Gestalterin des organisierten Sports:

25.02.2016

Prof. Ilsa-Maria Sabath zum 90. Geburtstag

Die Münsteraner Sportpädagogin Prof. Ilsa-Maria Sabath wird heute 90 Jahre alt. Die in Berlin geborene Hochschullehrerin gehört zu der Gründungsgeneration des organisierten Sports und der Sportlehrerausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland. Das Studienfach firmierte damals noch unter der Bezeichnung Leibeserziehung.

Die Jubilarin lehrte nach Abschluss ihres Diplom-Studiums an der Deutschen Sporthochschule
Köln zunächst an der Universität Bonn, später an der Pädagogischen Akademie Wuppertal, bevor
sie 1960 in das Gründungskollegium der Evangelischen Pädagogischen Hochschule (PH)
Münster berufen und dort 1972 zur Studienprofessorin ernannt wurde. Nach der Eingliederung
der PH in die Westfälische Wilhelms-Universität Münster Anfang der 1980er Jahre trat sie 1991
in den Ruhestand.

Die ehrenamtliche Karriere von Ilsa-Maria Sabath, die von ihren Freundinnen und Freunden nur
„Illa“ gerufen wird, sucht ihresgleichen sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene.
Aus der Vielzahl und Vielfalt ihres ehrenamtlichen Engagements seien daher nur
exemplarisch einige Tätigkeiten stichwortartig herausgegriffen: allen voran die in der Deutschen
Sportjugend von 1951 bis 1958, die sehr deutlich belegen, wie intensiv „Illa“ beim Aufbau der
Strukturen des organisierten (Jugend-) Sports in der Nachkriegszeit mitgewirkt hat: Sie war u.a.
Mitglied im damals sogenannten Mädelausschuss, im Gesundheitsausschuss, im Fachausschuss für Lehrarbeit der dsj und fungierte als dsj-Delegierte beim Deutschen Bundesjugendring.

„In der Sportjugend war sie seit deren Gründung aktiv und hat von Anfang an wichtige Weichen
gestellt. Dafür sind wir ihr sehr dankbar. Ilsa-Maria Sabath ist ein Vorbild für uns alle“, so gratuliert
Ingo Weiss, der Vorsitzende der dsj, und ergänzt als Münsteraner, dass Frau Sabath auch
hier Großartiges geleistet habe: u.a. als Mitglied im Vorstand und in verschiedenen Arbeitskreisen
beim Stadtsportbund Münster – nicht zu vergessen die Gründung des Vereins für Gesundheitssport
und Sporttherapie Münster 1987 sowie ihre aktive Vereinszugehörigkeit bei der Turngemeinde
Münster von 1862, der sie 1960 beitrat und wo sie bis heute Mitglied ist.

Große Verdienste im organisierten Sport und in der Gesundheitsförderung

Im Deutschen Sportbund war Ilsa-Maria Sabath von 1970 bis 1974 Mitglied im Bundesausschuss
Ausbildung. In diese Amtsperiode (unter der Ausschuss-Leitung von Prof. August Kirsch) fiel u.a.
die Entwicklung der neuen Rahmenrichtlinien für Übungsleiter/-innen.

Auch im Landessportbund (LSB) Nordrhein-Westfalen war Ilsa-Maria Sabath langjährig in Gremien
ehrenamtlich aktiv: allein von 1964 bis 1985 im Ausschuss für das Lehr- und Ausbildungswesen,
ferner in dem für Breiten- und Freizeitsport sowie zuletzt im Gremium für Gesundheit. Im
LSB war sie ferner als langjähriges Mitglied im Pädagogischen Beirat des Bildungswerkes tätig
und hatte zuvor u.a. die Einführung der sogenannten Organisationsleiter-Ausbildung wegweisend
begleitet und später als Dozentin u.a. den Themenbereich „Führung in Verein und im Verband“
gelehrt.

In einem der ersten Lehrgänge Anfang der 1970er Jahre waren u.a. Hermann Korfmacher und
Walter Probst ihre „Schüler“ – der eine amtierte später u.a. als Vize-Präsident beim Deutschen
Fußball-Bund, der andere als Hauptgeschäftsführer im LSB Nordrhein-Westfalen.

Dass die „Grande Dame“ für ihre hohen Verdienste im organisierten Sport und in der Gesundheitsförderung vielfach ausgezeichnet wurde, versteht sich eigentlich von selbst – stellvertretend seien der Diskus als Ehrenpreis der dsj (1968) und die Sportplakette des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten (1992) genannt.

Ilsa-Maria Sabath ist immer noch gesundheitlich fit und geistig rege, liest täglich mehrere Zeitungen
und verfolgt dabei auch das sportpolitische Geschehen. Ein Gedankenaustausch hierüber
wird bei der Geburtstagsfeier im „Gesundheitshaus Münster“ zusammen mit vielen Freunden und
Weggefährten aus Sport, Beruf und Seniorenarbeit sicher nicht fehlen.

Prof. Detlef Kuhlmann


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