Trainer*innen und Übungsleiter*innen im Sportentwicklungsbericht

10.11.2020

Welche Botschaften ergeben sich für den Kinder- und Jugendsport? – Teil II 

Fortsetzung zum Sportentwicklungsberichts Teil I 

Junge Menschen engagieren sich als Trainer*innen und Übungsleiter*innen, weil sie die Vereinsgemeinschaft und das Vereinsleben schätzen. Dieses Motiv ist stärker ausgeprägt als in den mittleren Altersklassen. Außerdem wollen sich die bis zu 18-jährigen Trainer*innen herausfordern und die eigenen Fähigkeiten testen, was sie stark von den anderen Altersgruppen unterscheidet.  

Diese Erkenntnisse wurden aus einer Befragung von 6.752 Trainer*innen und Übungsleiter*innen aus 2.352 Sportvereinen und aus allen 16 Bundesländern Deutschlands im Rahmen der jetzt veröffentlichten Stakeholder-Befragung des Sportentwicklungsberichtes (SEB)  2017/2018 gewonnen.   

Die Deutsche Sportjugend hat einen Blick auf die Ergebnisse geworfen und daraus Botschaften abgeleitet, die insbesondere für alle Aktiven im Kinder- und Jugendsport (sowohl Leistungs- als auch Breitensport) spannend sein werden.  

Botschaft 5: Junge Trainer*innen und Übungsleiter*innen fördern, fordern und ihnen den Raum zum Ausprobieren geben.  
Laut SEB sind Trainer*innen und Übungsleiter*innen bis zu 26 Jahren stärker dadurch motiviert, sich persönlich weiterzuentwickeln, Erfahrungen zu sammeln sowie Dinge zu lernen, die sie in anderen Bereichen anwenden können, als andere Altersgruppen.  

Um mehr junge Menschen für ein Engagement als Trainer*in/Übungsleiter*in zu gewinnen, müssen passende Anreize geschaffen werden, wie die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung. Dazu gehört auch, dass sie den Freiraum und das Vertrauen erhalten, sich im Verein auszuprobieren und mitgestalten zu dürfen.   

Botschaft 6: Mehr Anerkennung der Trainer*innen und Übungsleiter*innen durch eine gerechte Vergütung.  
Laut SEB sind Trainer*innen und Übungsleiter*innen mit ihrer Tätigkeit voll zufrieden. Weniger zufrieden sind sie mit der finanziellen Vergütung sowie der Anerkennung in Form von Zeugnissen, Ausweisen oder Ähnlichem.  

Das Vergütungssystem muss transparenter und gerechter werden. Auch bei besonderem Engagement von Trainer*innen und Übungsleiter*innen sind Auszeichnungen, mehr Lob oder eine Anerkennung in Form von Vergünstigungen und Aufwandsentschädigungen zu vergeben.  

Botschaft 7: Ansprechpartner*innen für Qualifizierungen implementieren sowie Angebote der Aus- und Fortbildungen an die Bedürfnisse der Trainer*innen/Übungsleiter*innen anpassen.  
Laut SEB weisen Trainer*innen und Übungsleiter*innen, die bereits eine Lizenz haben, eine höhere Qualifizierungsbereitschaft auf. Im Verein wirkt sich die Anwesenheit eines*r Ansprechpartner*in, die für die Aus- und Weiterbildung im Verein zuständig ist, positiv auf die Qualifizierungsbereitschaft aus. Trainer*innen und Übungsleiter*innen ohne Lizenz sind eher unzufrieden mit den Angeboten in den Qualifizierungen.  

Um auch die nicht lizenzierten Trainer*innen und Übungsleiter*innen für eine Aus- und Fortbildung zu gewinnen, sind Ansprechpartner*innen nötig sowie die Anpassung der Aus- und Fortbildungsangebote an die Bedürfnisse der Trainer*innen.    

Botschaft 8: Barrierefreie Zugänge für die Tätigkeit als Trainer*in/Übungsleiter*in schaffen!  
Im Vergleich zur gesamtdeutschen Bevölkerung lag die Quote der schwerbehinderten Menschen bei den Trainer*innen und Übungsleiter*innen unter dem Bundesschnitt.  

Um ein vielfältiges und inklusives Engagement auch unter den Trainer*innen und Übungsleiter*innen zu erreichen, sind Teilhabemöglichkeiten und Zugänge auch für Menschen mit Behinderung weiter auszubauen. Damit sollten barrierefreie Zugänge zu den Aus- und Fortbildungen entwickelt und eine gezielte Förderung junger Menschen mit Behinderung für die Trainer- oder Übungsleiter*innentätigkeit intensiviert werden.   

Die Kernbotschaften sollen dazu beitragen, das (junge) Engagement der Trainer*innen/Übungsleiter*innen zu stärken, wertzuschätzen und ihnen die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Gerade weil Trainer*innen und Übungsleiter*innen so viel Zeit mit Kindern und Jugendlichen verbringen und Vorbilder sind, brauchen sie eine gute Begleitung seitens der Verbände/Vereine, passende Aus- und Fortbildungsangebote und Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. 



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