„Das trifft uns hart!“

29.10.2020

Im neuen Lockdown der Bundesregierung muss auch der Vereinssport erneut schließen

Am gestrigen Mittwoch, 28. Oktober 2020, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident*innen der Bundesländer weitere Maßnahmen in der Coronakrise beschlossen, die auch den Sport massiv betreffen, insbesondere den Freizeit- und Amateursportbetrieb. In der veröffentlichten Beschlussfassung heißt es: „Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eignen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen.“ 

Dieser Umstand trifft insbesondere den Kinder- und Jugendsport hart! Der Lockdown zu Beginn des Jahres hat gezeigt, wie sehr Kinder und Jugendliche physisch und psychisch unter Bewegungsmangel leiden. Dies hat nicht nur Einfluss auf die Gesundheit und die Entwicklung, sondern auch auf das Lernverhalten und das soziale Miteinander. Natürlich wird der organisierte Sport auch weiterhin alles daransetzen, bei der Eindämmung der Corona-Pandemie mitzuhelfen. Deswegen heißt es jetzt für alle, ein Zeichen der Gemeinschaft und der Solidarität zu setzen! Gleichzeitig muss klar sein, dass die Regelungen nur vorübergehend gelten können und der Vereinssport so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden muss. Bis dahin gilt es, an die vielen kreativen Ideen und die Motivation aus dem Frühjahr anzuknüpfen. Zunächst geht es darum, die nächsten vier Wochen sinnvoll zu nutzen, aber auch gemeinsam durch diesen Corona geprägten Winter zu kommen. 

Daher fordert die dsj weiterhin - wie in einem gemeinsamen Positionspapier mit dem DOSB im Mai dieses Jahres dargelegt –aktive Alternativen zur Überbrückung ein. Hieran gilt es auch jetzt sich weiter zu orientieren: 

  1. Sportunterricht (wieder) anbieten!  
  2. Alle Kinder und Jugendliche in Bewegung bringen!  
  3. Alternative Bewegungsideen entwickeln – Bewegungsräume im Freien nutzen!  
  4. Kooperationen mit Sportvereinen nutzen!  
  5. Digitale Bewegungsangebote in den Schulalltag einbeziehen!  
  6. Bewegungshausaufgaben aufgeben! 
  7. Bewegte Pausen einführen! 

„Wenn der Vereinssport wegfällt, müssten alternative Bewegungsideen entwickelt werden“, erklärt Michael Leyendecker, 1. Vorsitzender der Deutschen Sportjugend in einem Interview mit der Sportschau. „Der Wunsch von jungen Menschen, sich zu bewegen, ist enorm groß. Dabei müssen sich die Schulen und Kitas auch digitalen Angeboten oder Bewegungshausaufgaben öffnen und hierbei auf die Kompetenz und Kreativität von Sportvereinen zurückgreifen, damit trotz geschlossener Vereinsangebote ausreichend Bewegung ermöglicht wird. Denn nur über die Schulen und Kitas erreichen wir alle Kinder und Jugendlichen." 

Bewegung ist aber nicht nur im Schulalltag oder in der Kita wichtig. Die dsj hat eine Sammlung für digitale Bewegungsideen zuhause unter #heimarena auf ihrem Youtube-Kanal zusammengestellt. Kreative alternative Bewegungs- und Sportideen unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln für Kinder und Jugendliche im Sportverein und in der Schule gibt es zudem auf der Website unter dem  #sportjugendarena.  



Foto: Adobe/Micha Klootwijk Photography

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