Prävention sexualisierter Gewalt im Nachwuchsleistungssport

24.07.2019

dsj unterstützt neues Forschungsprojekt „TraiNah“

Nach der gelungenen Kooperation der Wissenschaftler*innen der Deutschen Sporthochschule Köln, des Universitätsklinikums Ulm und der Deutschen Sportjugend im Projekt »Safe Sport« setzen die Forscher*innen nun die Arbeit gemeinsam mit verschiedenen Sportverbänden im Projekt „TraiNah“ fort. Die Deutsche Sportjugend (dsj) unterstützt das Projekt fachlich.

Zentrale Ziele des Projekts sind die Stärkung der Handlungssicherheit von Trainer*innen zur Prävention von sexualisierter Gewalt sowie die Vermittlung von Handlungsstrategien zum angemessenen Umgang mit Nähe und Distanz. 

Das Projekt „TraiNah“ wird in drei Modulen umgesetzt. In Modul 1 werden Trainer*innen im Nachwuchsleistungsbereich in Form von Interviews und einer Online-Befragung befragt. In Modul 2 wird parallel dazu die Perspektive der Athlet*innen im Nachwuchsleistungsbereich erfasst, um auch ihre Erfahrungen in der Gestaltung von Beziehungen im Nachwuchsleistungssport zu berücksichtigen. Die Ergebnisse der Befragungen aus den Modulen 1 und 2 stellen dann die Grundlage für die Entwicklung von Schulungen für Trainer*innen in Modul 3 dar. Diese Schulungen werden im Projektzeitraum durchgeführt und evaluiert. Zur weiteren Verbreitung der Erkenntnisse sind schließlich Schulungen mit Multiplikator*innen geplant.

„Über sexualisierte Gewalt zu sprechen muss Alltag sein, auch im Nachwuchsleistungssport. Das Projekt TraiNah mit seinen kooperierenden Verbänden leistet hierzu einen wertvollen Beitrag. Wir erhoffen uns Erkenntnisse darüber, wie Athlet*innen den Umgang mit körperlichen Grenzen wahrnehmen und was wir Trainer*innen als konkrete Hilfestellung vermitteln können, um professionell mit diesem Näheverhältnis umgehen zu können“, sagt Jan Holze, 1. Vorsitzender der dsj.

Neben der Deutschen Sportjugend sind zentrale Kooperationspartner für das Projekt „TraiNah“ die Trainerakademie Köln und der Berufsverband der Trainer*innen im deutschen Sport sowie die vier Spitzenverbände Deutscher Basketball Bund, Deutsche Reiterliche Vereinigung, Deutscher Schwimm-Verband und Deutscher Turner-Bund.

Das Forschungsprojekt „TraiNah“ wird aus Mitteln des Bundesinstituts für Sportwissenschaft für eine Laufzeit von zwei Jahren gefördert (April 2019 – März 2021).

Die Projektleitungen liegen bei Dr. Bettina Rulofs und Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews an der Deut­schen Sporthochschule Köln sowie bei Dr. Jeannine Ohlert und PD Dr. Marc Allroggen am Universitätsklinikum Ulm.
Weitere Infos gibt es hier zum Download.


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