Reform des Jugendschutzgesetzes beschlossen

11.03.2021

Rechtsrahmen für einen modernen Kinder- und Jugendmedienschutz soll ab 1. April 2021 in Kraft treten

Der Deutsche Bundestag hat den Rechtsrahmen für einen modernen Kinder- und Jugendmedienschutz und ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien beschlossen. dsj und DOSB hatten im Januar 2021 die Ziele des Gesetzesvorhaben zur Reform des Jugendschutzgesetzes begrüßt. 
Das neue Jugendschutzgesetz verbessert den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexueller Anmache oder Kostenfallen, Orientierung für Eltern, Fachkräfte und Jugendliche durch einheitliche Alterskennzeichen, Durchsetzung der Regelungen auch gegenüber ausländischen Anbietern, die Kinder und Jugendliche besonders viel nutzen. Das neue Jugendschutzgesetz sorgt auch dafür, dass Filme oder Spiele verbindlich und einheitlich Alterseinstufungen erhalten, ob online oder im Einzelhandel. Das Gesetz sieht vor, dass etwa Kostenfallen, unbeschränkte Kontaktfunktionen oder glücksspielähnliche Elemente durch Kennzeichnungen mit Symbolen, die neben die bekannte Alterskennzeichnung tritt, transparent gemacht werden müssen. 
Vorgesehen ist auch, dass die bisherige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien noch in diesem Jahr zu einer Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz ausgebaut wird. Die Regelungen sollen zum 1. April 2021 in Kraft treten. 

Zahlen und Fakten laut Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): 

  • Im Jahr 2019 waren Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren täglich 205 Minuten online. Im Jahr 2020 waren es sogar 258 Minuten täglich. 
  • Über 40 Prozent der 10- bis 18-Jährigen haben im Internet bereits negative Erfahrungen gemacht; über 1 Million von ihnen haben etwas gesehen, das sie geängstigt hat. 
  • 800.000 der 10- bis 18-Jährigen wurden bereits im Netz beleidigt oder gemobbt. 
  • 250.000 Kinder wurden von Erwachsenen mit dem Ziel sexuellen Missbrauchs kontaktiert. 
  • 70 Prozent der Mädchen und Frauen sind bei der Nutzung sozialer Medien von digitaler Gewalt betroffen. 


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