Trainer*innen und Übungsleiter*innen im Sportentwicklungsbericht 

05.11.2020

Welche Botschaften ergeben sich für den Kinder- und Jugendsport? – Teil I 

Schon gewusst? Die meisten Trainer*innen und Übungsleiter*innen üben ihre Tätigkeit aus, weil es ihnen Spaß macht. Außerdem haben sie ein gutes Gefühl bei der Ausübung der Tätigkeit, Freude dabei, anderen zu helfen. Die Verbundenheit zur Sportart treibt sie an sowie das Gefühl, ein sinnvolles Engagement in der Freizeit auszuüben. Verglichen mit dem bundesdeutschen Schnitt sind Trainer*innen und Übungsleiter*innen außerdem auch zufriedener mit ihrem Leben! Solche Erkenntnisse können auch andere junge Menschen dazu motivieren, sich als Trainer*in oder Übungsleiter*in zu engagieren.   

Diese und weitere Anregungen für den Kinder- und Jugendsport hat die Deutsche Sportjugend aus dem jetzt veröffentlichen zweiten Teil des Sportentwicklungsberichtes (SEB) 2017/2018 gewonnen. 
In zwei aufeinander folgenden News-Beiträgen wird die dsj dabei insgesamt auf acht   Kernbotschaften aufmerksam machen, die insbesondere für alle Aktiven im Kinder- und Jugendsport (sowohl Leistungs- als auch Breitensport) spannend sein werden.  
Die Deutsche Sportjugend  widmet sich seit 2015 explizit den Trainer*innen, ihrer Rolle, ihren Kompetenzen und ihrer Schlüsselfunktion im Kinder- und Jugendsport (u. a. im Rahmen von TrainerInSportdeutschland).   

6.752 Trainer*innen und Übungsleiter*innen aus 2.352 Sportvereinen aus allen 16 Bundesländern Deutschlands beteiligten sich an der Stakeholder-Befragung und gaben u. a. Auskunft über ihre Zufriedenheit im Training oder ihre Motive für die Übernahme eines Ehrenamtes.  

Botschaft 1: Junge Menschen und Frauen stärker für die Trainer*innentätigkeit motivieren!  
Laut SEB sind Männer in der vorliegenden Stichprobe überrepräsentiert und im Durchschnitt waren die Trainer*innen und Übungsleiter*innen zum Zeitpunkt der Befragung 45 Jahre alt.
  

Zeitliche Einschränkungen, die Vereinbarkeit von Schule, Studium oder Ausbildung stellen für junge Menschen nach wie vor eine Herausforderung dar. Frauen sind seltener in der Rolle als Trainerin, sondern viel häufiger als Übungsleiterin im Breitensport anzutreffen. Die Aktivitäten der im Kinder- und Jugendsport Verantwortlichen sollten sich dahingehend intensivieren, junge und weibliche Personen für die Übungsleiter- oder Trainer*innentätigkeit zu begeistern.  

Botschaft 2: Engagement stärken und wertschätzen!  
Laut SEB geben knapp 80 % der teilnehmenden Trainer*innen und Übungsleiter*innen an, die Tätigkeit ehrenamtlich auszuüben. 
 

In den Sportvereinen Deutschlands sind insgesamt rund 606.600 ehrenamtliche Trainer*innen und Übungsleiter*innen tätig. Insgesamt ergibt sich ein monatlicher Engagementumfang von rund 10,8 Mio. Stunden, der nur durch Trainer*innen und Übungsleiter*innen erbracht wird.    
Dieses starke Engagement im Sport gilt es bildungspolitisch, ökonomisch und sozial anzuerkennen! Die Trainer*innen und Übungsleiter*innen verbringen sehr viel Zeit mit Kindern und Jugendlichen im Sport. Dieses Engagement sollte stärker anerkannt und die Trainer*innen und Übungsleiter*innen in ihrer Tätigkeit bestmöglich unterstützt werden!  

Botschaft 3: Aus- und Fortbildungen für Trainer*innen und Übungsleiter*innen ausbauen, flexibilisieren und mit kind- und jugendgerechten Methoden versehen!  
Laut SEB liegt der Fokus von lizensierten Trainer*innen für den sportartspezifischen Leistungssport klar auf der Gruppe der Jugendlichen.   
ABER, über ein Fünftel der Kinder trainierenden Trainer*innen und Übungsleiter*innen hat noch keine Ausbildung.  

Es ist erfreulich, dass Trainer*innen im sportartspezifischen Leistungssport über eine Lizenz verfügen. Verantwortliche im Kinder- und Jugendsport sollten sich jedoch deutlich für eine Aus- und Fortbildung für alle im Sport Aktiven einsetzen, die kind- und jugendgerechte Methoden sowie positive Rahmenbedingungen für die gelungene Entwicklung junger Sportler*innen vermittelt! Trainer*innen wissen, wie sie die motorische Leistungsfähigkeit ihrer Sportler*innen fördern. Aber sie benötigen auch geeignetes Werkzeug zur Förderung der Persönlichkeit und des Teams, um gemeinsam erfolgreicher und resilienter im Sport und Alltag zu werden. Darüber hinaus sollten blended-learning Formate weiter ausgebaut und genutzt werden, um eine zeitlich-räumliche Flexibilität für Ausbildungen zu schaffen.  

Botschaft 4: Geeignete Werkzeuge zur Förderung der Persönlichkeit, der Freude am Sport und der Partizipation von Sportler*innen in die Aus- und Fortbildungen von Trainer*innen integrieren!  
Laut SEB legen Trainer*innen und Übungsleiter*innen Wert darauf, dass ihre Teilnehmenden Spaß und Freude am Sport haben. Darüber hinaus verfolgt die Mehrheit sehr stark die Ziele, sportliches Fairplay zu vermitteln sowie die Persönlichkeitsentwicklung der Sportler*innen zu fördern. Seltener jedoch beziehen die Trainer*innen und Übungsleiter*innen aktiv die Teilnehmenden in das Training mit ein.
   

Das ist ein tolles Ergebnis. Sie sollten bei dieser Aufgabe stärker unterstützt werden, indem geeignete Instrumente zur Förderung der Persönlichkeit und der Freude am Sport zur Verfügung gestellt werden. Wie wäre es mit den Materialien von iCoachKids oder zur Persönlichkeits- und Teamentwicklung? Diese Materialien dürfen kostenfrei und kreativ eingesetzt werden! Möglichkeiten für Partizipation zu schaffen ist außerdem wichtig, damit Sportler*innen eigenständig werden und Spaß am Training empfinden! Hier sind weitere Anregungen und Methoden zu finden.  
Ihr dürft gespannt sein auf die nächsten News und die letzten vier Botschaften, die sich aus der Stakeholder-Befragung des Sportentwicklungsberichtes ergeben.  
Fortsetzung folgt….  



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