"Es ist wichtig, in Deutschland angelächelt zu werden“

21.06.2018

Eindrücke vom Engagement eines geflüchteten Menschen

„Es ist wichtig für viele Menschen aus dem Ausland, wenn sie in Deutschland angelächelt werden. Es gibt ein gutes Gefühl.“ Mansur Asadi aus dem Iran freut sich jedes Mal, wenn ihn Leute in Deutschland anlächeln. Er engagiert sich beim ETV Hamburg als einer von deutschlandweit über 4000 Geflüchteten im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF).

Am Weltflüchtlingstag,  am 20. Juni traf Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordnete der SPD aus Hamburg Eimsbüttel, mit Mansur und Vertreter/innen des ETV, der Hamburger Sportjugend sowie von Bundesverbänden zusammen.


Sie sprachen über die individuellen Erfahrungen und Chancen des inklusiven Freiwilligendienstes in Eimsbüttel. „Ich bin beeindruckt, wie viel Engagement Herr Asadi für den ETV und für das praktische Deutschlernen zeigt“, so Niels Annen. „Ich freue mich, dass der ETV Strukturen aufgebaut hat, um Flüchtlinge über einen Freiwilligendienst zu integrieren.“

Mansur engagiert sich als Platzwart, meist an den Nachmittagen und ist für alle Sportler/innen ansprechbar. Als er im Nachgang des Treffens gemeinsam mit Niels Annen den Platz betritt, kommt ein 5-jähriger Junge auf  ihn zu und ruft „Hallo Mansur“.

Karen Nakamura, Integrationsbeauftragte des ETV, fügt hinzu: „Wir freuen uns, Mansur die letzten zehn Monate bei uns gehabt zu haben. Vor allem ist es toll, ihn bei seiner Entwicklung mitzubekommen.“  Zu Beginn war die Verständigung nur mit wenigen Worten möglich. Jetzt sagt Mansur von sich aus, dass er fast alles verstehen kann. Für den Vorstandsvorsitzender des ETV, Frank Fechner, zeigt sich der Mehrwert des Engagements von Mansur und anderen Geflüchteten unter anderem darin, dass ihr Engagement einen Multiplikatoreffekt auf andere Personen im ETV haben kann. „Wir freuen uns, wenn uns Menschen auf Mansur ansprechen und sich von seinem Engagement inspirieren lassen.“

Koordiniert wird der Freiwilligendienst von der Hamburger Sportjugend (HSJ).  Ina Buck, Ansprechpartnerin für die Freiwilligen und Einsatzstellen, sieht den Mehrwert des Dienstes darin, dass die Teilnehmenden sich persönlich weiterentwickeln können. „Während begleitender Seminare, regelmäßiger Besuche und durch telefonischen Kontakt sind wir kontinuierlich im Austausch. So können wir bei Krisen und sonstigen Schwierigkeiten persönlich unterstützen.“ Während des Jahres bekomme sie so mit, wie die Teilnehmenden sich weiterentwickeln und neue Sichtweisen auf das Leben in Deutschland, ihre Heimat und die lokale Gesellschaft gewinnen. 

Dirk Hennig, Bundesvorsitzender der ökologischen Freiwilligendienste hebt hervor, dass es bei vielen Trägern zwei Jahre gebraucht hat, bis sie integrative Strukturen für Geflüchtete aufgebaut haben“. Wenn jetzt die Mittel wieder gestrichen würden, „fallen die Strukturen wieder in sich zusammen“.

Jan Holze, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, sagte dazu: „Das Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF) hat die Arbeit in den Sportvereinen und –verbänden sehr bereichert. Mit Nachdruck setzt sich die Deutsche Sportjugend dafür ein, die Mittel des Programms für die Freiwilligendienste zu erhalten und damit die Freiwilligenarbeit mit und für Geflüchtete nachhaltig zu stärken.“

Niels Annen lobte den großen Integrationscharakter des Freiwilligendienstes beim  ETV und meint, dass „solche gelungenen Integrationsprojekte weiter geführt werden müssen“. Er wird sich auf Bundesebene für den Erhalt der Mittel für inklusive Freiwilligendienste einsetzen.


Niels Annen bei seinem Besuch des ETV, v.l.n.r.: Tore Süßenguth Fachbereich Incoming AKLHÜ e.V. ; Karen Nakamura Integrationsbeauftragte Eimsbütteler Turnverband e.V.; Mansuar Asadi Freiwilliger aus dem Iran; Niels Annen, Staatsminister Auswärtiges Amt; Dirk Henning Vorstand Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V. /ÖBFD; Ina Buck Referentin Freiwilligendienste im Sport Hamburger Sportjugend

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