Netzwerktreffen „Geflüchtete und Sport“

07.05.2019

Integration gezielt fördern

Die Projekte Willkommen im Sport des DOSB und Orientierung durch Sport der dsj setzen an den Bedürfnissen der Geflüchteten an und bieten ihnen die Möglichkeit, unter dem Dach des Vereins Sport zu treiben. Am Samstag den 4. Mai 2019 trafen sich rund 40 Verantwortliche und Engagierte aus diesen Projekten in Frankfurt am Main zur Vernetzung und Fortbildung.

Kirsten Hasenpusch (dsj-Vorstand) begrüßte die Teilnehmenden auch im Namen des dsj-Vorsitzenden  Jan Holze und des DOSB. „Sport ist ein tolles Medium, um Grenzen und Barrieren abzubauen“, so Hasenpusch. Sie dankte den Akteur*innen vor Ort, die mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag leisten und den zum Teil traumatisierten Geflüchteten wertvolle Begegnungen und Gemeinschaftserlebnisse ermöglichen. Dass sowohl bei der dsj als auch beim DOSB die Anzahl der Projekte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, zeige, dass der Sport sich seiner Verantwortung bewusst ist“, so Hasenpusch.

Einen expliziten Dank richtete sie an Marius Dietrich (Bundeskanzleramt) und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, durch deren Förderung die zahlreichen Sportprojekte umgesetzt werden können.

Marius Dietrich, Referent im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung, ging in seiner Präsentation u.a. auf die Entwicklung der Asylanträge, der Registrierung von Asylsuchenden in Deutschland und deren Hauptherkunftsländern ein.  Er würdigte die Integrationspotenziale des Sports und wies gleichzeitig daraufhin, dass „die Sportvereine nicht überfordert werden“ dürften und „Integration gezielt gefördert werden“ müsse.

Im weiteren Verlauf der Tagung erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit zur Selbstreflexion durch Aktivitäten nach der einzigartigen „Betzavta-Methodik“ („Umwandlung eines Konflikts in ein Dilemma“). Im Rahmen des Kultur-Bingos ging es beispielsweise darum, aus welcher Perspektive ich Fragen stelle oder welche Frage ich wem stelle.  „Zugehörigkeiten“ galt es bei der „Aufkleber-Aktivität“ zu finden und beim „Prinzendrama“ ging es um die Aushandlung von Werten und welche Werte in welchen Kulturkreisen beispielsweise eine größere oder kleinere Rolle spielen. Das Aufzeigen von „stillschweigenden Annahmen“ erzeugte das ein oder andere Aha-Erlebnis.

Einblicke in die praktische Arbeit vor Ort gab es u.a. aus dem Saarland. Manuela Garib, Sarab Ahmad und Julia Schmitt (LSV Saarland) gingen darauf ein, wie die Ansprache geflüchteter Frauen und Mädchen gelingen kann. Melanie Wotsch (KSB Mittelsachsen) berichtete von ihren Erfahrungen mit Schnupperkursen und der Integration im ländlichen Raum.

Zu Themen wie „Frauen und Mädchen im Kontext von Religion und Sport“, „Interkulturelle Kompetenz“, „Sprachanimation“ und „Nachhaltigkeit“ fand ein weiterer Austausch statt und die Teilnehmenden erhielten wichtige Anregungen für ihre weitere Arbeit.


Ergebnisse des Graphic Recordings beim Netzwerktreffen "Geflüchtete und Sport" / Foto: dsj

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