Im Zeichen der Dopingprävention

14.05.2019

Einstiegs-Seminar Juniorbotschafter*innen für Dopingprävention

Zeitgleich mit dem Einsteiger*innen-Seminar für Juniorbotschafter*innen für Dopingprävention überraschte der ehemalige deutsche Radprofi Danilo Hondo mit seinem öffentlichen Geständnis über Blutdoping im Jahre 2011. Das Interview vom 12. Mai 2019 mit dem ARD-Anti-Dopingexperten Hajo Seppelt verdeutlichte ein weiteres Mal, wie wichtig es ist, frühzeitig im Kindes- und Jugendalter über Dopingprävention informiert und aufgeklärt zu werden, um als Sportler*in stark genug zu sein, der Versuchung zu widerstehen. „Dafür steht die aufklärende Arbeit der Deutschen Sportjugend (dsj) mit dem Anspruch, eine Führungsrolle für Doping-prävention in den Strukturen des deutschen Sports einzunehmen“, so der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend Jan Holze.

Das Konzept der dsj-Juniorbotschafter*innen für Dopingprävention kennenlernen und gemeinsam die Grundlagen des Themas erarbeiten – dazu kamen 14 interessierte junge Engagierte aus zwölf Sportverbänden und zwei Sportvereinen vom 10. bis 12. Mai 2019 in der Jugendherberge in Mannheim zusammen. Die meisten waren zum ersten Mal bei einem dieser Seminare. Das Treffen wurde von den Dopingpräventions-Experten Professor Gerhard Treutlein vom Zentrum für Dopingprävention in Heidelberg und dsj academy-Referent Dirk Kilian von der Hochschule Darmstadt geleitet.

Zum Einstieg stellten Peter Lautenbach und Jörg Becker von der Deutschen Sportjugend (dsj) die Dachorganisation des Kinder- und Jugendsports, die Einbettung des Themas Dopingprävention in die Arbeit der dsj sowie die zur Verfügung stehenden Materialien und Medien vor. Anschließend erläuterte Professor Treutlein die Entwicklung von Dopingmentalität.

Am Samstagmorgen diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen intensiv und kontrovers mit je zwei Parteien, die für beziehungsweise gegen die Freigabe von Doping standen, unter dem Motto „Problembewusstsein schaffen und Argumentieren lernen“. Im weiteren Verlauf des Vormittags gab Dr. Christian Wachsmuth vom DOSB-Ressort Wissenschaftsmanagement einen detaillierten Einblick in die Abläufe der Arbeitsprozesse des DOSB im Zusammenhang mit der Nationalen Anti Doping Agentur. Das umfasste allen voran Methoden wie Dopingkontrollen, die darauffolgende Analyse, Blut- und Urinkontrollen sowie Informationen rund um die verbotenen Substanzen.

Die Mitbegründerin des Laufs gegen Doping beim Mannheimer Dämmer Marathon, Helen Diederichs, vermittelte am Nachmittag Grundlagenwissen zu Nahrungsergänzungs- und Schmerzmitteln und schilderte, wie gesunde Ernährung und Lebensweise den vielfach aus Bequemlichkeit getätigten Griff zu künstlichen Substitutionen vermeiden kann. Denn jener ist oft der erste Schritt zur Entwicklung einer Dopingmentalität.
Zum Themenspektrum gehörten auch die öffentliche Wahrnehmung und die Medienberichterstattung zu Doping. Hier berichtete Andreas Strepenik, Sportredakteur der Badischen Zeitung in Freiburg, über seine journalistischen Tätigkeiten in diesem Feld und die damit verbundenen beruflichen wie persönlichen Schwierigkeiten und Risiken. Henner Misersky gab als ehemaliger Leitungssportler und Trainer einen tiefen Einblick in das systematische Doping im Sport der DDR. Er machte deutlich, dass zwar immer der Druck „von oben“ bestand, sich diesem System zu unterwerfen, eine Verweigerung, wenn auch unter Verlust der für Leistungssportler*innen üblichen Privilegien, aber auch jederzeit möglich war.

Am Samstagabend stand zudem der Besuch des Mannheimer Dämmer Marathons auf dem Plan. „Wir laufen ohne - und ihr?“, so lautet das seit 2013 von zwei ehemaligen dsj-Juniorbotschafterinnen eingeführte und nun von Laura Blaschke und Sarah Schmidt fortgeführte Motto der Anti-Doping-Kampagne einer großen Gruppe von jungen und älteren Engagierten der Universität und des Uniklinikums Mannheim. Die rund 300 Engagierten traten während des Marathons für einen dopingfreien Sport ein. Alle Seminarteilnehmer*innen waren eingeladen, sich aktiv einzubringen, und konnten mit Flyern und Infos Besucher*innen wie Teilnehmende über die Gefahren eines Medikamentenmissbrauchs aufklären, der oft auch im Freizeitsport auftritt.

Die am Abend gemachten Erfahrungen wurden am nächsten Tag gemeinsam reflektiert. Anschließend bekamen die Teilnehmenden die Aufgabe, mögliche Aktionen zur Dopingprävention zu entwickeln. Dabei wurden in mehreren Kleingruppen spannende Projekte in unterschiedlichen Settings wie dem Verein, der Schule, dem Landes- bzw. Bundesverband oder auch einem Fitnessstudio erarbeitet, aus denen alle spannende Anregungen mitnehmen konnten.

Deutlich wurde in Mannheim, dass auch Neueinsteiger*innen nach zwei intensiven Seminartagen schon voll im Thema stecken. Viele sind mit dem Vorsatz nach Hause gefahren, nun selbst in ihren Sportverbänden oder -vereinen zum Thema Dopingprävention als Juniorbotschafter*in aktiv zu werden und sich für einen dopingfreien Sport einzusetzen.

Mehr Informationen:
www.dsj.de/dopingpraevention
www.dsj.de/juniorbotschafter
www.dsj.de/publikationen


Problembewusstsein schaffen und Argumentieren lernen, Foto: dsj

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