Junges Engagement im Sport braucht Unterstützung

Sportbezogene Auswertung der letzten Freiwilligensurveys zeigt Rückgänge bei Engagiertenzahlen

Der Verlust an jungen Engagierten im Sport, der von der Pandemie wie in einem Katalysator beschleunigt wurde, hat sich schon vor 2019 abgezeichnet. Dies belegt die sportbezogene Sonderauswertung der Deutschen Freiwilligensurveys, die von der Humboldt-Universität zu Berlin vorgelegt worden ist und als E-Book unter dem Link „Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement im Sport“ online zur Verfügung steht. 

Rund eine Million ehrenamtlich und freiwillig Engagierte hat der Sportbereich zwischen 2014 und 2019 verloren. Dies zeigt sich insbesondere bei den Menschen unter 25. Bei der jüngeren Altersgruppe findet man zudem deutliche Verluste bei den Aktiven im sportlichen Bereich, wie die Sonderauswertung sichtbar macht. 

Am stärksten betroffen waren zwischen 2014 und 2019 mit rund zehn Prozentpunkten die 14-19-Jährigen und damit die Jüngste der hier betrachteten Gruppen. Hier sank die Quote der aktiven Sportler*innen in der Alterskohorte von 67 auf 57 Prozent. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch bei den Engagierten zwischen 14 und 19 und, leicht schwächer, bei den 20 bis 25-Jährigen: Das Engagement sinkt signifikant, während sich bei Älteren kaum Änderungen feststellen lassen. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend pandemiebedingt weiter fortgesetzt hat. Entgegen diesem Trend lässt sich eine leichte Verjüngung in den Vorstands- und Leitungspositionen feststellen. Die intensive Mentoring- und Coachingarbeit der Vereine und Verbände scheint Früchte zu tragen. Diese Arbeit bleibt auch deswegen unverzichtbar, weil innerhalb der Gruppe der im Sportbereich Engagierten der Anteil der Funktionsträger*innen in Leitungs- und Vorstandsfunktionen um 1,2 Prozentpunkte sank. 

Der Freiwilligensurvey wurde vor Beginn der Corona-Pandemie durchgeführt. Die Analysen schließen nicht die Auswirkungen der Pandemie auf das freiwillige und ehrenamtliche Engagement im Sportbereich und anderen gesellschaftlichen Engagementbereichen ein. Vorliegende Studien zeigen, dass der Verlust an Engagierten sich fortgesetzt hat. Damit bestätigt sich umso mehr, dass es für Jugendorganisationen im Sport notwendig und drängend bleibt, weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Jungen Engagement im Sport zu legen. 


Zurück