Freie Fahrt für Freiwillige

Zentralstellen unterstützen Forderung der Freiwilligen anlässlich des Deutschen Engagement-Tages

Rund 100.000 Freiwillige* in ganz Deutschland werden sich am 5. Dezember 2017 früh am Morgen auf den Weg zu ihren Einsatzstellen machen.  Wie jeden Tag. Doch an diesem Tag werden sie mit der Kampagne #freiefahrtfuerfreiwillige  zum Deutschen Engagementtag in den Sozialen Medien und mit Unterstützung der Zentralstellen des FSJ, FÖJ und BFD und der regionalen Träger auf sich aufmerksam machen.

Als ehemaliger Freiwilliger und Bundessprecher des Bundesfreiwilligendienstes weiß Dominik Evcimen, wie groß der Unmut auf Seiten der Freiwilligen* bei teuren Nahverkehrstickets ist. und hat deshalb die Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige mitinitiiert. Er erklärt: „Es geht uns hierbei um Gerechtigkeit und Anerkennung unseres Engagements. Freiwilliges Engagement sollte gewürdigt werden und nicht noch durch Hürden wie teure Ticketpreise bei der Anreise zum Freiwilligendienst behindert werden.“

Freiwillige* in ganz Deutschland spenden ihre Zeit und ihr Engagement für unsere Gesellschaft. Und nehmen dafür Wege in Kauf, für die sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Busse und Bahnen sind die Verkehrsmittel Nr. 1 für viele Freiwillige* und sie müssen so günstig wie möglich für sie nutzbar sein.

Das ist längst nicht überall der Fall. Deshalb unterstützen die Zentralstellen die Forderung: #freiefahrtfuerfreiwillige

Also kostenfreie oder kostengünstige ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen* in Deutschland in ihrem jeweiligen Bundesland. Denn:
  1. Freiwillige* müssen ihre Dienststelle erreichen,
  2. Freiwillige* sollen sich einfach und schnell mit Gleichgesinnten* treffen können,
  3. Freiwillige* sollen ohne großen finanziellen Aufwand ihre Region erkunden können,
  4. Freiwilliges Engagement erhält so mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit. 

Anerkannt werden Freiwilligendienste unter anderem nicht mit einem Gehalt, sondern mit einem Taschengeld (maximal 381 €, teilweise aber unter 200€), von dem oft auch noch das Fahrtgeld zur Dienststelle aufgebracht werden muss. Lasse (22, Freiwilliger aus Kiel) findet, dass es nicht gerecht ist, dass er die 46,20 € für ein Monatsticket von seinem Taschengeld bezahlen muss. Er findet, dass eine kostenfreie Nutzung des ÖPNVs im Bundesland für Freiwillige das langfristige Ziel sein muss. Alma (17) aus Thüringen pendelt für ihren Freiwilligendienst zwischen Jena und Weimar. Das kostet sie monatlich sogar 101,30 €  (und ermöglicht keine andere Strecke im selben Bundesland). Ihr bleiben am Ende noch 98,70 €, weil der Rest des Taschengeldes auf das Sozialgeld ihrer Familie angerechnet wird. 

Die unterzeichnenden Zentralstellen fordern deshalb schnelle, gute Lösungen zwischen den Landesregierungen und den Verkehrsverbünden.

Auf Bundesebene ist in der vergangenen Legislaturperiode die Förderung des freiwilligen Engagements zu einer maßgeblichen Komponente in den wichtigsten politischen Vorhaben des Bundesfamilienministeriums geworden. Nun gilt es Engagement auch für die kommende Legislaturperiode auf die politische Agenda zu setzen. Dazu gehört auch Anerkennung und Ermöglichung von Freiwilligendiensten.

Wir fordern daher von der Bundespolitik die Verbesserung der Rahmenbedingungen und die Stärkung der Wertschätzung für freiwilliges bürgerschaftliches Engagement.

Die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßt die Initiative, da kostengünstige ÖPNV-Tickets nicht nur den Lebensstandard der Freiwilligen verbessern, sondern auch zu einer nachhaltigen Entwicklung von Umwelt,  Natur und  sozialen Strukturen führen. Die Initiative „begünstigt“ eine breitere Nutzung der ÖPNV, eine intaktere Natur und sorgt schließlich für ein wenig mehr Gerechtigkeit in der Zivilgesellschaft

Gemeinsam mit jungen Menschen, die sich im Sport engagieren, fördert die dsj eine Bildung für nachhaltige Entwicklung und ermutigt daher auch die Freiwilligen, alternative, noch günstigere, gesündere und sozialverträglichere Wege zu gehen: mit dem Rad zur Einsatzstelle zu fahren, die Inline-Skates umzuschnallen oder einfach nur einen längeren Spaziergang zu machen.  

Die verbandlichen Zentralstellen und Bundestutorate der Freiwilligendienste in Deutschland (BFD; FÖJ, FSJ) unterstützen die Initiative der Freiwilligen* sich für kostenfreie bzw. kostengünstige Nahverkehrstickets in jedem Bundesland einzusetzen. Die Freiwilligendienste sind wichtige Bildungsjahre und Orientierungszeiten und eine besondere Form des Bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland.

Die Aktion wird unterstützt durch die verbandlichen Zentralstellen und Träger im BFD, FSJ und FÖJ.   


dsj-Vorstandsmitglied Tamara Hernandez unterstützt die Forderung "Freie Fahrt für Freiwillige" / Foto: dsj

Zur News-Übersicht