Vorsicht, Vorurteile!

10.12.2020

Kampagne des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

Rechtsextreme Übergriffe und rassistische Diskriminierungen sind ein dauerhaftes Problem in unserem Land. Allein im Jahr 2019 wurden 21.290 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund erfasst. Diese rechtsextremistischen Bestrebungen gefährden das friedliche Zusammenleben ebenso wie rassistische, antisemitische und totalitäre Ideologien und Diskriminierungen. 

Im Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus hat die Bundesregierung im Jahr 2017 ihre grundlegenden Positionen dargestellt. Aktuell hat der Kabinettsausschuss am 25. November 2020 einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus veröffentlicht.  Die Kampagne „Vorsicht, Vorurteile!“ des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufenen Bundesprogramms „Demokratie leben!“ will auf vorhandene Voreinstellungen und Alltagsrassismus aufmerksam machen und zeigen, dass wir alle im persönlichen Umfeld – beispielsweise auch im Sportverein – rassistische Handlungen und Aussagen hinterfragen und ihnen entgegentreten können. Die Motive, die bundesweit zu sehen sind, rücken Vorurteile und ihre Auswirkungen großflächig, prägnant und über Signalfarben in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Kampagnen-Website liefert ergänzend Informationen über rassistische Vorurteile, deren Entstehung und Auswirkungen auf Betroffene sowie über die Facetten von Rassismus. 

Mehr als jede*r vierte Bundesbürger*in ist Mitglied in einem Sportverein. Der organisierte Sport in Deutschland stellt damit sowohl Teil wie auch Spiegelbild der Gesellschaft dar. So ist leider auch der Sport nicht vor Phänomenen wie Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus oder Rechtsextremismus und damit verbundener Gewalt gefeit. Ziel muss es hier sein, Grundlagen für ein langfristiges, demokratisches Denken und die nachhaltige Förderung der demokratischen Teilhabe zu schaffen. Deshalb engagiert sich z.B. auch die dsj seit vielen Jahren gegen Rechtsextremismus, gruppiert die Aktivitäten in ihrem Handlungsfeld „Sport mit Courage“ und unterstützt deshalb auch die Kampagne “Vorsicht Vorurteile!” 

Die Kampagne regt an, eigene Vorurteile und Stereotype zu hinterfragen, und bietet einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit Rassismus und anderen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Nur wenige Menschen erkennen ihre eigenen rassistischen Einstellungen oder würden diese offen zugeben. Trotzdem sind wir alle von Vorurteilen und Stereotypen geprägt. Die Kampagne verdeutlicht, dass Vorurteile und Rassismus nicht nur Phänomene „bei anderen“ sind, sondern ein Teil unserer Gesellschaft. Daher liegt es auch an uns allen, diese zu erkennen und dagegen aktiv zu werden. Bei einem Selbsttest kann man erfahren, wie man spontan andere Menschen wahrnimmt. Wer selbst von Diskriminierung betroffen ist, erhält Informationen zu Beratungsangeboten. Menschen, die sich gegen Alltagsrassismus engagieren möchten, finden entsprechende Angebote, um aktiv zu werden. 



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