Es braucht mehr Politik für, mit und von Jugend

04.12.2019

Kommentar von Jan Holze zur "Jugendstrategie der Bundesregierung"

Das ist das Credo der jüngst vom Bundeskabinett erstmals in der Geschichte beschlossenen und von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundesjugendministerin Franziska Giffey vorgestellten Jugendstrategie der Bundesregierung. 163 Maßnahmen aller Ministerien werden darin aufgelistet. Diese Maßnahmen wirken sich entweder direkt auf Jugendliche aus oder sollen die Rahmenbedingungen für sie verbessern. Dabei finden sämtliche Politikfelder Beachtung, auch solche, die direkt oder indirekt Berührungspunkte zum Sport aufweisen. Das ist gut und richtig so, denn politische Entscheidungen haben Auswirkungen auf Jugendliche und junge Erwachsene in ihren Lebensräumen, auch im Sport(verein). Ganz egal, ob es um den Sportstättenbau, den Ausbau von Ganztagsschulen, die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste, den digitalen Alltag oder um Maßnahmen zum Klimaschutz geht.

Es darf sicherlich als ein Zeichen der Zeit gewertet werden, dass sich die Bundesregierung gerade jetzt auf den Weg gemacht hat, der Stimme der Jugend in politischen Prozessen mehr Gehör zu verschaffen. Auf den Straßen wird eine aus der Jugend heraus entwickelte Bewegung `Fridays for Future` sichtbar, die viel Sympathie erfährt. Zudem macht die Spaltung der Gesellschaft auch vor der Jugend nicht halt, wie Umfragen zum Wahlverhalten und auch die aktuelle Shell-Jugendstudie belegen. Man habe verstanden, wurde im Kanzleramt deutlich.

Jungen Menschen Gehör zu verschaffen und sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, ist seit jeher eine Zielstellung der Deutschen Sportjugend; von der Bundesebene über ihre Mitgliedsorganisationen bis hin zur Basis. Auch deshalb hat die Deutsche Sportjugend an dem Prozess zur Entwicklung der Jugendstrategie aktiv mitgewirkt und ihn unterstützt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Jugendstrategie der Bundesregierung mehr als nur ein politischer Aufschlag ist. Er sollte eine Fortsetzung und vor allem Verstetigung finden. An dem Ansatz, Politik nicht über die Köpfe der jungen Menschen hinweg zu machen, muss sich die Bundesregierung künftig messen lassen. Aktuelle Fragestellungen gäbe es genug.



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