Sport für Kinder und Jugendliche mit Krebs – geht das?

07.04.2022

Das Netzwerk ActiveOncoKids setzt sich für die Bewegungsrechte von Kindern und Jugendlichen während und nach einer Krebserkrankung ein

Bewegung und Sport sind für Kinder und Jugendliche wichtige Elemente eines gesunden Heranwachsens – auch und gerade dann, wenn sie chronisch krank sind. Bei gesunden Kindern findet diese Förderung automatisch statt. Bei Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung hingegen wird diese durch kleine Patientenzimmer, fehlende Angebote und soziale Isolation aufgrund der Infektanfälligkeit stark gebremst. Auch in der Nachsorge einer kinderonkologischen Erkrankung wurden neben den therapiebedingten Spätfolgen, ein reduziertes körperliches Aktivitätslevel und eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit gezeigt. Das Netzwerk ActiveOncoKids (NAOK) ist eine bundesweite Initiative mit dem Hauptziel, Kindern und Jugendlichen während und nach einer Krebserkrankung den Zugang zu Sport und Bewegung individuell, barrierefrei und unter dem Aspekt der Teilhabe zu ermöglichen.  

Was gibt es bereits? 

Zum aktuellen Zeitpunkt findet an 27 kinderonkologischen Kliniken ein Sportangebot für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche zusätzlich zur Physiotherapie statt. Siebzehn Akuthäuser und Rehakliniken bieten ein Nachsorgeangebot an. Teilweise kooperieren die Zentren mit Sportvereinen wie bspw. am Standort Berlin, im Rahmen einer einmaligen Förderung über „Kein Kind ohne Sport“ am Standort Lübeck oder bspw. durch die Bereitstellung von Segelmaterial- und -trainer*innen im Zentrum Ruhr. 

Was bietet das NAOK für Vereine und ihre Mitarbeiter*innen an? 

Das NAOK ist ansprechbar, wenn bspw. ein Kind oder Jugendlicher mit bzw. nach einer onkologischen Erkrankung am Vereinssport teilnehmen möchte und z.B. folgende Fragen auftreten: 

  • Wie erkenne ich individuelle Belastungseinschränkungen?  
  • In welchen Situationen benötigt das Kind/ der oder die Jugendliche insbesondere Unterstützung?  
  • Müssen die anderen Kinder und Jugendliche in der Sportgruppe irgendwelche Informationen erhalten? 

Was bietet das NAOK für Betroffene an? 

Neben den Bewegungsexpert*innen, richtet sich die kostenfreie Sportberatung auch an betroffene Familien. Hierbei stehen vor allem diese Themen im Vordergrund: 

  • Zurückgewinnung des Vertrauens in den eigenen Körper  
  • Finden einer geeigneten Sportart im passenden Verein vor Ort 
  • Unterstützen bei der Reintegration in den Schulsport 
  • Schreiben von Trainingsplänen 

Was wünscht sich das NAOK von den Vereinen? 

Weiterhin die Offenheit kreative Lösungen zu finden, wenn  

  • … ein Jugendlicher nach einer Leukämie nicht (mehr) schnell genug ist, um beim Fußball in seiner Altersklasse mitzuspielen und dafür in einer tieferen trainieren darf.  
  • … ein 10-jähriges Mädchen mit einer Knieprothese nach einem Knochentumor nicht mehr an Wettkämpfen teilnimmt, aber weiterhin einmal die Woche in ihrem alten Turnverein mittrainiert. 
  • … ein Junge nach einem Hirntumor mit dem Schwimmtraining anfängt und alle anderen in der Trainingsgruppe darauf achten, dass der Shunt in seinem Kopf nicht berührt wird. 

Das Netzwerk ActiveOncoKids bietet zur weiteren Information einen Infofilm, eine Übersicht rechtlicher Leitlinien sowie eine Trainingsbroschüre an. Für einen ersten Kontakt oder weitere Informationen stehen Dr. Miriam Götte und Gabriele Gauß (0201-723-6563) zur Verfügung.



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