Jubiläum einer Erfolgsgeschichte: #25JahreKOS

29.11.2018

Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) feiert Jubiläum.

Jugendministerin Dr. Franziska Giffey brachte es bei der Festveranstaltung am 28.11.2018 in Berlin auf den Punkt: Fußball verbindet, stiftet Identität – sorgt aber auch für Konflikte. In der Lösung dieser Konflikte nehmen die KOS und die Fanprojekte eine wichtige Rolle ein. Sie leisten hier in der Jugendsozialarbeit seit Jahren hervorragende Arbeit, von der Fans, Kommunen, Vereine und Verbände profitieren.

Mit dem Inkrafttreten des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit (NKSS) 1993 nahm die KOS vor 25 Jahren ihre Arbeit auf. Die KOS wurde eingerichtet, um die Arbeit der sozialpädagogischen Fanprojekte inhaltlich zu begleiten und bei der Einrichtung weiterer Projekte mitzuwirken. Dies ist ihr in dieser Zeit eindrucksvoll gelungen. Das Netzwerk ist von damals 12 auf bundesweit mittlerweile 59 Fanprojekte angewachsen, die mit 66 Fanszenen arbeiten.

Dabei wirkt die Arbeit der Fanprojekte weit über den Fußball hinaus. Die KOS und die Fanprojekte fördern demokratische Prozesse bei den Jugendlichen und jungen Fans und setzen sich bspw. gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ein. Dieses Engagement strahlt auch auf gesellschaftspolitische Prozesse aus.

Mit einem Festakt im Umweltforum Berlin feierte die KOS nun ihr 25jähriges Jubiläum.
Neben Jugendministerin Dr. Franziska Giffey dankten unter anderem auch die beiden weiteren finanziellen Förderer DFB und DFL für 25 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Dr. Reinhard Grindel, DFB-Präsident: „Für mich steht außer Frage – 25 Jahre KOS sind eine Erfolgsgeschichte. Wenn wir uns erinnern an die Situation in deutschen Stadien im Jahr 1993 und diese vergleichen mit der Gegenwart, dann können wir bilanzieren: Vieles ist besser geworden. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit sind erheblich zurückgegangen. Daran haben die Koordinationsstelle und die Fanprojekte einen maßgeblichen Anteil.

Ansgar Schwenken, Direktor Fußball-Angelegenheiten & Fans der DFL: Völlig zurecht erhält die KOS in diesen Tagen ihres 25-jährigen Jubiläums viel Lob für ihre Erfolge. Ohne ihre vernetzte Arbeit in der gesamten Bundesrepublik würde es die beachtliche Bilanz der sozialen Arbeit mit Fußballfans sicher nicht geben. Die KOS ist nicht nur Repräsentant und Moderator, sie hat sich als Taktgeber dieser Bewegung verdient gemacht und kann darauf stolz sein.

In einem Impulsvortrag beleuchtete Prof. Dr. Andreas Zick von der Universität Bielefeld „Fanarbeit in einer herausgeforderten Gesellschaft“. Das Bild des Fußballs und seiner Fans ist immer noch von Gewalt geprägt. Gleichzeitig ist die soziale Norm im Fußball von Fairplay, Integration, Toleranz und Vielfalt geprägt. Dabei sind nur rund 4% der Fans als gewaltsuchend einzustufen, die restlichen 96% wünschen sich ein sicheres Fußballerlebnis. Weiter wird der öffentliche Raum immer mehr zu einer Kampfzone um etablierte Vorrechte, z.B. gegenüber Geflüchteten. Die Fanprojekte treten hier als Mittler auf und fördern in den Fanszenen demokratische Werte, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das bisher Erreichte müsse geschätzt, die Arbeit für die Zukunft gesichert werden.

In einer Podiumsdiskussion unter dem Thema „Unbequem und unabhängig – Fanprojekte im Wandel der Zeit“ diskutierten Fanprojekte, Fans und Funktionäre die Entwicklung der Fanarbeit von 1993 bis heute. Zu Beginn seien Fanprojekte und die Sozialarbeiter/innen als „wilder Haufen“ gesehen worden, Verbände wussten nicht mit dem Klientel umzugehen. Um das Ansehen und die Vernetzung der ersten Fanprojekte zu stärken, sollte eine Koordinationsstelle gegründet werden. Das wurde nicht überall begrüßt, Vertrauen musste aufgebaut werden. Dies sei der KOS eindrucksvoll gelungen. Heute gelte sie als absolutes Kompetenzzentrum und sie ist national wie international gefragter Gesprächspartner.

Die Fanarbeit habe sich von der Arbeit mit gewaltsuchenden Hooligans zu Jugendsozialarbeit verändert. Heute könne man junge Menschen auf ihrem Weg begleiten und ihnen Werte mitgeben.

Jan Holze, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend, zog eine positive Bilanz zu 25 Jahren KOS und einem gelungenen Jubiläum. „Die Deutsche Sportjugend als Träger der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj ist stolz auf das Erreichte. Das System der sozialpädagogischen Arbeit der Fanprojekte ist international einzigartig und beispielgebend – die Expertise der KOS ist national wie international gefragt. Dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga danke ich für ihre bisherige finanzielle Unterstützung und inhaltliche Mitwirkung. Gleichzeitig bitte ich sie, ihr Engagement fortzusetzen und idealerweise noch auszubauen, damit es uns gemeinsam gelingt, das hohe Niveau der Arbeit der KOS nicht nur zu stabilisieren, sondern durch geeignete Maßnahmen weiter zu entwickeln und so die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.“

Weitere Informationen: www.kos-fanprojekte.de 


Michael Gabriel (Leiter der KOS), Dr. Franziska Giffey (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Jan Holze (1. Vorsitzender der dsj), Foto: dsj

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