind die Avantgarde für gesellschaftliche Veränderungen. Politik und Gesellschaft müssten diesem veränderten Verhalten gerecht werden, damit sich die junge Generation weiterhin aktiv in gesellschaftliche und politische Prozesse einbringen kann“, forderte Prof. Loch. 


Teilnehmende der 12. Sitzung des DFJW- Beirats / Foto: DFJW

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