Kabinettsausschuss verabschiedet Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus

01.12.2020

Organisierter Sport als wichtiger zivilgesellschaftlicher Partner beteiligt

Am 25. November 2020 hat der Kabinettsausschuss einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus veröffentlicht. Das Ergebnis entstand unter Einbeziehung wichtiger zivilgesellschaftlicher Partner. dsj und DOSB haben sich am Konsultationsprozess beteiligt und dem Kabinettsausschuss entsprechende Forderungen und Feststellungen mit auf den Weg gegeben. 

Mehr als jede*r vierte Bundesbürger*in ist Mitglied in einem Sportverein und der organisierte Sport in Deutschland ist damit elementarer Teil der Gesellschaft. Damit einher geht, dass auch im Sport Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus oder Rechtsextremismus und damit verbundene Gewalt existiert. Ziel muss es hier sein, Grundlagen für ein demokratisches Denken und die nachhaltige Förderung der Teilhabe zu schaffen. Deshalb engagiert sich die dsj seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus und bearbeitet das Thema in ihrem Handlungsfeld „Sport mit Courage“. Mit dem Programm „Integration durch Sport“ ist der DOSB außerdem seit über 30 Jahren bundesweit aktiv. Zudem haben sich DOSB und dsj im Sommer dieses Jahres mit einer gemeinsamen Haltung zum Umgang mit antidemokratischen, rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen und für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft klar positioniert.  

Über diese Arbeit hinaus braucht der organisierte Sport weitere Unterstützung, um sich aktiv Rassismus und Rechtsextremismus entgegenzustellen. Umso mehr begrüßt die dsj, dass über den nun verabschiedeten Maßnahmenkatalog auch eine Stärkung der Aktivitäten des organisierten Sports im Kampf gegen Rassismus vorgesehen ist. Konkret benannt ist die  

  • Unterstützung von Integrationsmaßnahmen mit Sportbezug,  
  • die Schaffung von Modellprojekten im Bereich Sport und Integration und  
  • der Ausbau von Kooperationen des organisierten Sports mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. 

Aber auch weitere vom Kabinettsausschuss der Bundesregierung beschlossene Maßnahmen betreffen den organisierten Sport. Beispielhaft zu nennen ist die  

  • Erhöhung des Gesamtbudgets im Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“, in dem auch die dsj mit elf weiteren Sportverbänden aktiv ist.  Außerdem ist der 
  • nachhaltige Ausbau der politischen Jugendarbeit in den Regelstrukturen im Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) geplant sowie die  
  • weitere Stärkung von Jugendaustauschen.  

In die vorgesehene Unterstützung kommunaler Strukturen im Kampf gegen Rassismus wird auch der organisierte Sport als wichtiger Partner im Sozialraum in ländlichen und urbanen Gebieten einbezogen werden müssen. Um aber Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Rassismus abzusichern, braucht es mehr als bisher durch die Bundesregierung angekündigt, verlässliche finanzielle und strukturellen Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund unterstützt die dsj auch die Forderung nach einem Demokratiefördergesetz.  

Bei der Umsetzung des Maßnahmenkatalogs ist die Zivilgesellschaft gefragt und sollte somit auch weiter eng eingebunden sein. dsj und DOSB habe mit ihrem Beitrag zum Konsultationsverfahren der Bundesregierung den gemeinsamen Einsatz für die Sache bereits zugesagt. 



Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

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