Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf zur Stärkung und besseren Koordination der Freiwilligendienste vorzulegen. Im Zusammenhang mit der Debatte um Wehr- und Zivildienst sollen bestehende Formate wie Bundesfreiwilligendienst, Jugendfreiwilligendienste sowie Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz langfristig weiterentwickelt und gestärkt werden.
Die Deutsche Sportjugend begrüßt diesen Vorstoß ausdrücklich. Gerade im Kinder- und Jugendsport sind Freiwilligendienste unverzichtbar. Tausende junge Menschen engagieren sich jedes Jahr in Sportvereinen, betreuen Kindergruppen, unterstützen Trainingsangebote und bringen neue Impulse in die Vereinsentwicklung. Dadurch leisten Freiwilligendienste einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur Resilienz und schlussendlich zur Stärkung der Demokratie. Eine verlässliche rechtliche und finanzielle Grundlage stärkt nicht nur die Freiwilligen selbst, sondern auch die Sportstrukturen vor Ort.
Aus Sicht der Deutschen Sportjugend ist vor allem mehr Planungssicherheit notwendig. In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Unsicherheiten bei der Finanzierung. Eine stabile gesetzliche Grundlage könnte Trägern und Einsatzstellen mehr Verlässlichkeit geben. Entscheidend bleibt dabei eine angemessene Finanzierung. Freiwilligendienstleistende aller Formate dürften nicht schlechter gestellt werden als die jungen Menschen, die eventuell zukünftig einen Zivildienst leisten – mit den gleichen Aufgaben in den gleichen Einsatzstellen.
Leitlinie aller Gesetzesvorhaben sollte die Umsetzung der Vision 2030 sein: ein Rechtsanspruch auf Förderung, eine qualifizierte pädagogische Begleitung sowie eine auskömmliche staatliche Finanzierung des Taschengeldes für alle Freiwilligen.
Die dsj betont, dass der Sport mit seinen über 90.000 Sportvereinen eine der wichtigsten Einsatzstellenlandschaften für Freiwilligendienste in Deutschland stellt. Eine politische Initiative, die die Bereitschaft zum Engagement insgesamt fördert, kommt unmittelbar auch den Vereinen zugute. Wenn der Staat Freiwilligendienste stärkt, stärkt er damit auch die wertvolle Arbeit der Vereine, die Bildungs-, Bewegungs- und Begegnungsräume für Kinder und Jugendliche schaffen.
Die dsj will den Gesetzgebungsprozess weiterhin konstruktiv begleiten und sich für verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine gute pädagogische Qualität einsetzen.