Freiwilligendienste ausbauen statt allgemeine Dienstpflicht einführen

07.08.2018

Der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Jan Holze, zur Debatte um die Einführung einer Allgemeinen Dienstpflicht

„Die Forderung nach einer allgemeinen Dienstpflicht beruht auf dem Wunsch nach Orten, an denen junge Menschen sich für das Allgemeinwohl engagieren, Gemeinsinn erfahren und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Wir haben diese Orte bereits – in den Freiwilligendiensten. Die mehr als dreitausend jungen Menschen, die Jahr für Jahr einen Freiwilligendienst in unseren Sportvereinen leisten, unterstützen die Kinder- und Jugendarbeit im Sport und fördern den sozialen Zusammenhalt, während sie Lizenzen erwerben und sich in Echtsituationen ausprobieren können.

Wir benötigen keinen Pflichtdienst. Wir müssen stattdessen die Freiwilligendienste ausbauen. Die Bundesmittel für die Freiwilligendienste im Sport müssten um 50% erhöht werden – dann könnten wir neue Plätze schaffen, um den jetzt schon bestehenden Bedarf an Freiwilligen annähernd zu decken. Zudem müssen die vorhandenen Plätze besser ausgestattet werden.

Alle Bundesländer sollten sich im Freiwilligen Sozialen Jahr zudem an der Förderung beteiligen. Es kann nicht sein, dass einerseits eine allgemeine Dienstpflicht diskutiert wird, wir aber andererseits interessierte junge Menschen wegschicken, weil wir aufgrund fehlender Förderung nicht ausreichend Plätze im Sport anbieten können. Ein Jahr freiwilliges Engagement hilft allen – den Kindern im Sportverein ebenso wie den jungen Erwachsenen, die nach ihrem Platz in der Gemeinschaft suchen.“


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