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06.03.2018

TuS Aschendorf e.V. – Schach in Aschendorf von 4 bis 16 Jahren

Der TuS Aschendorf e.V. hält mit seinem Projekt „Schach in Aschendorf von 4 bis 16“ zwar kein bewegtes, aber ein durchgängiges, entwicklungsförderndes Angebot vor, welches er in Kooperation mit Kita, Grundschule als auch weiterführender Schule umsetzt. Vom Kindergarten bis in die zehnte Klasse können Kinder zunächst spielerisch später auch im Wettbewerb das Schachspielen erschließen. Ziel ist es, das Schachspielen durchgängig in den verschiedenen Lebenswelten der Kinder zu etablieren, damit sich die damit verbundenen nachweislich positiven Effekte auch in den Bildungswegen der Kinder niederschlagen.
Laut Studien trägt Schachspielen dazu bei, die Konzentrationsfähigkeit von Kindern  zu erhöhen, die Leistungsmotivation, das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenz zu steigern aber auch das Lese, Sprach- und Mathematikverständnis zu verbessern. Diese Effekte werden im Rahmen des Projektes von Beginn an genutzt, um Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern. Das Grundkonzept der Umsetzung kann auch von anderen Sportvereinen mit einem bewegten Angebot genutzt werden.
Das Projekt beruht auf dem Gedanken, dass jedes Kind zwischen vier und 16 Jahren in Aschendorf die Möglichkeit haben soll, ein passendes Schachangebot zu nutzen. Dabei wird die Entwicklung der Kinder in sogenannten „Schachentwicklungsbögen“ festgehalten, die als Grundlage zum Austausch mit allen Beteiligten genutzt werden können. Aus der Vernetzung der beteiligten Partner ist mittlerweile ein kommunales Bildungsnetzwerk entstanden, das unter dem Namen „Aschendorfer Bildungslandschaft“ in der Region verankert wurde. Neben der Gestaltung von Bildungsübergängen ist insbesondere die soziale Integration ein Schwerpunkt der Arbeit des Bildungsnetzwerkes.
Konkret haben sich sowohl in der Kita als auch in den beteiligten Schulen regelmäßige Schachangebote etabliert. Darüber hinaus haben alle Schulen im Schulhof ein Gartenschachbrett angelegt, das das Schachspielen in der Pause ermöglicht. Auch im Ganztagsangebot einer Grundschule hat das Schachangebot Einzug gehalten. Diverse Wettbewerbsangebote wie Schulschachturniere oder kooperative Familienschachturniere ermöglichen das Messen mit anderen Kindern.
Besonders partizipativ ist das Projekt bei der Gestaltung einer eigenen Schachhomepage, die von Schülerinnen und Schülern gestaltet und gepflegt wird. Freizeit- und Nachmittagsturniere für Kindergarten- und Grundschulkinder werden ebenfalls von Schüler/innen organisiert.
Für pädagogische Fachkräfte an Kitas und Schulen wird eine eigene Fortbildung „Schulschachpatent der Deutschen Schulschachstiftung angeboten. Damit stehen neben dem durchgängig für alle Gruppen zuständigen Ansprechpartner des Vereins weitere qualifizierte Personen in der jeweiligen Einrichtung zur Verfügung, die bei Ausfällen das Angebot aufrechterhalten können.
Neben dem Austausch über den Schachentwicklungsbogen gibt es zahlreiche weitere Maßnahmen, die die Elternarbeit beleben. Darunter zählen beispielsweise Infoabende, Familienturniere oder auch Fortbildungen für Eltern.
 „Das Projekt zeigt, wie sich Sportvereine mit ihrer Kompetenz in Kooperationen mit Kindertagesstätten und Schulen gewinnbringend – bezogen auf die Kinder – einbringen können“, so Tobias Dollase, zuständiges Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend. „Der TuS Aschendorf e.V. nutzt das Schachspiel explizit zur Unterstützung der positiven Entwicklung von Kindern und stärkt diese nicht zuletzt durch das durchgängige Schachangebot für die Bewältigung des Übergangs vom Kindergarten in den Sportverein. Die umfassenden Aktivitäten des Vereins zeigen in beeindruckender Art und Weise wie umfassend und vielfältig ein Sportverein in die Arbeit eines Bildungsnetzwerkes als kompetenter Bildungspartner eintauchen kann.“


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