Junge Menschen in den Fokus zu rücken

18.11.2021

Informationen zum Europäischen Jahr der Jugend 2022

Nachdem EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen im Rahmen ihrer Rede zur Lage der Union angekündigt hatte, das Jahr 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend auszurufen, folgte am 14. Oktober 2021 ein entsprechender Vorschlag der Kommission (Pressemitteilung). Europäische Jahre sind stets bestimmten Themen gewidmet und werden seit 1983 durch die EU ausgerufen, um zu diesen Themen Diskussionen auf nationaler und europäischer Ebene anzustoßen. 

Das Europäische Jahr der Jugend 2022 hat zum Ziel, junge Menschen in den Fokus zu rücken, die im Zuge der COVID-19-Pandemie für andere auf vieles verzichtet und in beispielloser Weise unter Auswirkungen auf Bildung, Beschäftigung, soziale Inklusion und psychische Gesundheit gelitten haben. Sie sollen nun die Möglichkeit bekommen, ihre Beiträge und Sichtweisen einzubringen, um die Zukunft Europas nach ihren Vorstellungen gestalten zu können. Dies soll geschehen, indem:

  • Herausgestellt wird, wie der ökologische und digitale Wandel eine neue Perspektive für die Zukunft sowie Chancen zum Ausgleich der negativen Auswirkungen der Pandemie bietet;
  • Alle jungen Menschen, vor allem solche mit geringen Chancen, aus benachteiligten Verhältnissen, ländlichen oder abgelegenen Gebieten sowie besonders schutzbedürftigen Gruppen ermutigt werden, sich staatsbürgerlich und politisch zu engagieren;
  • Stärker bekannt gemacht wird, welche Chancen die politischen Maßnahmen auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene für die Entwicklung junger Menschen eröffnen;
  • Jungen Menschen zugehört und aus ihrer Tatkraft, ihren Vorstellungen und Überzeugungen Inspiration für die Gestaltung des europäischen Projekts auf Grundlage der Konferenz zur Zukunft Europas geschöpft wird.

Dazu will die Kommission in Abstimmung mit anderen EU-Organen, den Mitgliedstaaten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und jungen Menschen im Laufe des Jahres verschiedene Aktivitäten auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene anbieten und neue Initiativen prüfen. Zur Ausgestaltung der Aktivitäten und Aktionen bleibt der Vorschlag der Kommission vage; sie sollen aber für alle Mitgliedsstaaten relevant sein. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, eine nationale Koordinierungsstelle zu benennen, um die Teilnahme am Europäischen Jahr der Jugend zu organisieren. Diese Koordinierungsstellen sollen in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen von Organisationen oder Einrichtungen im Jugendbereich junge Menschen aktiv in die Vorbereitung und Durchführung der Aktivitäten des Europäischem Jahres der Jugend 2022 einbinden. Auch jetzt schon sind die Meinungen junger Menschen gefragt: Zurzeit erstellt die Kommission ihr Arbeitsprogramm und bis zum 20. November 2021 können Interessierte ihre Ideen und Vorschläge dazu über eine Umfrage des Europäischen Jugendportals einreichen.

Auf einer allgemeineren Ebene soll das Europäische Jahr der Jugend mit der erfolgreichen Umsetzung von NextGenerationEU einhergehen. Dabei strebt es Synergien und gegenseitige Ergänzung mit anderen EU-Programmen für junge Menschen in allen Bereichen an. Für jugendrelevante Investitionen kommen derzeit erhebliche EU-Mittel aus verschiedenen Programmen und Instrumenten der EU in Betracht, unter anderem von Erasmus+, dem Europäischen Solidaritätskorps, Kreatives Europa und dem Europäischen Sozialfonds Plus. Ein Fokus liegt auf der Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen im Zuge der Erholung nach der Pandemie, unter anderem durch die Empfehlung der Kommission für eine wirksame aktive Beschäftigungsförderung nach der COVID-19-Krise (EASE) sowie den Start der neuen Initiative ALMA (Aim, Learn, Master, Achieve). ALMA soll benachteiligten Menschen von 18 bis 30 Jahren, die weder eine Arbeit haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren, die Möglichkeit eröffnen, praktische Erfahrung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat zu sammeln.

Momentan wird der Vorschlag der Kommission von EU-Parlament und Rat unter Berücksichtigung der Stellungnahmen des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses und des Ausschusses der Regionen erörtert. Es wird erwartet, dass Veranstaltungen und Aktivitäten im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend im Januar 2022 anlaufen. 



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